Recruiting KMU nutzen verstärkt Netzwerke bei der Personalsuche

11.11.2009 – Immer mehr kleine und mittlere Unternehmen rekrutieren Personal über persönliche Kontakte ihrer Mitarbeiter. Einer Erhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) nach hat 2008 die Hälfte der Betriebe über firmeninterne Netzwerke nach geeigneten Besetzungen für freie Stellen geforscht. Bei Kleinstbetrieben mit weniger als zehn Mitarbeitern lag der Anteil der so ermittelten Beschäftigten sogar bei 53 Prozent.

Bei den Großbetrieben mit 200 und mehr Beschäftigten nutzte dagegen weniger als ein Drittel soziale Netzwerke. In Großbetrieben seien häufig formale Strukturen bei der Stellenbesetzung etabliert, so das IAB. Dagegen könnten in kleinen Betrieben durch die größere soziale Nähe Informationen leichter informell eingebracht werden. Insgesamt kamen 29 Prozent der Neueinstellungen über Netzwerke zustande.

Direkter Weg spart Kosten

"Gerade für kleine und mittlere Unternehmen bietet sich das Horchen nach geeigneten Leuten innerhalb der eigenen Belegschaft an. Schließlich ist dies der direkteste und nicht zuletzt auch kostengünstigste Weg. Bei größeren Unternehmen fehlt dagegen die dazu nötige Intimität und Personalsituation",

meint Matthias Knuth, Leiter der Forschungsabteilung Entwicklungstrends des Erwerbssystems am Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen. Im Vergleich zu Großunternehmen seien in KMUs vielerorts kaum formale Strukturen für die Besetzung von freien Stellen entwickelt.

Peergroups für Rekrutierungen von Vorteil

"Das Management kleiner Unternehmen hat bei Neueinstellungen über Netzwerke den großen Vorteil, dass Mitarbeiter niemanden empfehlen, der ihnen in letzter Konsequenz selbst Schaden bereiten und für den sie dann Mehrarbeit leisten müssten",

erläutert Knuth. Dem Arbeitsmarktforscher zufolge gehen Geschäftsführer von kleinen Firmen bei der Suche nach frischem Personal davon aus, dass der Freundes- und Bekanntenkreis eigener Mitarbeiter zum Beispiel in puncto Qualifikation eine gewisse Ähnlichkeit aufweist.

Berufsabschluss bei Neueinstellungen oft nicht nötig

Wie das IAB in seiner Studie ermittelt hat, werden über persönliche Kontakte häufig Stellen mit niedrigen Qualifikationsanforderungen besetzt. So erforderten 21 Prozent der Neueinstellungen über die Netzwerke keinen Berufsabschluss. Dies war nur bei 14 Prozent der analysierten Neueinstellungen der Fall. Aber auch bei Stellen im oberen Segment des Arbeitsmarktes sind persönliche Kontakte verstärkt genutzt worden. Die Forscher fanden heraus, dass vor allem Betriebe in der Land- und Forstwirtschaft sowie dem Bau und Handel Netzwerke anwenden.

Hinweis

Weitere Informationen zur Untersuchung stehen als PDF-Download zur Verfügung.

Betriebsbefragung: Soziale Netzwerke helfen bei der Personalsuche

[po; Quelle: pressetext; Bild: Varina Patel - Fotolia.com]

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