Gut überlegen und planen
Laut KfW-Gründungsmonitor 2010 ist die „Anfangssterblichkeit“ von Gründungen nach wie vor hoch. Rund ein Viertel aller Gründungen ist nach spätestens drei Jahren wieder aus dem Markt ausgeschieden. Dabei haben Gründungen mit einem höheren Mitteleinsatz eine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit als Gründungen mit einem geringen oder gar keinem externen Mitteleinsatz. Denn damit Gründungen am Markt bestehen, müssen sie oft eine Mindestgröße aufweisen. Dafür sind der Einsatz entsprechender Ressourcen und eine ausreichende Finanzierung notwendig.
Damit Gründungen nicht von Anfang an zum Scheitern verurteilt sind, sollten sich die Gründer gut überlegen, ob sie und vor allem wie sie sich selbstständig machen möchten. Denn wie die Zahlen beweisen, ist Selbstständigkeit immer mit einem Risiko verbunden – gerade in der Anfangszeit. Den Gründer plagen Gedanken wie „Werde ich genügend Kunden gewinnen?“ oder „Mit wie viel Gewinn stehe ich am Ende des Monats da und mache ich überhaupt Gewinn?“ Wer das Risiko etwas einschränken möchte, hat die Möglichkeit, weiterhin eine feste Arbeitsstelle zu behalten und die Selbstständigkeit zunächst nur nebenher auszuüben.
Menschen, die aus der Arbeitslosigkeit heraus ein Unternehmen gründen, haben nicht die Möglichkeit, sich nebenbei selbstständig zu machen. Sie können aber auch noch weiter nach einer anderen Stelle suchen oder beispielsweise einem Minijob nebenher nachgehen, um ein bisschen Geld dazu zu verdienen.
Im Jahr 2009 ist erstmals seit sechs Jahren wieder eine Belebung der Gründungsaktivität in Deutschland zu verzeichnen: Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Gründerzahl um 10 Prozent, so der aktuelle KfW-Gründungsmonitor. Und auch in 2010 ist die Zahl der Existenzgründungen gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Zwar nicht mehr so stark, aber immerhin um 4 Prozent, wie die Ergebnisse der Gründungs- und Liquidationsstatistik des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn ergeben. Ausgehend von der Entwicklung im 1. Halbjahr 2010 rechnet das IfM für das gesamte Jahr 2010 mit schätzungsweise 425.000 Existenzgründungen und 385.000 Liquidationen, was einem Gründungssaldo von rund 40.000 entspräche.
Nebenbei selbstständig
Es gibt zwei Arten der nebenbei geführten Unternehmen:
- Selbstständigkeit im Zuerwerb: Der Selbstständige hat kein weiteres Einkommen, führt aber zum Beispiel den Haushalt und versorgt Kinder oder geht zur Schule oder studiert.
- Selbstständigkeit im Nebenerwerb: Der Selbstständige hat noch ein anderes Einkommen, entweder durch einen Haupterwerb oder einen Minijob.
Die Selbstständigkeit im Nebenerwerb ist zwar sicherer, weil Sie finanziell nicht nur von der selbstständigen Tätigkeit abhängig sind. Doch so ganz „nebenbei“ läuft eine Gründung nicht. Wer noch einem geregelten Job nachgeht, braucht viel Ausdauer und Geduld. Es entsteht gerade zu Beginn eine hohe Arbeitsbelastung und es dauert eine längere Zeit, um zu gründen. Der Erfolg lässt auch meistens länger auf sich warten als bei „Vollzeit-Selbstständigen“.
Hinweis
Wer ein Angestelltenverhältnis hat und sich nebenher selbstständig machen möchte, sollte das besser im Vorfeld mit seinem Arbeitgeber klären. Dies ist zwar nicht verpflichtend und der Vorgesetzte darf einen Zweitjob auch nicht prinzipiell verbieten. Aber: Eine Nebentätigkeitsklausel im Arbeitsvertrag kann diesen Grundsatz einschränken. Deshalb sollten Sie Ihren Arbeitsvertrag genau durchlesen. Sie sollten auch prüfen, ob es tarifvertragliche Regelungen und Betriebsvereinbarungen dazu in Ihrem Unternehmen gibt.
- Teil 1: Existenzgründung: Endlich ohne Chef erfolgreich
- Teil 2: Sind Sie der Unternehmer-Typ?
- Teil 3: Businessplan und Gründe für das Scheitern
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