Wenn Abläufe und Strukturen im Unternehmen immer komplexer werden, kann das viele Ursachen haben. Dabei hat Komplexität nicht nur mit Größe zu tun; auch kleine Unternehmen leiden daran. Denn die folgenden Faktoren spielen für alle eine wichtige Rolle:
- Produktflut: Unternehmen bieten ein breites Sortiment an Waren und Dienstleistungen an. Jedes einzelne Produkt muss gesondert geplant, bearbeitet, vermarktet und kalkuliert werden.
- Kundenfragmentierung: Sie wollen es allen Kunden recht machen und differenzieren ihre Kundensegmente immer weiter aus. Für jeden soll dann etwas Passendes dabei sein.
- Globalisierung: Unternehmen treten nicht mehr nur in ihrem Heimatmarkt auf, sondern in vielen Ländern. Dafür müssen sie die länderspezifischen Anforderungen kennen und ihre Angebote, das Marketing, den Vertrieb und den Service differenzieren.
- Vertriebskanäle: Die etablierten Vertriebswege reichen nicht mehr aus. Um die Kunden zu erreichen, müssen die Hersteller viele Wege gehen; über Händler, im Direktvertrieb und in den letzten Jahren kam vor allem das Internet als ein weiterer wichtiger Verkaufskanal dazu.
- Gesetzliche Anforderungen: Je nach Branche muss ein Unternehmen eine Fülle von Regeln und Normen einhalten, die ändern sich allenthalben, sodass Produkte neu entwickelt oder Prozesse und Informationstechnik neu eingerichtet werden müssen.
Was das Komplexitätsmanagement so schwierig macht, sind die Vielfalt, die Dynamik und die Unsicherheit (keine Planbarkeit). Doch die lassen sich nicht so einfach beseitigen. Gesetzliche Rahmenbedingungen, Wettbewerber und die eigenen strategischen Ziele treiben die Unternehmen immer wieder in ihre Komplexität.
Die zentralen Fragen lauten dann: Welche Arten der Komplexität lassen sich verringern? Und welche müssen beherrscht werden?
Um diese zu beantworten, haben die Berater von McKinsey genauer hingeschaut und mögliche Einflussfaktoren analysiert. Sie unterscheiden zunächst die institutionelle von der individuellen Komplexität und haben dafür vier Felder als Urheber für Komplexität ausgemacht.
Zur institutionellen Komplexität gehören zum einen die Faktoren, die sich aus den externen Rahmenbedingungen wie Gesetzen, Wettbewerb oder allgemeinen Branchenregeln ergeben. Zum anderen führen auch unternehmerische Entscheidungen dazu, dass sich die Komplexität erhöht. Etwa Entscheidungen zum Einsatz bestimmter Technologien, zur Produktvielfalt oder zur Ausweitung des Geschäfts auf neue Märkte.
Die individuelle Komplexität beschreibt dagegen, wie Manager und ihre Mitarbeiter mit der institutionellen Komplexität umgehen, wie sie ihre Abläufe planen, welche Regelungen sie sich geben und wie sie ihre Aufgaben erfüllen.
Die folgende Abbildung zeigt dies noch einmal im Überblick:
- Teil 1: Komplexität: Wie Unternehmen mit einfachen Regeln in komplexen Märkten gewinnen
- Teil 2: Komplexität erkennen
- Teil 3: Komplexität vermeiden
- Teil 4: Komplexität beherrschen
- Teil 5: Auf die Flexibilität kommt es an
- Arbeitszeit
- Change Management
- Familienunternehmen
- Geschäftsmodell
- Geschäftsplan
- IT-Architektur
- IT-Management
- Informationstechnik
- Mitarbeiterbindung
- Mitarbeiterorientierung
- Mittelstand
- Organigramm
- Organisationsentwicklung
- Projektmanagement
- Unternehmensgründung
- Unternehmenskultur
- Unternehmensvision
- Unternehmenswachstum
- Vertragsrecht
- Zusammenarbeit
