Damit Teamarbeit funktioniert, müssen sich die Mitglieder vertrauen können. Das bedeutet auch, dass sie sich gegenseitig sagen, wenn sie mit etwas nicht einverstanden sind oder wenn sie mit der Arbeit des Kollegen nicht zufrieden sind. Das Problem ist: Wie sage ich es richtig? Manuela Dollinger weiß aus ihrer Arbeit mit Teams:
„Niemand ist eine Insel, wir sind alle systemisch verbunden. Gerät ein Systemelement ins Wanken, wird es alle anderen mitziehen. Wir können es uns weder als Einzelpersonen, noch als Organisationseinheiten erlauben, auf Feedback zu verzichten. Wenn sich ein Teammitglied falsch verhält, wird es allen anderen schaden. Deshalb müssen offene Worte möglich sein. Damit das Feedback nicht verletzt, sondern zur konstruktiven Selbstreflexion führt, sind der Ton, der Zeitpunkt und die Wortwahl entscheidend. Gutes Feedback will gelernt sein, deshalb gehört es als wichtiges Trainingsmodul in jede Teamentwicklung. Denn nur so kann sich der Spruch ‚Feedback is the Breakfast for Champions’ erfüllen.“
Kritik zur falschen Zeit, im falschen Ton und vor allen anderen – das kann die Beziehung zum Kollegen für immer zerstören. Der Teamentwickler sorgt mit der richtigen Feedback-Methode dafür, dass solche Fehler nicht passieren. Er zeigt dem Team, wie man dem Kollegen seine Kritik oder Verbesserungsmöglichkeiten vermittelt – und auch wie man richtig lobt. Denn auch das ist für die Zusammenarbeit essenziell:
- Loben heißt: „Ich schätze an dir …“; das kann für alle Teammitglieder sichtbar sein. Denn vor den Augen der anderen, wird jeder gerne gelobt.
- Kritik äußern heißt: „Mein Tipp an dich …“; das geschieht unter vier Augen und sollte immer sachlich und auf einen Anlass bezogen sein. Der Betroffene kann selbst entscheiden, ob er diese Kritik annimmt.
Wenn das Team nicht müde wird, den persönlichen Umgang miteinander zu pflegen und zu verbessern, sich abzustimmen und gegenseitig zu helfen, die maßgeblichen Ziele zu erreichen, Leistung zu erbringen und gleichzeitig jedem den Freiraum zu gewähren, eigene Bedürfnisse zu befriedigen, dann hat sich die Arbeit des Teamentwicklers gelohnt. Wie der Trainer einer Spitzenmannschaft steht er am Spielfeldrand und beobachtet, wie seine Mannschaft zur Höchstform aufläuft und ein unvergessliches Spiel abliefert. Er weiß: Das harte Training unter der Woche hat sich gelohnt.
Quellen und weiterführende Informationen
Zum Thema: Fragebogen zur Analyse der Qualität der Teamarbeit ein Hintergrundbericht
Interviews mit J. Richard Hackman:
Manuela Dollinger und Competence on Top:
Das gesamte Dossier zum Herunterladen und Ausdrucken
- Arbeitsgestaltung
- Besprechung
- Beziehungsmanagement
- Change Management
- Führungskompetenz
- Führungsstil
- Gesprächsführung
- Kommunikationskompetenz
- Konfliktmanagement
- Macht
- Mitarbeiterorientierung
- Mitarbeiterzufriedenheit
- Moderation
- Motivation
- Personalentwicklung
- Projektmanagement
- Soziale Kompetenz
- Unternehmenskultur
- Verhandlungstechnik
- Vertrauen