Aus den Erkenntnissen der Teamforschung haben Teamentwickler weltweit im Laufe der Jahrzehnte eine Fülle von Methoden entwickelt, damit Teams ihre Probleme erkennen, reflektieren und lösen können; oder dass sie sich einfach weiter verbessern. Der Teamentwickler trägt die Methoden in die Teams hinein und die Mitarbeiter nutzen sie, um konkrete Lösungen für ihre Fragestellungen selbst zu finden.
Besonders wichtig sind die Reflexion und die Selbstanalyse – der Teamarbeit, der Regeln im Team, der Einstellungen, Werte und Verhaltensweisen, die sich im Team und bei seinen Mitgliedern zeigen. Durch gezielte Fragen lässt sich sichtbar machen, wo es Gemeinsamkeiten und wo es Unterschiede gibt:
- Was ist mir bei der Teamarbeit wichtig?
- Woran sollen sich alle halten?
- Wo will ich mit dem Team hin?
- Was wollen wir erreichen?
- Wovon bin ich überzeugt?
- Was können wir gut?
- Was tun wir?
- Was brauchen wir?
Eine gemeinsame Vision und klare Ziele sind ganz entscheidend für gute Teamarbeit, weiß J. Richard Hackman. Der Teamleiter als Führungskraft muss erkennen, welche Vorgaben sein Team von ihm erwartet. Genauso muss er ihm aber auch Freiräume geben, die Aufgaben zu erfüllen. Er darf nicht die Details vorgeben und muss sich nicht in alles einmischen. Doch viele Führungskräfte neigen zu dem einen (laissez faire) oder zum anderen (Mikromanagement) Extrem.
In einem weiteren Schritt ermittelt das Team, wie es sich verbessern kann: Was werden wir beim nächsten Mal anders oder besser machen? Was lief schon gut? Was geht noch besser? Wenn die Mitarbeiter solche Fragen intensiv bearbeiten, sich darüber ausführlich austauschen, ihre Meinungen vergleichen und analysieren – dann arbeiten sie die wichtigen Stellhebel für Verbesserungen der Teamarbeit heraus.
Hinweis
Besonders hilfreich bei der Reflexion und Selbstanalyse sind auch sogenannte systemische Fragen. Mehr dazu im Management-Handbuch:
Fragen stellen: Mit Fragetechniken Gespräche zum Ziel führen
Stellt sich heraus, dass es tiefgreifende Probleme in der Zusammenarbeit und ein mangelhaftes Wir-Gefühl gibt, dann können Instrumente der sogenannten Erlebnispädagogik wirksam sein. Hier geht es vor allem darum, dem Team und seinen Mitarbeitern besondere Erfahrungen zu vermitteln, die sie bislang nicht gemacht oder nicht wahrgenommen haben. Erkenntnisse können dabei sein:
- Wir müssen einander vertrauen.
- Wir können das Ziel nur gemeinsam erreichen.
- Wenn wir nicht miteinander reden, arbeiten wir aneinander vorbei.
Stichwort
Die Erlebnispädagogik nutzt die besonderen Erfahrungen, die Menschen in einer Gruppe in einer ungewohnten Umgebung oder mit außergewöhnlichen Aktivitäten machen. Die Erlebnisse können zum Beispiel in der Natur (Wald, Gebirge, See), durch Natursportarten (Segeln, Reiten, Radfahren, Klettern, Höhlenforschen, Kajakfahren, Floßfahren) oder durch Theater-, Abenteuer-, Mal- und Spielaktionen vermittelt werden. Siehe auch:
Emotion: Geschichten, Erlebnisse und Bilder bewegen Menschen
Die Aktivitäten der Erlebnispädagogik vermittelt den Teilnehmern einen Abstand zu ihrem eigenen Verhalten und zur Situation, in der sie sich üblicherweise den ganzen Berufsalltag lang befinden. Diese Distanz macht Dinge klarer und verständlicher. Die Mitarbeiter machen sich frei von Zwängen.
Beispiel: Mit dem Chef im Hochseilgarten
Die Mitarbeiter einer Abteilung beschließen, gemeinsam mit ihrem Chef in den Hochseilgarten zu gehen. Beim schwierigen Klettern durch Bäume und über wackelige Seile und Holzstege stellen sich alle gleich geschickt oder ungeschickt an. Der Azubi hilft öfters dem Chef, schwierige Passagen zu meistern. Die hierarchische Distanz wird verringert. Der Mitarbeiter erlebt, wie er dem Chef helfen kann. Und der erlebt, dass er von seinen Mitarbeitern abhängig ist.
Viele zeigen gegenüber solchen Aktivitäten ein gehöriges Maß an Skepsis. Sie bezweifeln die Nachhaltigkeit und Ernsthaftigkeit. Gerade deshalb kommt es darauf an, dass ein erfahrener Teamcoach mit dabei ist, der der Gruppe die Bedeutung der Maßnahme vermittelt und der am Ende ausführlich über das Erlebte sprechen und reflektieren lässt.
- Teil 1: Teamentwicklung: Wie aus einer Gruppe ein Spitzenteam wird
- Teil 2: Die Spirale der Teamentwicklung führt zu einer effektiveren und effizienteren Zusammenarbeit
- Teil 3: Am Anfang steht die Diagnose
- Teil 4: Mit Methoden der Teamentwicklung einen förderlichen Rahmen schaffen
- Teil 5: Feedback: Falsche Kritik kann Beziehungen für immer zerstören
- Arbeitsgestaltung
- Besprechung
- Beziehungsmanagement
- Change Management
- Führungskompetenz
- Führungsstil
- Gesprächsführung
- Kommunikationskompetenz
- Konfliktmanagement
- Macht
- Mitarbeiterzufriedenheit
- Moderation
- Motivation
- Organisationsentwicklung
- Personalentwicklung
- Projektmanagement
- Soziale Kompetenz
- Unternehmenskultur
- Verhandlungstechnik
- Vertrauen