Die Finanzierung der eigenen Selbstständigkeit ist ein zentrales Thema für Existenzgründer. Daher wird nicht nur für die Gründungsidee ein Konzept benötigt – auch ein Finanzplan ist erforderlich. Dieser umfasst die Punkte Kapitalbedarfsplanung, Liquiditätsplanung, Rentabilitätsplanung und Finanzierung.
Im Rahmen der Kapitalbedarfsplanung wird ermittelt, wie hoch der Bedarf im Einzelfall ist. Dazu werden die Ausgaben für Investitionen in das Anlagevermögen – das sind die längerfristig in einem Unternehmen eingesetzten Wirtschaftsgüter – erfasst. Dabei werden unter anderem der Kauf von Immobilien, Mietkosten sowie Anschaffungskosten für die Büroeinrichtung, Maschinen und Fahrzeuge berücksichtigt. Auch die anfängliche Investition in das Umlaufvermögen – die Vermögensgegenstände, die nur kurzfristig zur Verfügung stehen – sowie eventuell anfallende Personalkosten müssen einkalkuliert werden. Die Ausgaben, die beim Gründungsvorgang selbst anfallen (etwa Beratungs- und Notargebühren oder Werbemaßnahmen) werden ebenfalls erfasst.
Zahlungsschwierigkeiten gehören zu den häufigsten Ursachen für eine missglückte Unternehmensgründung. Daher ist eine eingehende Liquiditätsplanung notwendig. Hier werden die Einnahmen den jährlichen Privatausgaben gegenübergestellt, um den benötigten Unternehmerlohn zu berechnen. Bei der Konzeptionierung sollte auch berücksichtigt werden, wann die Produkte oder Dienstleistungen produziert oder geliefert werden beziehungsweise wann die Zahlungseingänge von Kunden verbucht werden können. Auf diese Weise wird finanziellen Engpässen in den ersten Monaten nach der Geschäftsgründung vorgebeugt, denn wenn es zu einer Unterdeckung kommt, droht die Insolvenz. Selbstständige sollten mit der Zeit auch Rücklagen bilden, um Liquiditätsreserven zu schaffen.
Ob das Startup-Unternehmen auch langfristig genug Einnahmen erwirtschaftet, damit die laufenden Ausgaben gedeckt und der eigene Lebensunterhalt bestritten werden kann, wird bei der Rentabilitätsplanung überprüft. Die Kalkulation sollte die ersten drei Geschäftsjahre umfassen. Zudem muss je nach Unternehmensausrichtung eine mehr oder minder große Summe für spätere Investitionen berücksichtigt werden. Bei der Berechnung helfen Vergleichswerte ähnlicher Branchen – meist stellen Kammern und Banken diese Informationen zur Verfügung.