Green IT ist auf dem Vormarsch. Nach einer Untersuchung der Experton Group wird der Markt für energieeffiziente IT weiter stark wachsen. Im Untersuchungszeitraum 2007 bis 2010 im Schnitt um 66 Prozent. Allein in diesem Jahr sollen Firmen 5,86 Milliarden Euro in grüne Hardware investieren. Mit diesem Szenario stünden die folgenden Themen ganz vorn auf der Aufgabenliste der CIOs:
- Konsolidierung und Virtualisierung der Rechenzentren
- Einsatz von energiesparenden Servern und Storage-Systemen, aber auch PCs, Notebooks und Peripheriegeräten
- Einsatz effizienter Klimatechnik im Rechenzentrum
Dass Handlungsbedarf besteht, zeigen Berechnungen des Berliner Borderstep Instituts: Danach lag der Stromverbrauch von Servern und Rechenzentren in Deutschland 2008 bei 10,1 Terrawattstunden. Die damit verbundenen Stromkosten belaufen sich auf rund 1,1 Milliarden Euro. Somit sind hierzulande allein vier mittelgroße Kohlekraftwerke mit der Versorgung von Servern und Rechenzentren ausgelastet.
Investitionen in die grüne Informationstechnik amortisieren sich schnell
Beim Energiesparen helfen können unter anderem effizientere Rechenzentren. Den Analysten zufolge lasten viele Unternehmen ihre Server und Storage-Komponenten zu weniger als 40 Prozent aus. Konsolidierung verbunden mit Virtualisierung könnte die Anzahl der Systeme und damit den Stromverbrauch durch die Rechner sowie durch deren Kühlung reduzieren. Zwar hätten viele Unternehmen Server virtualisiert, doch treffe dies schätzungsweise nur auf 10 bis 15 Prozent aller Systeme in deutschen Rechenzentren zu. Wolfgang Schwab, Senior Advisor bei der Experton Group, sagt:
„Bei den Firmen wird ein Sinneswandel einsetzen, sobald die IT-Hersteller aussagekräftige Metriken zum Energieverbrauch ihrer Produkte liefern."
Eine von der Agentur durchgeführte Beispielrechnung für ein mittelständisches Unternehmen mit 900 Mitarbeitern zeigt die finanziellen Konsequenzen einer durch Virtualisierung möglichen Konsolidierung und durch den Einsatz von Green-IT-Komponenten. Die Experten errechneten – Anschaffungskosten für Neugeräte und Services eingerechnet – einen positiven kumulierten Cashflow ab dem dritten Jahr. Bei konstanten Energiepreisen würde es 32 Monate dauern, bis sich Virtualisierung und Green IT bezahlt machten. Der Einsparbetrag, so das Unternehmen, belaufe sich in einem Zeitraum von fünf Jahren auf rund 78.500 Euro. In einer Stellungsnahme von Experton heißt es dazu:
„Dabei wurden die stark vom Einzelfall abhängigen Vorteile durch einfachere Administration und höhere Verfügbarkeit einer virtualisierten Umgebung noch nicht quantifiziert. Würde man die zusätzlichen Vorteile durch eine virtualisierte Umgebung und Strompreissteigerungen von 20 Prozent einbeziehen, käme man auf Amortisationszeiten von deutlich unter 18 Monaten.“
Wie wichtig das Thema Energiesparen beim Einsatz von Informations- und Telekommunikationstechnologie mittlerweile geworden ist, beweist auch die diesjährige 24. Ausgabe der Computermesse CeBIT. Die sogenannte „Green IT World“ widmet sich nach 2008 zum zweiten Mal ökonomisch und ökologisch erfolgreichen Geschäftsmodellen. Die Veranstaltung steht auch im Zeichen massiv gestiegener Ausgaben für Energie und nicht zuletzt wachsender Kundenanforderungen hinsichtlich einer Corporate Responsibility.
Zahlungsbereitschaft für umweltfreundliche Geräte steigt trotz Krise
Fast 60 Prozent der Menschen sind bereit, für umweltfreundliche und energieeffiziente Hightech-Geräte einen höheren Preis zu zahlen. Jeder Fünfte würde beim Kauf von ITK-Produkten wie Rechnern, Druckern oder Handys über 10 Prozent mehr ausgeben, 4 Prozent der Verbraucher sogar über 20 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Hightech-Verband BITKOM. Im Februar 2009 hat das Marktforschungsinstitut Aris im Auftrag des BITKOM 1000 Personen über 14 Jahre befragt. „Die hohen Strompreise und die Diskussion über den Klimawandel haben bei vielen Verbrauchern zu einer dauerhaften, verstärkten Nachfrage nach umweltfreundlichen Hightech-Produkten geführt – auch in wirtschaftlich harten Zeiten“, sagte Martin Jetter, Mitglied des BITKOM-Präsidiums.
Laut Umfrage ist ein niedriger Energieverbrauch für 84 Prozent der Kunden ein wichtiges oder sehr wichtiges Kaufkriterium. 80 Prozent der Befragten legen einen großen Wert auf gute Umwelteigenschaften wie eine leichte Entsorgung. Die Bedeutung beider Kriterien hat sich im Vergleich zur Befragung vor einem Jahr sogar leicht erhöht – und das trotz völlig veränderter Wirtschaftslage. Als wichtigstes Kaufkriterium bei Hightech-Produkten nennen die meisten Verbraucher weiterhin die Bedienungsfreundlichkeit (für 91 Prozent „sehr wichtig/wichtig“, Vorjahr 90 Prozent), gefolgt von Service- und Garantie, Leistung und Preis (89-87 Prozent). „Umweltfreundlichkeit hat für Verbraucher beim Kauf von ITK-Geräten weiterhin fast die gleiche Bedeutung wie Leistung oder Preis“, sagte Jetter.
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