Der Fachkräftemangel ermöglicht es Bewerbern heute, Jobangebote abzulehnen und bei der Wahl des richtigen Arbeitgebers anspruchsvoll zu sein. Laut der Befragung „Bewerbungspraxis 2012“, bei der über 10.000 Stellensuchende und Karriereinteressierte teilnahmen, sehen drei von zehn Befragte gar die Chance auf einen Traumjob. Für Unternehmen bedeutet das: Der Bewerber ist gleichzeitig Kunde. Und weil junge Professionals, Berufseinsteiger und Fachkräfte mit spezifischen Kompetenzen gerne unterhalten werden, beinhalten moderne Rekrutierungsprozesse neben Informationen und eignungsdiagnostischen Auswahlinstrumenten einen Unterhaltungsaspekt.
Instrumente der gezielten Bewerberansprache sind webbasierte oder reale Spiele, Wettbewerbe und Events. Bei der Suche nach jungen Talenten verbindet das Personalmarketing Strategien zum Employer Branding mit der Kommunikation von Kampagnen über Social-Media-Kanäle. Das Ziel ist, die Aufmerksamkeit potenzieller Mitarbeiter im „War for talents“ auf sich zu ziehen.
Das wahrscheinlich erste Personalbeschaffungs-Event mit Unterhaltungsfaktor war die „Karrierejagd im Netz“, einem interaktiven Rekrutierungsspiel mit Frage- und Testverfahren, an dem sich mehrere Unternehmen beteiligten. Das Konzept wurde 2001 vom Unternehmen „Cyquest“ umgesetzt, womit es den Begriff Recruitainment prägte.
Seit etwa zehn Jahren geht der Trend hin zu dieser neuen Form des Auswahlverfahrens, um vor allem Hochschulabsolventen zu gewinnen. Auf dieses Feld spezialisierte Agenturen wie etwa „Young Targets“ organisieren für Unternehmen zum Beispiel kreative Events wie das IT-Krimidinner, Spiele wie Geocaching, Projektwettbewerbe oder Rundfahrten mit Unternehmensbesichtigungen.


