Während auf der Verantwortungsebene weitgehend Einigkeit herrscht, bestehen bei den Methoden zur Kundenwertanalyse noch sehr unterschiedliche Meinungen. Den größten Zuspruch genießt die ABC-Analyse, gefolgt vom Customer-Lifetime-Value-Ansatz. Zwei von fünf der Sales- und Marketingprofis bewerten diese Methoden aus Sicht ihrer individuellen Unternehmenspraxis als am hilfreichsten. Auch die Scoring-Analyse und Kostenbeitragsrechnung finden zumindest in jedem vierten Fall Akzeptanz bei den Praktikern.
Diese unterschiedlichen Einschätzungen resultieren möglicherweise nicht nur aus den verschiedenen Vertriebsstrukturen und Zielgruppen der befragten Unternehmen, sondern auch daraus, dass Kundenwertanalysen noch längst nicht zu einem Selbstverständnis geworden sind und demzufolge noch fachliche Defizite bestehen. Denn 58 Prozent geben an, dass es ihnen noch an methodischen Kompetenzen mangelt. Sie zu verbessern stellt nach eigenen Aussagen der Befragten eine der wesentlichen Herausforderungen im Zusammenhang von Strategien für das Kundenwertmanagement dar.
Eine weitere Problemstellung stellt für ähnlich viele Befragten die Integration der Wertanalysen in die CRM-Prozesse dar. Aber auch die Problematik des Datenschutzes infolge rechtlicher Beschränkungen bei der Speicherung kundenbezogener Daten und die Definition optimaler Bewertungskriterien werden von jedem zweiten Unternehmen als eine noch zu lösende Aufgabe angesehen. Kundenwertorientierte Maßnahmen zur Vertriebsunterstützung zu entwickeln wird hingegen nur von einer Minderheit als besondere Herausforderung gewertet. ec4u-Vorstand David D. Laux fasst die Ergebnisse der Erhebung zusammen:
„Über die strategische Ausrichtung besteht ein weitgehender Konsens, aber wie die Unternehmen zum Ziel gelangen können, ist vielfach noch nicht ausreichend klar.“
Dass Kundenwertmanagement im Vertrieb deutlich stärker in den Vordergrund gerückt ist, hat für Laux allerdings auch eine pragmatische Logik:
„Wird mit Kundenwerten gearbeitet, lassen sich die bestehenden Ressourcen deutlich gezielter einsetzen und die Kundenbindung kann gestärkt werden.“
Dies setze aber neben einer klaren methodischen Basis auch unbedingt eine Abbildung des Kundenwertmanagements im CRM-Umfeld voraus, erläutert er hinsichtlich der erfolgskritischen Anforderungen.
Quelle: denkfabrik groupcom GmbH