Am Eingang begrüßt ein sportlicher junger Mann im Fitness-Outfit die Teilnehmer. In der Vorhalle angekommen gibt es Bananen, Wasser, Kaffee, Tee und Säfte im Angebot, wie es sich für einen "Verkaufsmarathon" gehört. Die Stimmung ist gut und die Zuschauer wirken (noch) entspannt. Sie plauschen ein wenig, während sie in freudiger Erwartung sind, was die nächsten zwölf Stunden bringen werden.
Aus den verschiedensten Bereichen möchten Menschen an diesem Tag erfahren, wie sie ihre Produkte oder Dienstleistungen besser an den Mann bringen können. Es tummeln sich Mitarbeiter von Sparkassen, Parfümerien, Reinigungstechnik, Deutsche Post, Ernährungsberatung sowie Sportbekleidung. Sogar Zahnärzte und Zahntechniker möchten in Sachen Verkauf geschult werden.
Auch Arthur Baumann, Director of International Business Development bei Avira, freut sich auf das Verkaufstraining. Er erwartet, dass er viel für sich mitnehmen kann, und hat keinerlei Zweifel, dass sich diese Erwartungen nicht erfüllen könnten:
"Ich erwarte von diesem Training positive Energie, Tipps zur Selbstreflexion sowie Kommunikations- und Motivations-Tools."
Am Ort des Geschehens, in der Halle des Casinos in der Zeche Zollverein, ist es recht dunkel, die Beleuchtung schafft die richtige Atmosphäre für ein solches Event der Superlative. Der hohe nahezu ausverkaufte Saal wirkt wie eine Konzerthalle und als dann gleich zu Beginn die Musicaldarstellerin Deborah Woodson ein Lied anstimmt, ist die Inszenierung perfekt. Frauen und Männer lassen sich mitreißen und klatschen im Takt mit. „Was für ein Auftakt“, ruft neben mir der Teilnehmer mit der Startnummer 356.
Nachdem Deborah Woodson mit den zwei Liedern zur Einstimmung fertig ist, begrüßt die ZDF-Sprecherin Stefanie Mau die Teilnehmer. Sie moderiert den Event, der auch für sie „eine absolute Premiere und ein Abenteuer“ ist.
Dann endlich erscheint der Hauptakteur des Tages mit einem Aktenkoffer auf Rollen auf der Bühne. Hans-Uwe L. Köhler bezeichnet sich selbst als besten Verkaufstrainer. Mit seiner neuartigen Idee eines 12-Stunden-Verkaufstrainings möchte er ein Ereignis kreieren, das so stark bei den Menschen hängen bleibt, dass sie die Strahlkraft dieser Veranstaltung mit in die Zukunft nehmen können. Er ist überzeugt:
„Wir leben in einer Zeit, die Sehnsucht nach Ideen hat.“
Vor einer riesigen Leinwand, auf der die Charts der Präsentation zu sehen sind, steht Köhler und zeigt sein rhetorisches Können. In „Köhlers Welt“ passiert Einiges, was er als praktisches Beispiel heranzieht, um seine Thesen zu verdeutlichen. Aber was so locker rüber kommt und mit vielen humorvollen Anekdoten und Kommentaren untermalt ist, bedeutet für Köhler eine extrem lange Vorbereitungszeit.


