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Das müssen Organisationen mit der neuen ISO 9001-2008 beachten

Schlagwort: ISO 9000

Wie in der Version aus dem Jahr 2000 ist der prozessorientierte Ansatz das bestimmende Prinzip der Norm. Auch die acht Managementgrundsätze bleiben erhalten. Das sind:

  1. Kundenorientierung
  2. Verantwortlichkeit der Führung
  3. Einbeziehung der beteiligten Personen
  4. Prozessorientierter Ansatz
  5. Systemorientierter Managementansatz
  6. Kontinuierliche Verbesserung
  7. sachbezogene Entscheidungsfindung
  8. Lieferantenbeziehungen zum gegenseitigen Nutzen

In vielen Fällen wurden ausschließlich Formulierungen und Begriffe so angepasst, dass sie unmissverständlich sind. Außerdem wurde das, was in der Praxis in der Regel schon umgesetzt wurde, auch in der Norm festgehalten. Hier sind folgende Änderungen hervorzuheben:

  • Ausgegliederte Prozesse (Outsourcing): Die Lenkung von ausgegliederten Prozessen muss im Qualitätsmanagement festgelegt sein. Sie müssen so kontrolliert werden, dass auch sie ein gut geführter Teil des Qualitätsmanagements sind (siehe auch Ausführungen der ISO zum Thema Outsourcing).
  • Beauftragter der Unternehmensleitung: Der Beauftragte muss ein Mitglied der Leitung aus dem Unternehmen sein; diese Rolle kann also nicht ausgegliedert sein.
  • Schulungen und andere Maßnahmen, um die erforderlichen Fähigkeiten zu erreichen, müssen dann nicht durchgeführt werden, wenn es keine entsprechenden Angebote gibt und auch andere Maßnahmen nicht Erfolg versprechend sind. Wenn Schulungen durchgeführt werden, müssen die notwendigen Fähigkeiten von den Mitarbeitern auch erworben werden.
  • Die Arbeitsumgebung ist nicht mehr nur durch das Produkt bestimmt; auch physikalische, ökologische und andere Faktoren spielen eine Rolle.
  • Entwicklungsphasen: Entwicklungsbewertung, Entwicklungsverifizierung und Entwicklungsvalidierung dürfen auch kombiniert werden und müssen nicht mehr getrennt voneinander betrachtet werden.
  • Zum Kundeneigentum gehören jetzt auch explizit persönliche Daten, die schützenswert sind.
  • In den Kapiteln zur Produkterhaltung (7.5.5) und Lenkung fehlerhafter Produkte (8.3) wurden die Formulierungen so angepasst, dass sie auch den Anforderungen von Dienstleistungsunternehmen entsprechen.
  • Die Kundenzufriedenheit wurde bislang in der Regel durch Kundenbefragungen und durch die Auswertung von Kundenreklamationen gemessen. Das soll nun auch auf anderen Wegen möglich sein, etwa durch eine Analyse entgangener Aufträge, Forderungen nach Garantieleistungen und durch Händlerberichte.

Hinweis

Mehr zur Systematik und den Anforderungen der ISO 9001 lernen Sie in unserer Lösungshilfe:

Qualitätsmanagement: Struktur und Einführung der DIN EN ISO 9001

Auswirkungen auf spezifische Branchennormen

Verschiedene Branchen haben auf der Grundlage der ISO 9001 eigene Normen für das Qualitätsmanagement entwickelt. Beispiele dafür sind die ISO/TS 16949:2002 für die Automobilindustrie oder die ISO 13485:2003 im Bereich Medizin. Hier ist entscheidend, auf welche ISO-Norm dort verwiesen wird: Wenn auf ISO 9001:2000 mit Angabe des Ausgabedatums verwiesen wird, dann hat die Publikation von ISO 9001:2008 keinen unmittelbaren Einfluss auf die jeweilige Branchennorm. Die Änderungen haben erst Einfluss, wenn die normative Verweisung auf ISO 9001:2008 geändert wird. Fehlt aber das Ausgabedatum, gelten für die betroffenen Branchennormen die geänderten Anforderungen aus der ISO 9001:2008 sofort.

Wie werden bestehende Zertifikate erneuert?

Das offizielle Ausgabedatum der ISO 9001:2008 ist der 1.12.2008. Ab diesem Zeitpunkt werden bestehende Zertifikate nach der Vorgängerversion ISO 9001:2000 nach und nach ersetzt. Vorläufig sind die bestehenden Zertifikate noch gültig; kein Unternehmen muss sich wegen der Aktualisierung neu bewerten lassen.

Doch Erstzertifizierungen sollen nach der Veröffentlichung nur noch gemäß der Version 9001:2008 möglich sein. Alle alten Zertifikate werden bei der turnusgemäßen Überprüfung des Qualitätsmanagements auf die aktuelle Version umgestellt. Dazu sollten die Organisationen, die bereits mit dem Zertifikat ausgezeichnet sind, mit ihren Zertifizierungsstellen abstimmen, wie der Übergang erfolgt.

Zwei Jahre nach der Veröffentlichung der aktuellen Version, also ab Anfang Dezember 2010 sind die alten Zertifikate gemäß ISO 9001:2000 nicht mehr gültig.

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