1. Motive (Strategie)
Vision, Exzellenz, Begeisterung – diese drei Facetten sind wichtig, wenn es um die Strategie eines Unternehmens geht. Bereits Gotthold Ephraim Lessing wusste:
„Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht noch immer geschwinder als jener, der ohne Ziel umherirrt.“
Es liegt also am Unternehmer, die persönlichen Motive mit der Vision des Unternehmens zu verknüpfen, damit etwas ganz Besonderes daraus entstehen kann. Eine Exzellenz, die Führungskräfte fasziniert, Mitarbeiter ansteckt und Kunden begeistern wird. Zentrale Fragen für Sie als Unternehmer dazu lauten:
- Können Sie die Vision Ihres Unternehmens spontan in einem Satz zusammenfassen?
- Haben Sie eine konkrete Vorstellung von der verfolgten Strategie und den angepeilten Zielen?
- Wie gehen die Menschen in Ihrem Unternehmen miteinander um?
- Welchen Draht haben Vorgesetzte zu ihren Mitarbeitern? Welche Rolle spielen die Kunden?
Stimmen die Motive beziehungsweise die Strategie, entwickeln Unternehmen ihren eigenen Weg zur Exzellenz.
2. Klarheit (Steuerung)
Der US-amerikanische Ökonom Peter Drucker ist davon überzeugt:
„Nur was ich im Unternehmen messen kann, das kann ich auch steuern und managen.“
Damit die Zahlen stimmen, ist es immens wichtig, aus der Unternehmensstrategie ein System klar messbarer kurz-, mittel- und langfristiger Ziele abzuleiten. Das bringt viele Vorteile: Unternehmer und Führungskräfte sehen ihre Ziele wie auf einer Landkarte vor sich und steuern das Unternehmen wie aus einem Cockpit. Durch diesen Blick von oben können Erfolge klar analysiert (und gefeiert) werden. Auch ein Großteil der Unternehmenskrisen lässt sich durch eine aussagefähige und konsequente Steuerung frühzeitig erkennen und erfolgreich vermeiden. Als ergebnisorientierte Steuerung des Unternehmens ist Controlling Chefsache, gibt es dem Unternehmer doch genau die Informationen an die Hand, die er braucht, um Prozesse, Projekte und Abläufe zu planen, zu koordinieren und zu kontrollieren. Controlling im Sinne einer bewussten Unternehmensführung ist aber noch mehr: Es ist ein auf Vertrauen basierendes „Controlling-Denken“ in den Köpfen aller Mitarbeiter im Unternehmen, das eben nicht nur der Unternehmer oder der Controller verinnerlicht haben sollten, sondern jeder Mitarbeiter in seinem Arbeitsumfeld.
3. Ordnung (Management)
Im Management geht es in der konkreten Umsetzung um alle Tätigkeiten, die dafür sorgen sollen, dass die definierten Unternehmensziele mit einem möglichst geringen Aufwand an Zeit und Geld erreicht werden können. Das funktioniert umso besser, je intelligenter das Unternehmen organisiert ist. Wenn jeder genau weiß, an welcher Stelle er welche Aufgaben zu erfüllen hat, und darüber hinaus so vernetzt denkt und handelt, dass er über seinen eigenen Schreibtisch hinaus das gesamte Unternehmen im Blick behält, halten Unternehmen ihren Kurs auch bei stürmischem Wetter. Oder wie es der schottisch-kanadische Entecker Sir Alexander MacKenzie formulierte:
„Die Ablehnung, Unwichtiges zu tun, ist eine entscheidende Voraussetzung für den Erfolg.“
Wichtig ist, dass alle Mitarbeiter einen sehr hohen Qualitätsanspruch verinnerlicht haben und wissen, wie sich dieser Anspruch zügig und kostenbewusst verwirklichen lässt. Je besser die Organisation gestaltet wird, je wirksamer das Qualitätsmanagement funktioniert und je besser Aufgaben mit einem klugen Projektmanagement umgesetzt werden, desto kostengünstiger lassen sich gute Leistungen anbieten und desto größer ist auch der wirtschaftliche Erfolg. Gesunde Unternehmen zeichnen sich durch die richtige Balance zwischen Attraktivität (Innovationen, Marketing, Motivation und Investitionen) und System (Ordnung, Organisation, Einfachheit und Sparsamkeit) aus. Sie halten ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Veränderung (Innovation und Kreativität) und Ordnung (Struktur und Umsetzung). Diese Unternehmen sind auf dem richtigen Weg – sie bieten zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Dinge zu richtigen Preisen an, sind effektiv und effizient.
4. Seele (Führung)
Führung ist kein Kampfsport und keine Kunst, sondern das Ergebnis der Arbeit integerer, ehrlicher, verantwortungsvoller und ethisch handelnder Menschen. Grundlage der Führung ist nicht Kompetenz, sondern Charakter. Deshalb ist Führung ein lebenslanger Lernprozess, der eine ebenso lebenslange Schulung des eigenen Charakters mit sich bringt, auf ideale Weise durch eine intensive Reflektion der eigenen Führungserfahrung. In der Praxis beginnt exzellente Führung mit der Einstellung der richtigen Mitarbeiter, wobei immer gilt: Im Zweifelsfall entscheidet die gemeinsame Werte-Ebene über eine Einstellung, und nicht das besondere Know-how eines Kandidaten.
Wenn diese Basis stimmt und eine ehrliche Kultur der gegenseitigen Wertschätzung gelebt wird, dann sind die Mitarbeiter von sich aus motiviert und müssen nicht motiviert werden. Ein weiterer wichtiger Punkt kommt hinzu: Weil auf Dauer nur körperlich und seelisch gesunde Mitarbeiter motiviert und leistungsfähig sind und bleiben, wird zukünftig in Unternehmen ein Gesundheitsmanagement einen höheren Stellenwert haben müssen. Hier muss sich ein zentraler Einstellungswandel vollziehen. Nicht derjenige ist besonders leistungsfähig, der mit der größten Ausdauer im Büro und in Konferenzen sitzt, sondern derjenige, der seine Leistung punktgenau bringt und dabei entspannt und bewegt bleibt.
Grundvoraussetzungen für gute Führung sind Glaubwürdigkeit, Authentizität und der Wille, ein gutes Vorbild zu sein. Jeder, der sich in verantwortungsvollen Positionen befindet, weiß, wie schwer die Erfüllung dieser Voraussetzungen ist. Da Führerschaft von der individuellen Persönlichkeit abhängt, ist es nicht verwunderlich, dass Führerpersönlichkeiten jeweils ihre individuelle Note haben. Sie sind verschieden und wirken verschieden auf andere Menschen. Was sie trotz aller Individualität aber einen sollte, ist ihre Verpflichtung gegenüber den Werten, für die sie einstehen und gegenüber den Menschen, für die sie verantwortlich sind. Führung hat immer mit Verantwortung zu tun und mit dem damit verbundenen Willen, die Zukunft sinnvoll zu gestalten.
Hinweis
Vom Autor ist auch das Buch UnternehmenrEnergie: Die Praxis der Unternehmensführung erschienen.
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