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Bei einem Störfall sind Unternehmen handlungsunfähig

Obwohl global vernetzt, verfolgen viele eine katastrophale Backup-Strategie. Nur zehn Prozent der deutschen Unternehmen meinen in der Lage zu sein, ihre IT-Systeme nach Hardwareschäden oder Virenbefall innerhalb einer Stunde wieder zum Laufen zu bringen. Geschäftsschäden, die manchmal nur schwer oder gar nicht mehr verkraftet werden können, sind so nicht selten vorprogrammiert. Liebrenz warnt:

„Wissen ist in Form von Daten in IT-Systemen gespeichert. Da wird schnell mal ein Excel-Sheet mit sensiblen Informationen per E-Mail versehentlich an einen falschen Empfänger verschickt.“

Der internationale Konkurrenzdruck und damit verbundene Kostendruck zwinge die Unternehmen jedoch zu schnellen und effektiven Geschäftsprozessen und zur Unterstützung durch entsprechende Informations- und Kommunikationstechnologien. Das eigentlich Fatale dabei: Die meisten KMU glauben, Sicherheitsvorfälle hätten nur innerbetriebliche Konsequenzen.

Falsch, wie die neueste Studie „2009 SMB Disaster Preparedness Survey“ des Sicherheitsunternehmens Symantec belegt. IT-Ausfälle werden von Kunden längst nicht mehr toleriert. 42 Prozent der befragten Kunden wandern bei einem Störfall ihres bevorzugten Anbieters zur Konkurrenz ab, zwei Drittel waren der Ansicht, der Störfall habe dem Ansehen ihres Anbieters geschadet. Trotzdem macht sich deswegen in Deutschland kein einziges befragtes Unternehmen Gedanken – eine trügerische Illusion. Gleichwohl sollten Sicherheitsmaßnahmen auf das jeweilige Unternehmen und die Branche abgestimmt werden. IT-Experte Liebrenz:

„Nicht jedes Unternehmen muss zu einem ‚Fort Knox‘ umgebaut werden.“

Ein Patentrezept für Sicherheit gibt es nicht. Wer wissen will, welche Sicherheitstechniken für sein Unternehmen in Frage kommen, sollte über den Reifegrad der verfügbaren Sicherheitslösungen im Bilde sein und unterscheiden können, welche etabliert und welche gerade erst aus den Labors im Silicon Valley entsprungen sind.

Firewall und Virenschutz sind Standard, doch zur Herausforderung gerät die Bestimmung und Gewichtung der Gefahrenquellen. Nur wer die Risiken kennt, kann beurteilen, welche Investition in die eigene IT-Sicherheit nötig ist. Steht zum Beispiel der Schutz sensibler Kundendaten im Vordergrund oder geht gar von den eigenen Mitarbeitern über die Nutzung mobiler Endgeräte eine Gefahr aus? Martin Foshag, Vorstand der Leitwerk AG, einem Systemhaus aus Appenweier, kennt noch ein ganz anderes Problem:

„Oft ist der IT-Leiter alleiniger Herr über die Technik. Aufgrund fehlenden Know-hows trauen sich Geschäftsführer dann meist gar nicht, sich dem Thema anzunehmen.“

Hinweis

Was für die IT-Sicherheit gilt, setzt sich nahtlos bei den Software-Lizenzen fort. In einer aktuellen Umfrage kommt die Software-Initiative Deutschland zu dem Schluss, dass der deutschen Wirtschaft 2010 alleine durch nicht korrekt lizenzierte Software ein Schaden von bis zu 30 Milliarden Euro entsteht. Lesen Sie in unserem Experten-Interview mit dem Fachanwalt für IT-Recht Timo Schutt, was Unternehmen bei Lizenzierungen beachten sollten und wie ein ordentliches Lizenzmanagement aussieht.

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