Was ist die Definition von Wahnsinn? Der ehemalige US-Präsident Benjamin Franklin drückte es so aus: „Immer und immer wieder dasselbe tun und dabei auf andere Ergebnisse hoffen.“ Genau das tut ein Großteil von Unternehmen, wenn es um das Thema Innovation geht. Statt mit Leidenschaft, Mut und Pioniergeist neue Märkte anzugehen, werden langwierige Prozesse etabliert, Schnittstellen definiert und Verantwortlichkeiten vergeben. So wie im normalen Tagesgeschäft. Nur mit dem Unterschied, dass Kreativität und Innovationsgeist anderen Regeln unterliegen als beispielsweise das klassische Projektmanagement.
Dass sich Innovation durch schwerfällige Prozesse nicht wirklich effektiv steuern lässt, ist spätestens seit Mitte der 90er Jahre bekannt. Zahlreiche Forscher renommierter Universitäten, darunter Teresa Amabile (Harvard Universität) oder Alan G. Robinson und Sam Stern von den Universitäten Massachusetts und Oregon haben Innovationsmodelle entwickelt, die Innovation wendiger, kreativer und schneller machen. Bis heute bauen zahlreiche Studien auf diesen Ergebnissen auf, die immer wieder zu den gleichen Ergebnissen kommen: Klassische Innovationsprozesse, wie sie in den meisten Unternehmen vorherrschen, sind nur für eine Art von Innovation wirklich geeignet: Inkrementelle Verbesserungen und Neuentwicklungen, die nahe dran sind am Bestehenden. Radikalere Innovationen, also neue Geschäftsmodelle, revolutionäre Vertriebskonzepte oder drastische Prozessverbesserungen, brauchen andere Managementkonzepte. Die Kultur eines Unternehmens ist wichtiger als ausgefeilte Prozesse.

