Teamentwicklung Wie aus einer Gruppe ein Spitzenteam wird

Teil 2: Die Spirale der Teamentwicklung führt zu einer effektiveren und effizienteren Zusammenarbeit

Manuela Dollinger hat den sogenannten Experiential Learning Cycle von David Kolb für die Teamentwicklung weiter entwickelt und nutzbar gemacht. Das folgende Modell einer Spirale zur Teamentwicklung macht sichtbar, wie die Zusammenarbeit effizienter und effektiver werden kann.

 

Teamentwicklungsmodell
[Quelle: Manuela Dollinger, nach David Kolb, Experiential Learning, 1984]

Die Mitarbeiter im Team, dazu gehört auch der Teamleiter als Vorgesetzter und Führungskraft, haben in der täglichen Zusammenarbeit konkrete Erfahrungen gesammelt. Jeder hat eine Vorstellung davon, was gut funktioniert und was nicht. Sie bringen ihre jeweiligen Einstellungen, Kompetenzen und Verhaltensweisen mit in das Team und erleben, wie das im Alltag zusammenspielt.

Für die Teamentwicklung ist zunächst sehr wichtig, dass die Mitarbeiter ihre Erfahrungen analysieren. Sie beobachten ihr Verhalten bewusst und reflektieren, was da eigentlich passiert. Um zu erkennen, worin das Problem liegt, was die Stärken und Schwächen sind, was jeder einbringen kann und einbringen will und was er von den anderen erwartet.

Daraus leiten die Teammitglieder Einsichten ab. Sie entwickeln eigene Vorstellungen, Modelle oder Theorien darüber, was ihre Zusammenarbeit kennzeichnet und wie sie verbessert werden kann. Schließlich leiten sie konkrete Maßnahmen ab, was sie als Gruppe und als Individuum tun wollen.

Das setzen sie in die Praxis um. Sie verändern ihr Handeln und ihre Verhaltensweisen. Oft geschieht das langsam oder erst einmal in der Form eines Experiments. Die Teammitarbeiter wissen noch nicht genau, wohin sie das führt. Aber sie machen neue Erfahrungen, die sie wieder analysieren und reflektieren können. Die Spirale der Teamentwicklung kommt in Gang.

Mit einem solchen Prozess kann das Wir-Gefühl in der Gruppe gestärkt werden. Die Mitarbeiter sind bereit, Konflikte konstruktiv zu bewältigen, soziale Bedürfnisse zu befriedigen und Einzelinteressen zu achten. Es gibt bessere Absprachen und die gemeinsame Leistungs- und Zielorientierung wird verbessert. Es entsteht eine Lernkultur im Team.

Manuela Dollinger weiß aus ihrer Erfahrung, was ein Teamentwickler dafür leisten kann:

„Dem Teamentwickler muss klar sein, dass er kein Team entwickeln kann. Es bringt ein Team nicht weiter, wenn ein externer Experte ihnen sagt, was sie tun müssen, um erfolgreich zu sein. Wenn Du einen Hungrigen sättigen willst, dann gebe ihm keinen Fisch, sondern zeige ihm das Angeln. Nach diesem Motto sollten Teamentwickler handeln. Es ist ihre Aufgabe, dem Team Methoden zu zeigen, wie sie lernen, sich selbst zu reflektieren und daraus Maßnahmen für ihre weitere Entwicklung abzuleiten. Ein guter Teamentwickler implementiert Instrumente, die den Grundstein für die selbst gesteuerte, permanente Weiterentwicklung legen.“

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