Unternehmensvision Wofür Unternehmen eine Vision brauchen und wie sie diese entdecken

Teil 4: Wenn Visionen sich auflösen

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Bei aller Begeisterung für grundlegende Werte und anspruchsvolle Ziele – sie sind kein Garant für den Erfolg eines Unternehmens. Für jedes Unternehmen kann ein Moment kommen, indem die eigene Vision nicht mehr in die eigene Welt der Kunden und Wettbewerber passt. Ford hat das Automobil zu einem Massenprodukt gemacht und ist nur wenige Jahre später (nach 1930) gegenüber General Motors ins Hintertreffen geraten. Auch die Kultfirma Apple war vor vielen Jahren mit ihrem Anspruch, einen Computer für Jedermann zu bauen, am Ende, nachdem Microsoft die grafische Oberfläche (Windows) kopierte. Karstadt revolutionierte vor Jahrzehnten das Einkaufen der Bundesbürger und ist heute pleite.

Manche Unternehmen verlieren ihre Werte oder den Zweck ihres Bestehens – weil sie niemand mehr braucht. Dann beginnt ein sehr schwieriger Transformationsprozess. Das Unternehmen muss sich neu erfinden (wie Apple) oder es geht eben pleite. Manches Mal schlüpft aus der Insolvenzmaße ein neuer Schmetterling am Unternehmerhimmel.

Eine starke Vision schützt auch nicht vor Übernahmen. Treffen dabei aber zwei grundsätzlich verschiedene Organisationen mit anderen Werten und Zwecken aufeinander, dann tun sie sich mit dem Zusammenwachsen sehr schwer. Schlaue Manager versuchen das auch gar nicht. Sie schaffen nur eine übergeordnete Struktur (Holding), in der jeder Teil immer noch seine eigene Vision pflegen und leben kann. Nach und nach gelingt es vielleicht, gemeinsame Werte und Zwecke zu entdecken, ins Bewusstsein zu rücken und im Alltagshandeln aller Mitarbeiter zu verankern. Dann können auch ehedem unterschiedliche Unternehmen zu einem zusammenwachsen.

Es gibt auch Firmenübernahmen, wo sich die Manager wenig um die Vision des anderen Unternehmens geschert haben. Auch das kann funktionieren. Da wird dann eben die Vision des anderen Unternehmens – so es denn überhaupt eine hatte – über Bord geworfen. Es heißt lapidar: Ihr gehört ab heute zu uns. Basta! In der Folge wird ein Teil der Mitarbeiter des übernommenen Unternehmens sich mit den neuen Zuständen anfreunden. Die müssen ja gar nicht so schlecht sein. Sie übernehmen die neuen Werte. Ein anderer Teil wird dem Alten nachtrauern, aber letztlich doch seine Arbeit tun. Und ein dritter Teil wird das Unternehmen verlassen und sich ein neues suchen, das zu den eigenen Überzeugungen und Werten passt.

Hinweis

Wie Sie für Ihr Unternehmen oder Ihre Organisation eine konkrete Vision oder Mission entdecken und entwickeln, erfahren Sie in dieser Lösungshilfe:

Vision und Mission: Selbstverständnis entwickeln und allen Mitarbeitern Orientierung geben

Quelle: James C. Collins und Jerry I. Porras: Building Your Company’s Vision, Harvard Business Review, 1996

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