Herr Brauner, Herr Wacha, Veränderungen sind in den meisten Unternehmen an der Tagesordnung. Ob es darum geht, Strukturen und Abläufe anzupassen oder aus zwei Unternehmen eines zu machen. Eine besondere Herausforderung ist das allerdings im Vertrieb. Gibt es hier speziell veränderungsbedürftige Branchen?
Wacha: Es gibt durchaus Branchen, in denen es fundierter Change-Management-Projekte bedarf. Dabei handelt es sich um jene, bei denen sich gerade grundlegende Prämissen am Markt verschieben. Banken etwa haben momentan mit einem immensen Vertrauensverlust zu kämpfen. Angeheizt wird dies zusätzlich noch von Meldungen wie dem Finanztestvergleich, wonach fast alle Filialbanken „mangelhaft“ beraten. Hinzu kommen der technologische Wandel und ein immer intensiverer Wettbewerb wie zum Beispiel durch Online-Konkurrenten. Auch die Pharmaindustrie kämpft an vielen Fronten gleichzeitig: gesetzliche Beschränkungen, Preisbindung, Vertriebskonkurrenz durch Internet-Apotheken oder auch Finanzprobleme bei den Kassen.
Ein weiteres Beispiel ist die relativ junge Branche der Erneuerbaren Energien, die ebenfalls lernen muss, mit dem ständigen Wandel ihrer Marktbedingungen umzugehen. Da trifft internationaler Konkurrenzdruck auf interne Strukturschwierigkeiten. Viele Unternehmen der Branche sind zum Beispiel sehr schnell gewachsen und müssen sich diesem Wachstum nun auch intern erst anpassen, ohne dabei die Unternehmenskultur oder die Bedürfnisse von Mitarbeitern zu vernachlässigen.



