Mass Customization Der Kunde gestaltet sein eigenes Produkt

02.02.2010 – Die Idee, die dahinter steckt, ist simpel und genial zugleich. Kunden entwerfen sich ihr eigenes Produkt, das die Unternehmen ihnen dann anfertigen. Beide Seiten – sowohl Kunde als auch Hersteller – profitieren von diesem Geschäftsmodell. Allerdings müssen die Voraussetzungen dafür im Unternehmen gegeben sein.
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Es gibt immer mehr Unternehmen, die dem Wunsch der Kunden nach Individualität gerecht werden (müssen). Die selbst zusammengestellte Schokolade, die Champagnerflasche mit eigenem Namen oder der personalisierte Fressnapf für den Hund – alles gibt es mittlerweile. Wenn Konsumenten etwas Besonderes suchen, möchten sie keine Massenprodukte mehr. Was heute zählt, sind individuelle Einzelanfertigungen. Ob als Geschenk oder für einen selbst – personalisierte beziehungsweise individuell entworfene Produkte kommen gut an. Deshalb wird die Nachfrage danach immer größer.

Prof. Dr. Frank Piller von der RWTH Aachen bestätigt das in einem Interview mit der Zeitschrift Trend and Style:

„Personalisierte Produkte haben ein großes Zukunftspotenzial und werden immer beliebter. [...] Dabei kommt es auf die Strategie und das Standing der Unternehmen an. Klassische Anbieter sehen individualisierte Produkte eher als Beweis ihrer Innovationsfähigkeit und weniger als Alternative zu etablierten Geschäftsmodellen.“

Start-up-Unternehmen setzen sich oft über eine solche Nische am Markt durch. Das zeigen uns Unternehmen wie mymuesli. Im Online-Shop von mymuesli können sich die Kunden ihr eigenes Bio-Müsli zusammenstellen. Gegründet wurde das Unternehmen 2007 von drei Studienfreunden in Passau. Die Idee war und ist Vorbild und Inspiration für viele andere Neugründungen im Bereich Mass Customization (myparfum, mybeans, mymelade, myphotobook) und wurde mehrfach ausgezeichnet.

Stichwort

Mass Customization (kundenindividuelle Massenproduktion) ist ein Produktionskonzept, in dem die Vorzüge der Massenproduktion (wie Skaleneffekte, Erfahrungskurvenvorteil, Automatisierung) genutzt werden. Gleichzeitig wird dem wachsenden Wunsch des Kunden nach Individualisierung seines Produktes nachgegangen.

Sich am Bedarf der Kunden orientieren

Die Kunden gewinnen immer mehr Macht am heiß umkämpften Konsumgütermarkt. Die Online-Shops im Internet verschärfen den Wettbewerb noch. Für die Unternehmen bedeutet das, sie müssen das anbieten, was der Kunde möchte. Und das sind derzeit individuell gestaltete Produkte. Auch von den Lieferanten werden daher individuelle Ausführungen gefordert.

Wer sich als Anbieter nicht nach den Kundenwünschen richtet, schadet sich selbst. Die Wechselbereitschaft der Kunden ist in den letzten Jahren größer geworden. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Hersteller ihren Kunden jeden Wunsch von den Augen ablesen und dann auch erfüllen.

Mass Customization vereint die Vorteile der Einzelanfertigung mit den günstigen Kosten der Massenfertigung. Aber eine Massenanfertigung von Produkten, die Konsumenten nach ihren speziellen Wünschen gestalten, ist nicht in allen Branchen möglich. Dazu kommt, dass die Vorteile der Massenproduktion nur realisiert werden können, wenn die Kunden in einem sehr begrenzten Maße in den Produktionsprozess eingreifen. Wie weit das Customization in der Mass Customization gehen soll, ist eine strategische Entscheidung. Sie hängt davon ab, welche Beweggründe hinter dem Wunsch der Kunden nach individueller Anfertigung stecken. Unterschiedliche Motive sind für unterschiedliche Arten von Anpassungen ausschlaggebend.

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