ISO 26000 Norm standardisiert Corporate Social Responsibility

19.10.2010 – Corporate Social Responsibility (CSR) bringt Unternehmen viele Vorteile. Studien beweisen, dass Unternehmen, die gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, ihr positives Image stärken. Sie sind wettbewerbsfähiger, steigern ihre Produktivität und ihren wirtschaftlichen Erfolg. Für alle Verantwortlichen in den Unternehmen, die CSR umsetzen wollen, denen aber bisher eine konkrete Anleitung fehlte, bietet nun die ISO 26000 eine Hilfestellung. Ein weiterer Vorteil: Sie können sich mit anderen internationalen Unternehmen vergleichen.
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Bild: Sergio Hayashi - Fotolia.com

Die neue Norm definiert gesellschaftlich verantwortliches Handeln für alle Arten von Organisationen allgemeingültig. Nach einem fünfjährigen weltweiten Beratungsprozess wurde die ISO 26000 Guidance on Corporate Responsibility im September 2010 verabschiedet.

Der Weg zur ISO 26000

Im März 2005 hatte die ISO-Arbeitsgruppe “Social Responsibility” mit einer ersten Sitzung in Brasilien ihre Arbeit aufgenommen. Mit der Annahme wurde das weltweite Abstimmungsergebnis über die ISO-Norm zur Social Responsibility festgestellt: 66 Ländern stimmten für die Norm, 5 Länder stimmten dagegen (darunter die USA), 11 Länder enthielten sich ihrer Stimme (darunter Deutschland und Österreich). Die Veröffentlichung der ISO 26000 wird für Anfang November erwartet.

Stichwort

Die ISO 26000 ist eine umfassende internationale Norm, die eine Reihe von Empfehlungen bereitstellt für alle Organisationsarten. Sie ist aber keine technische Norm und auch kein Management System Standard. Sie soll die Organisationen dabei unterstützen, ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen. Auch das Thema der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen – die Corporate Social Responsibility (CSR) – soll mit der ISO 26000 erstmals standardisiert und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Dr. Annette Kleinfeld ist Unternehmensethikerin und Expertin im Normungsprozess. Sie beschreibt ihren Eindruck vom Entstehungsprozess und dem Ergebnis der Norm so:

„Mein Eindruck, sowohl vom Entstehungsprozess als auch vom gerade verabschiedeten Ergebnis, ist, dass von den beteiligten Akteuren ein sehr innovativer und ambitionierter Leitfaden entwickelt wurde. Dies ist vor allem deshalb bemerkenswert, wenn man die Hintergründe kennt: Der Normungsprozess wurde nach etablierten ISO-Regeln erstmals auch auf ein neues, „softes“ Thema angewendet. Außerdem ist es 450 Experten aus 90 Ländern gelungen, ein Papier im Konsensprinzip zu erarbeiten und darüber hinaus die Forderungen und Wünsche von sechs sehr unterschiedlichen Stakeholderkategorien zu integrieren.“

Quelle: www.kleinfeld-cec.com

Was mit gesellschaftlicher Verantwortung gemeint ist und warum dies die Unternehmen betrifft

Wenn von gesellschaftlicher Verantwortung der Unternehmen die Rede ist, ist damit der unternehmerische Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft gemeint. Die Unternehmen sollten diese Verantwortung sowohl anerkennen als auch übernehmen. Aufgrund der Aktivitäten von Organisationen und Unternehmen, die Auswirkungen auf die Gesellschaft haben, tragen sie gegenüber der Gesellschaft eine Verantwortung. Sie betrifft ökologische, ökonomische und soziale Bereiche. Mit Spenden oder anderem finanziellen Engagement allein sind die Pflichten allerdings nicht erfüllt. Es geht eher darum, dass die Organisationen ihre Tätigkeiten in einer Weise ausführen, die gesellschaftlich vertretbar ist. Das gilt vor allem für diese Handlungsbereiche:

  • faire Arbeitspraktiken,
  • die Umwelt,
  • Menschenrechte,
  • Konsumentenschutz und
  • Korruptionsprävention.

Dabei sollen sie zusätzlich die legitimen Ansprüche der Stakeholder berücksichtigen.

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