„Mobility“ ist in aller Munde und beschreibt einen Trend, der die gesamte Gesellschaft erfasst hat. Die zunehmende Mobilität ist sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Bereich nicht zu übersehen.
Nachdem sich die mobile (Sprach-) Kommunikation im Alltag längst durchgesetzt hat, wird nun auch die Datenkommunikation zusehends mobiler. Mittelständische Unternehmen, die ihre mobilen Geschäftsprozesse in die IT-Strategie integrieren, verbessern ihr Image, erhöhen ihre Flexibilität, steigern ihre Produktivität und sparen Kosten – und stärken so ihre Position im künftigen Wettbewerb. Die wachsende Zahl der sogenannten Mobile Worker verlangt und benötigt mobile Lösungen und Endgeräte, die auf ihren Bedarf zugeschnitten sind.
Im Büro braucht ein Mitarbeiter sich heute keine Gedanken mehr darüber zu machen, wie groß der Dateianhang einer E-Mail ist – auch umfangreiche Dokumente werden dank Breitbandverbindungen rasch versendet. Der Außendienstler muss sich unterwegs in der Regel mit geringeren Datenübertragungsraten begnügen. Aber in den letzten Jahren haben die Netzbetreiber die Übertragungsgeschwindigkeiten merklich gesteigert und damit die Voraussetzungen für uneingeschränktes mobiles Arbeiten geschaffen.
Vorteil: Geschwindigkeit
Unternehmen stehen unter wachsendem Wettbewerbs- und Zeitdruck. Die zügige Beantwortung von Kundenanfragen und umfassender Kundenservice werden immer wichtiger, um Kunden zu gewinnen und zu halten. Unternehmen, die konsequent auf mobile Anwendungen setzen, punkten nicht nur durch ein innovatives Image, sondern erzielen handfeste Vorteile im Wettbewerb. Das Büro in der Westen- oder Aktentasche ist daher zum unentbehrlichen Begleiter von Unternehmern, Entscheidern, Außendienstlern und Servicekräften geworden. Während früher auf dem Weg zum Kunden oder zu Meetings wertvolle Arbeitszeit verloren ging, kann sie heute dank hochmoderner Endgeräte sinnvoll genutzt werden. Zum Beispiel können auf einer Zugfahrt über eine sichere VPN-Verbindung zum zentralen Server selbst unternehmenskritische E-Mails gelesen und beantwortet werden. Zur Vorbereitung auf den Kundenbesuch kann der Mitarbeiter unterwegs noch einmal die zentral im CRM-System abgelegten Kunden-Stammdaten durchsehen. Während des Kundengesprächs lässt sich eine fehlende Preisliste online abrufen, die Verfügbarkeit von Ersatzteilen prüfen – und bestenfalls gleich ein attraktives Angebot unterbreiten. Einzelne Daten lassen sich während einer Auftragserteilung korrigieren und schließlich kann die Auftragsbestätigung über eine Infrarot- oder Bluetooth-Schnittstelle übertragen und ausgedruckt oder an ein Fax gesendet werden. Über ein Aktivitäten-Management können die Mitarbeiter auch von unterwegs zusammenarbeiten und bestimmte Aufgaben an interne Abteilungen vergeben. Der Vorteil: Ohne Medienbrüche wird eine nahtlose Informationskette aufrechterhalten.
Vorteile auf einen Blick
- Mit mobilen Lösungen wird die Erreichbarkeit der Außendienstler deutlich verbessert, was zu erhöhter Kundenzufriedenheit führt. Reisezeiten werden effizienter genutzt, und durch den Wegfall von Medienbrüchen lassen sich zudem Prozesse beschleunigen und Übertragungsfehler vermeiden.
- In jedem Fall wird die „Mobilisierung“ des Unternehmens die Tagesabläufe der Mitarbeiter in einigen Bereichen nachhaltig verändern. Doch die Investitionen wollen wohlüberlegt sein. Unternehmen sollten sich bei ihren Mobile-Business-Planungen genau darüber im Klaren sein, welche Prozesse vom Einsatz mobiler Technologien am stärksten profitieren.
Technische Möglichkeiten
Künftig wird die Grenze zwischen Beruf und Privatleben weiter verschwimmen, wodurch sich die Flexibilität und Mobilität der Mitarbeiter weiter erhöht. Fachleute erwarten für die kommenden Jahre eine noch stärkere Zunahme von mobilen Technologien und Anwendungen in Unternehmen. Die Bereitschaft, hier eine Vorreiterrolle zu übernehmen, zahlt sich für mittelständische Unternehmen auch im Wettbewerb um kompetente Mitarbeiter aus. Die Generation, die jetzt auf Stellensuche ist, kommuniziert längst digital und mobil und erwartet auch am Arbeitsplatz eine IT-Ausstattung, die alle mobilen Kommunikationsmöglichkeiten bietet:
Es geht heute nicht mehr darum, ob ein mittelständisches Unternehmen mobile Technologien einsetzen soll, sondern nur noch darum, welche.
Heute stehen schnelle Übertragungstechnologien und eine breite Palette an unterschiedlich ausgestatteten Endgeräten bereit, um alle Geschäftsprozesse mobil auszurichten: schnelle, mobile Infrastrukturen und moderne Endgeräte. Die Verbindungsgeschwindigkeiten werden stetig erhöht, die Netzabdeckung der Breitbandanbindungen ausgeweitet und WLAN-Hotspots eingerichtet. In welchem Umfang mobile IKT- (Informations- und Kommunikationstechnologien) Infrastrukturen nun in den Unternehmen eingesetzt werden, liegt allein an der Innovationsbereitschaft und der Akzeptanz der Geschäftsleitung sowie der Bereitschaft der Mitarbeiter, angebotene Endgeräte und Lösungen zu nutzen.
Übertragungstechnologien
Mobil im Internet surfen, E-Mails empfangen und senden gehört für viele Handynutzer bereits zum Alltag: Die hier dargestellten verschiedenen Netze und Geschwindigkeiten bieten dem mobilen Mitarbeiter ein Höchstmaß an Flexibilität. Der Wechsel von einem Netz zum anderen ist problemlos möglich.
GPRS
• General Package Radio Service
• Die Informationen werden bei der Datenübertragung in einzelne Datenpakete zerlegt und beim Empfänger wieder zusammengesetzt
• Auch in abgelegenen Gebieten optimaler Empfang und gute Sprachqualität
• GPRS bietet Datenübertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 55,6 kbit/s und ermöglicht eine Abrechnung nach Volumen
Fazit: Das Handy kann daher immer online sein, ohne dass weitere Kosten anfallen.
EDGE
• Enhanced Data Rates for GSM Evolution
• Breitbandanschluss zum Herunterladen von Bildern und großen Dateien
• Im Download Datenübertragungsraten um die 230 kbit/s möglich (entspricht mehrfacher ISDN-Geschwindigkeit)
• Im Upload werden immerhin noch um die 110 kbit/s erreicht
Fazit: Mit EDGE ist ein breitbandiger Zugang zum mobilen Internet flächendeckend möglich.
UMTS
• Universal Mobile Telecommunications System
• Mobilfunkstandard der dritten Generation
• Bietet in Städten und Ballungsgebieten UMTS-Videos in Echtzeit und Downloads ohne lange Wartezeiten
• Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 384 kbit/s möglich
Fazit: Das heißt, ein Videoclip von 15 MB lässt sich unterwegs in etwas über 5 Minuten auf das Smartphone oder Notebook laden. Nicht schnell genug? Dann lohnt ein Blick auf HSDPA
HSDPA
• High Speed Downlink Packet Access
• Diese UMTS-Weiterentwicklung ermöglicht Downloads in Rekordzeit
• Beim Datenempfang eine maximale Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 7,2 Mbit/s
• Turbo-Datentransfer auch beim Upload: HSUPA (High Speed Uplink Packet Access) steigert Übertragung beim Hochladen auf bis zu 3,6 Mbit/s
Fazit: Der 15-MB-Videoclip ist in 33 Sekunden auf dem Handy, und schon gar nicht mehr wahrgenommen wird die E-Mail des Kollegen mit dem 200 KB großen Word-Attachment. Downloadzeit: 0,4 Sekunden.
Arbeiten wie im Büro oder Home-Office ist mit WLAN (Wireless Local Area Network) an Bahnhöfen, Flughäfen, in Cafés, Hotels und selbst in einigen ICEs möglich. Mehr als 14.000 WLAN-Hotspots gibt es laut IT-Verband BITKOM mittlerweile in Deutschland (Stand September 2008). Je nach Netzauslastung werden im WLAN bis zu 11 Mbit/s erreicht.
Dieser Artikel wurde von der nextbusiness-IT Redaktion erstellt. „nextbusiness-IT – Exzellenz im Mittelstand“ ist eine bundesweite Leitthemenkampagne für den Mittelstand, die unter anderem die „Bibliothek des modernen IT-Wissens“ für den Mittelstand herausgibt. Diese Bibliothek können Sie hier kostenlos anfordern.
- Teil 1: Mobility: Mobiles Arbeiten im Mittelstand
- Teil 2: Mobile Endgeräte und Betriebssysteme
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