CeBIT 2011 Auf der IKT-Messe dreht sich alles um die Cloud

21.02.2011 – Anfang März öffnet die weltweit größte Messe für Informations- und Kommunikationstechniken (IKT) CeBIT wieder ihre Pforten. Nach zuletzt rückläufigen Besucherzahlen geht der Veranstalter nun mit einem neuen Vier-Säulen-Modell für Unternehmen, Forschungsorganisationen, Kommunen und Behörden sowie Privatanwender in die Offensive. Top-Thema der 26. Ausgabe: Cloud Computing.
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Bild: Deutsche Messe Hannover

Am Ende war es dann doch mehr Zufall als wohlüberlegte Namensplanung: Dass die heute „weltweit größte Messe zur Darstellung digitaler Lösungen aus der Informations- und Kommunikationstechnik für die Arbeits- und Lebenswelt“, wie es auf der Messe-Webseite heißt, überhaupt zu ihrer heutigen Bezeichnung kam, lag an dem damaligen Ausstellerbeirat der Hannover Messe. Statt „CeBOT“, was so viel heißt wie „Centrum für Büro- und Organisationstechnik“, einigte man sich auf den Namen „CeBIT“ („Centrum der Büro- und Informationstechnik“). Wie also unschwer zu erkennen ist, spielte die kleinste Informationseinheit Bit – was oft fälschlicherweise angenommen wird – bei der Namensgebung keine Rolle.

Schon in den 1950er Jahren begann der Siegeszug der Büroindustrie. Immer mehr Aussteller dieses Industriezweigs drängten in die Hallen der Hannover Messe, Platzprobleme traten auf. In den Folgejahren baute die Deutsche Messe deshalb kräftig an, um der wachsenden Nachfrage Herr zu werden. Die Tatsache schließlich, dass die Messegesellschaft 1980  für den Bereich Informations- und Kommunikationstechnik mit dem größten Nachfragestau und der längsten Warteliste an Ausstellern zu kämpfen hatte, bewog die Deutsche Messe zu dem Entschluss, ab 1986 die CeBIT einmal im Jahr als eigenständige Messe abzuhalten.

CeBIT 2011: Offensive mit Vier-Säulen-Modell

Was folgte war ein Boom, der 2001 im besten CeBIT-Jahr aller Zeiten gipfelte: 8.100 Aussteller und 830.000 Besucher! Doch danach ging es stetig bergab. Erst die Krise der New Economy und am Ende des letzten Jahrzehnts eine Wirtschaftskrise, die für einen Schwund bei Ausstellern und Besuchern sorgte. Zum Vergleich: Noch 2008 strömten 495.000 Besucher in die Messehallen der niedersächsischen Landeshauptstadt, 2009 nur noch 400.000. 2010 – in diesem Jahr wurde die Dauer der CeBIT um einen Tag verkürzt – lag die Zahl bei 334.000 Besuchern.

Abwärts ging es auch bei den Ausstellern: Von 6.300 im Jahr 2006 auf zuletzt 4.157 im letzten März (2010). Und 2011? In diesem Jahr soll alles übersichtlicher werden, die Veranstalter haben ein neues Konzept entwickelt und dem Abwärtstrend den Kampf angesagt. Mit einem Vier-Säulen-Modell wird jetzt der „Befreiungsschlag“ gesucht, wie die Nachrichtenagentur dpa plakativ titelt.

  • Dieses besteht aus dem Bereich „CeBIT pro“, wo Unternehmen IKT-Anwendungen für den professionellen Einsatz in kleinen und mittleren Firmen sowie weltumspannenden Konzernen präsentieren werden.
  • Der Bereich „CeBIT lab“ soll nach dem Willen der Veranstalter das Zukunftslabor der IKT-Industrie und die Plattform für Universitäten sowie Forschungsinstitute sein.
  • „CeBIT gov“ wiederum soll IKT-Entscheider aus dem öffentlichen Sektor ansprechen und Lösungen für Kommunen sowie Landes- und Bundesbehörden zeigen. Außerdem sollen Anwendungen für die Gesundheitsbranche im Fokus stehen.
  • Last but not least stehen im Mittelpunkt des Bereichs „CeBIT life“konsumentenbezogene Lösungen. Er soll Profis und hightech-interessierten Konsumenten einen Einblick in den technologiebasierten Lifestyle von morgen bieten wie etwa vernetztes und intelligentes Wohnen, technologiegestützte Freizeitgestaltung oder neue Nutzungsformen des Internets.

Zum Konzept sagt Achim Berg, Deutschland-Chef von Microsoft:

„Eine reine Business-Messe funktioniert nicht mehr, das hat sich seit zwei, drei Jahren deutlich abgezeichnet.“

Für viele Innovationen gäben heute die privaten Verbraucher den Anstoß, die erst dann im Geschäftsumfeld Einzug hielten. Mit der neuen Struktur werde es im nächsten Jahr einen „deutlichen Umschwung“ geben, lautet die Hoffnung hinter den Kulissen. Denn für die nun gefundene „kombinierte Lösung“ – Fachbesucher und Privatkonsumenten – sei die CeBIT die einzige Plattform. Und der Präsident des IT-Verbandes Bitkom, August-Wilhelm Scheer, meint:

„Wenn es dann noch gelingt, die Top-Trends wie das mobile Internet und Cloud Computing frühzeitig aufzugreifen, kommt die CeBITt wieder auf den Wachstumspfad.“

Für die Veranstalter scheint dies auch dringend geboten, denn nicht nur die wirtschaftliche Gesamtsituation der vergangenen Jahre hat der weltgrößten IT-Messe stark zu schaffen gemacht. Auch die weltweit wachsende Zahl an IT-Messen tut ihr Übriges dazu. So treffen sich etwa die Experten der Mobiltelefonie auf dem „Mobile World Congress“ in Barcelona, die Hardwarebranche auf der „Computex“ in Taipeh, Unterhaltungselektroniker auf der „CES“ in Las Vegas und die Spielefreaks auf der „E3“ in Los Angeles. Konzerne wie Oracle, SAP oder Apple halten sogar eigene Messen ab, um Kunden zu gewinnen und auf ihre Produkte aufmerksam zu machen.

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