Viele Gewerbetreibende oder kleinere Unternehmen nehmen es nicht so genau mit dem Nachfassen auf ein konkretes Angebot. Sie meinen stattdessen, der potenzielle Kunde werde sich schon melden, wenn er Interesse hat. Ein gefährliches Unterfangen, denn gerade wenn es von der Auftragslage her schwierig ist, kann diese Trägheit mitunter zur Firmenpleite führen. Doch selbst wenn dieses Verhalten erst einmal keine negativen Konsequenzen hat, generieren diese Unternehmen mit einer solchen Auftragsakquise nach dem Prinzip Zufall nicht gerade viel Umsatz.
Sie erreichen damit weder eine gleichmäßige Auslastung ihres Betriebs, noch sorgen sie dafür, dass sich die gewonnenen Aufträge wirklich lohnen. Fehlen Aufträge, steigt der Druck. Umso größer wird dann bei vielen die Bereitschaft, Aufträge um jeden Preis anzunehmen, oftmals zu solchen Preisen, die sich von Anfang an nicht lohnen. Obwohl gerade kleineren Unternehmen oft bewusst ist, dass sie zu wenig über ihre Kunden wissen, scheuen sie sich, aktiv auf diese zuzugehen, um neue Aufträge an Land zu ziehen. Eine Ursache: Sie möchten nicht den Eindruck erwecken, sie seien „Klinkenputzer“.
Ähnliches gilt auch für das Nachfassen auf ein Angebot. Weil sie sich ausrechnen können, dass potenzielle Kunden bei mehreren Anbietern Angebote einholen, haben sie Angst vor der Aussage: „Ihr Angebot ist in Ordnung, aber leider ist Ihr Preis höher als der Ihrer Mitbewerber.“ Dann fürchten sie, aufgrund mangelnder Argumente entsprechende Zugeständnisse machen zu müssen.
Dass viele Gewerbetreibende und kleinere Unternehmen beim Nachfassen von Angeboten in diese Klemme geraten, hat folgende Ursache: Sie wissen meist zu wenig über ihre Kunden und das, was sie möchten. Zwar sammeln sie beim Bedarfscheck reichlich technische Infos, ermitteln aber nicht, wie wichtig dem Kunde neben dem Preis andere Bedingungen beziehungsweise Serviceleistungen sind, zum Beispiel die Garantie, dass ein bestimmter Termin auch eingehalten wird.

