Krisenstrategie Antizyklisch handeln, um die Krise zu überstehen

15.04.2009 – Viele Unternehmen begehen den Fehler, in wirtschaftlich schlechten Zeiten einfach nur zu sparen. Die Kostenschere wird rasch und flächendeckend angesetzt. Das ist nicht immer sinnvoll, denn bislang folgte auf jeden Abschwung auch ein Aufschwung. Daher sind antizyklische Maßnahmen die beste Überlebensstrategie. Unternehmen, die jetzt an der richtigen Stelle investieren, sind beim Aufschwung auf dem ersten Startplatz.

Die aktuelle Krise trifft viele Unternehmen mit voller Wucht: Kunden stornieren Aufträge, die Exporte brechen ein und an Neugeschäft ist kaum zu denken. Gerade die aktuelle Krise zeichnet sich dadurch aus, dass sie einer Vollbremsung der gesamten Volkswirtschaften gleicht und zu starken Einbrüchen an allen Fronten führt. Und wie lange das dauern wird, weiß niemand.

Die spontane Reaktion der Firmenlenker: Vollbremsung bei den Kosten. Sparen, was das Zeug hält. Wer alle Dienstreisen streicht, Mitarbeiter in die Kurzarbeit schickt oder gleich entlässt und Investitionen auf unbestimmte Zeit aufschiebt, bremst damit auch das operative Geschäft auf das Notwendigste herunter. Solche Magerkost geht ans Eingemachte und kann auch langfristige Schäden verursachen, die sich nur mühsam wieder reparieren lassen.

Riskantes Kosten sparen

Denn: Was passiert, wenn die Auswirkungen der Wirtschaftskrise langsam überwunden sind und sich die Lage wieder erholt hat? Dann stehen die Unternehmen mit weniger Personal da. Die verbliebenen Mitarbeiter müssen versuchen, den Aufschwung zu stemmen. Womöglich sind auch viele Kunden weggelaufen, weil Qualität und Service schlechter wurden. Und Wettbewerber haben die Zeit genutzt, um sich in wichtigen Märkten besser zu positionieren.

Daher ist es besser, antizyklisch vorzugehen und Entscheidungen zu treffen, die vielleicht gerade gegen den Trend gehen. Im Folgenden beleuchten wir, wie Unternehmen in der Krise antizyklisch handeln können, um für die Zeit nach der Krise gewappnet zu sein und um sich im Wettbewerb nach vorne zu schieben.

Liquidität sichern

Wer in neue Produkte, Märkte, Kunden oder Mitarbeiter investieren will, braucht Geld. Wohl dem, der sich in den fetten Jahren ein finanzielles Polster angelegt hat. Das lässt sich jetzt zielgerichtet nutzen. Doch nicht alle Unternehmen stehen komfortabel da. Bei manchen wird es eng. Die Banken drücken sich um ihr Kerngeschäft – die Kreditvergabe. Trotzdem gibt es Gestaltungsspielraum. Wer seine grundsätzliche Wettbewerbsfähigkeit auch in schwierigen Zeiten nachweisen kann, wird eine Bank finden, die ihn unterstützt. Oder er nutzt alternative Finanzierungsformen.

Natürlich muss mit spitzem Bleistift gerechnet werden. Die Finanzen müssen sehr sorgfältig geplant werden:

Finanzplanung: Liquidität sichern und Kapitalbedarf bestimmen

Alle Budgets müssen auf den Prüfstand. Sinnvoll ist, die einzelnen Produkt- und Geschäftsbereiche zu analysieren, ihre Zukunftstauglichkeit einzuschätzen und zu entscheiden, wo gespart wird und wo investiert wird. Der Finanzbedarf unterm Strich sollte dann zu stemmen sein.

Prozesse optimieren und Working Capital Management betreiben

In guten Zeiten geht das Tagesgeschäft vor, die vielen Aufträge müssen abgearbeitet werden. Doch wenn weniger zu tun ist, ist die beste Gelegenheit, Prozesse zu optimieren, Unnötiges auszumisten, Abläufe zu vereinfachen und zu beschleunigen, klare Regeln zu schaffen und Aufgaben und Verantwortung eindeutig zuzuteilen:

Prozessorganisation: Prozesse planen, gestalten und optimieren mit Prozessmanagement

Besonders viel Verbesserungspotenzial findet derjenige, der sich seine Bilanz genauer anschaut. Umlaufvermögen und Bestände sind oft zu hoch, weil die Durchlaufzeiten lang sind. Forderungen werden nicht konsequent eingetrieben und Verbindlichkeiten nicht zum optimalen Zeitpunkt beglichen. Liquidität und Cashflow lassen sich verbessern, wenn Unternehmen ein aktives Working Capital Management betreiben:

Working Capital Management: Mit dem Geld sparsam umgehen

Krisenzeiten sind Aufräumzeiten. Das gilt für den eigenen Arbeitsplatz genauso wie für das gesamte Unternehmen.

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