Große Unternehmen investieren erhebliche Ressourcen in die systematische Weiterbildung ihrer Mitarbeiter, weil sie die Potenziale erkannt haben, die mit einer strategischen Personalentwicklung erschlossen werden können. Wie aber kann sich das klassische mittelständische Unternehmen diesen Herausforderungen stellen? Mittelständische Untenehmen tun sich häufig schwer, die für eine strategische Personalentwicklung notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen aufzubringen. Oftmals fehlt es auch an praxisgerechten Tools und Know-how für die Umsetzung einer sinnvollen Personalentwicklung. Mit den folgenden sieben Schritten kann jedes Unternehmen eine integrierte, wenig aufwändige und effektive Personalentwicklung betreiben:
1. Zukünftig benötigte Mitarbeiterqualifikationen definieren
Hier geht es um Fragen wie: Was müssen Mitarbeiter künftig leisten? Welche Aufgaben bleiben erhalten, welche werden zukünftig entfallen? Welche neuen Aufgaben kommen auf sie zu? Welche zusätzlichen Anforderungen sind damit verbunden?
Auch wenn Sie nicht über die Gabe verfügen, die Zukunft voraussagen zu können, so wird Ihnen doch ein Blick auf die eigene Strategie und die mittelfristigen Ziele Ihres Unternehmens einiges davon verraten, auf welche Qualifikationen Sie bei Ihren Mitarbeitern in der Zukunft angewiesen sein werden. Sie sollten hierbei einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren im Blick haben, denn Mitarbeiterentwicklung funktioniert nicht auf Knopfdruck.
2. Aktuellen Status der Mitarbeiter überprüfen
Hier geht es um Fragen wie: Über welche Qualifikationen verfügen die Mitarbeiter heute? Entsprechen diese den aktuellen und den künftigen Anforderungen an die Stelle? Welche Fähigkeiten und Fertigkeiten werden derzeit nicht genutzt?
Installieren Sie – sofern noch nicht geschehen – die erforderlichen Instrumente für eine kontinuierliche Qualifikationserfassung! Dazu zählen zum Beispiel Stellenbeschreibungen oder Stellenanforderungsprofile, regelmäßige Mitarbeitergespräche und Analyseinstrumente wie etwa eine Mitarbeiter-Potenzialanalyse.
3. Personalbedarfsplanung erstellen
Ausgehend von Schritt 1 (Soll) und Schritt 2 (Ist) formulieren Sie Ihre qualitative und quantitative Personalbedarfsplanung. Sie legen fest, wie viele Mitarbeiter mit welchen Qualifikationen Sie in welchem Zeitraum benötigen. Ein wichtiger Teilaspekt, der erstaunlich oft vernachlässigt wird, ist die Frage, welche Mitarbeiter Sie in absehbarer Zeit verlassen werden (normale Fluktuation inklusive Ausscheiden wegen Erreichen der Altersgrenze). Stellen Sie sich dabei die Frage, welche besonderen Qualifikationen Sie damit verlieren!
Diese Personalbedarfsplanung stellt die Basis für Personaleinstellungen und für Maßnahmen zur Personalentwicklung dar. Zweckmäßigerweise sollte diese Planung mindestens einmal jährlich überprüft und aktualisiert werden.
4. Personalentwicklung planen
Planloser Aktionismus ist im Bereich Personalentwicklung genauso schädlich wie in allen anderen Bereichen. Deshalb sollten im Personalentwicklungsplan die unterschiedlichen Qualifikationsanforderungen zu Themenblöcken zusammengefasst und entsprechend ihrer Bedeutung für die Erreichung der Unternehmensziele sowie ihrer Dringlichkeit gewichtet werden. Dafür kann einfach eine Matrix gemäß folgendem Muster erstellt werden, in der auch die jeweils für die einzelnen Themen vorgesehenen Mitarbeiter eingetragen werden können:
Thema | Priorität 1 (nächste 3 Monate) | Priorität 2 (nächste 6 Monate) | Priorität 3 (nächste 12 Monate) |
|---|---|---|---|
Technik | Klausner-Stetter | ||
Konstruktion | |||
Installation | Werner-Becker | ||
Service | Zimmer | Otter-Werner | |
EDV | |||
MS Word | Weber-Schmidt | ||
MS Excel | Müller | ||
CAD | Meier-Schneider | ||
Verkaufen | |||
Umgang mit "schwierigen" Kunden | alle Servicetechniker- Bermann-Holzer | ||
Reklamationsverhalten | Außendienst- Berger-Kleine | ||
Telefon | Fischer-Berger-Schmieder | ||
Führung | |||
BWL-Kennziffern | Ebert-Stetter | ||
Arbeitsrecht | Ebert-Stetter | ||
Zielvereinbarungen | Ebert–Stetter- Grüner |


