Social Business Unternehmer lösen gesellschaftliche Probleme

Teil 3: Social Business und Corporate Social Responsibility: Ähnlich und doch anders

Die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung durch Unternehmen kann auf verschiedene Arten passieren. Das Genesis Institute for Social Business an Impact Strategies fasst diese Formen unter dem Überbegriff „Social Impact Business“ zusammen. Im Einzelnen sind das:

  • Social Entrepreneurship,
  • Eco Business,
  • Social Investment Business,
  • Social Business,
  • Corporate Social Responsibility (CSR).

Stichwort

Social Business meint ein Konzept, mit dem durch unternehmerisches Handeln soziale und ökologische Probleme gelöst werden und alle daran Beteiligten fair entlohnt werden. Es unterscheidet sich vom normalen unternehmerischen Handeln durch folgende Kriterien:

  • Seine Zweckbestimmung ist ausschließlich auf die Lösung wichtiger sozialer Probleme ausgerichtet.
  • Die Investoren verzichten auf Dividenden für ihre Einlagen.
  • Gewinne werden in den Gründungszweck des Social Business reinvestiert.

Die Gründer und Initiatoren können dabei unterschiedliche Ziele verfolgen. Mit ihrem Engagement wollen die einen bestehende Organisationen oder Unternehmen sozial- und umweltverträglicher ausrichten; sie arbeiten in bestehenden Systemen. Andere sind echte Innovatoren: Sie gehen ein hohes Risiko ein, entwickeln neue Systeme und müssen dafür Sponsoren finden. Die folgende Übersicht zeigt vier idealtypische Formen des gesellschaftlichen Engagements auf.

Es gibt unterschiedliche Formen, sich gesellschaftlich zu engagieren [Quelle: Ashoka Fellows]

Das Konzept Eco Business versucht Ökonomie und Ökologie miteinander zu versöhnen. Begründer dieses Managementansatzes ist der Hamburger Unternehmer Georg Winter, der schon 1984 den Bundesdeutschen Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M. e.V.) ins Leben rief.

Social Investment Business erlaubt – und damit weicht dieser Ansatz von der Social-Business-Definition von Muhammad Yunus ab – eine begrenzte Verzinsung des eingesetzten Kapitals für die Social Investors. Diese Beispiele zeigen, dass es durchaus gelingen kann, gesellschaftliche Aufgaben anzugehen und zu lösen und die Interessen der Kapitalgeber an einer angemessenen Rendite zu befriedigen.

Ist Corporate Social Responsibility das Social Business der etablierten Großunternehmen

Was aber unterscheidet Social Business von dem Konzept Corporate Social Responsibility (CSR)? Eine Definition der Europäischen Kommission betont die Freiräume bei der Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung durch Unternehmen. Danach ist CSR:

„[…] ein Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu integrieren.“

Bereits in dieser Definition zeigt sich der Unterschied zu Social Business, wie ihn auch das Bonner Institut für Mittelstandsforschung (IfM) in seiner aktuellen Studie „Wirtschaftspolitische Ansätze zur Unterstützung von Corporate-Social-Responsibility-Aktivitäten“ herausgearbeitet hat. Obwohl sowohl Social Business als auch CSR ein Engagement für die Gesellschaft anstreben, geschieht dies doch bei beiden Ansätzen aus unterschiedlichen Beweggründen heraus. Den Autoren der Studie zufolge nehmen sich die etablierten Unternehmen mit ihren Aktivitäten zur Corporate Social Responsibility durchaus gesellschaftlicher Probleme an. Doch meistens gehe es dabei um Probleme, die sich negativ auf die eigene Geschäftstätigkeit auswirken könnten. Der eigentliche Motor sind also das unternehmerische Kalkül und der Eigennutz. Ziel ist es, das eigentliche, profitorientierte Kerngeschäft abzusichern.

Ganz anders kommt das Konzept des Social Business daher: Hier werden Unternehmen gerade deswegen gegründet, um gesellschaftliche Herausforderungen beziehungsweise Problemstellungen zu lösen – die Lösung dieser Konflikte ist also Zweck und Motor des Social Entrepreneurs. Beim Social Business kommt es nicht auf die zahlreichen internen und externen Beziehungen der Unternehmen an, die CSR gerade deshalb erst betreiben, weil sie auf einen Ausgleich der eigenen Interessen mit denen ihrer Stakeholder wie Kunden, Lieferanten oder auch Mitarbeiter abzielen. Die IfM-Studie formuliert es so:

„CSR dient somit letztlich dazu, durch Anpassung des unternehmerischen Geschäftsgebarens ein reziprokes Verhalten bei den Stakeholdern zu bewirken. Es ist dabei der ökonomische Wert wechselseitiger und guter, das heißt möglichst konfliktfreier Beziehungen des Unternehmens zu den Stakeholdern, der die betriebswirtschaftliche Begründung für einen CSR-Einsatz liefert.“

In Zeiten einer von Massenmedien dominierten Informationsgesellschaft besteht die Gefahr, dass CSR-Aktivitäten auch und nicht selten gerade nur deshalb stattfinden, um als öffentlichkeitswirksame und imageträchtige Werbemaßnahme mediale Aufmerksamkeit zu erlangen.

(keine Bewertung)  Artikel bewerten