Arbeit 4.0Künstliche Intelligenz revolutioniert die Arbeit

Befreit uns künstliche Intelligenz von den Mühen der Arbeitswelt? An dieser Frage scheiden sich die Geister.

Das Industriezeitalter ersetzte die Muskelkraft des Arbeiters durch Maschinen. Im digitalen Zeitalter wird auch noch sein Gehirn ersetzt. Dafür sorgt die künstliche Intelligenz (KI). Sie ist der „Geist“, der in Suchmaschinen, im Google-Übersetzer, im Google-Spracherkennungsprogramm, in selbstfahrenden Autos, Schachcomputern und vielen anderen Digitalsystemen steckt. Alles, was mit „smart“ bezeichnet wird, wie smart home, smart factory oder smart mobility, ist ein Stück KI. Das selbstfahrende Auto steht als Paradebeispiel.

Mit der künstlichen Intelligenz steht uns eine digitale Revolution bevor, die ein neues Kapitel der menschlichen Zivilisationsgeschichte einleitet. Stephen Hawking, Bill Gates und Tesla-Gründer Elon Musk warnen vor den möglichen Folgen intelligenter Maschinen. Andere warnen vor solchen Warnungen, denn die KI sei noch weit davon entfernt, intelligent zu sein. Sie wird keine Gefühle, wie Hass oder Liebe, erzeugen und verarbeiten können. Wir befinden uns noch im Stadium der schwachen KI, weit entfernt von einer starken KI. Das hindert aber die Großen der Branche, wie Google oder Amazon, und mithin das ganze Silicon Valley, nicht daran, Programme und Geschäftsmodelle zur KI zu entwickeln. Google-Chef Sundar Pichai sagt hierzu: „Künstliche Intelligenz ist der Kern von allem, was wir tun.“

Deep Learning – ein „digitales Perpetuum mobile“

Auf den Wegweisern der digitalen Businesswelt steht der Begriff „Deep Learning“. Ihn wird man sich merken müssen. Hinter Deep Learning steckt die Idee, dass ein Computer auf der Grundlage von Beispielen und Erfahrung ein Software-Programm selbst schreibt. Ein Beispiel dafür ist der PKW-Roboter von Google. Nach einigen Millionen abgefahrener Kilometer hat er seine Aufgaben selbständig gelernt. Der SPIEGEL spricht hinsichtlich der KI von einem „digitalen Perpetuum mobile“.

KI drängt weiter in unsere Arbeitswelt. Buchhalter, Lagerarbeiter oder Maschinenbediener werden von Robotern ersetzt, die niemals ermüden und ständig dazulernen. Die Professoren Osborne und Frey (Oxford) meinen, dass 18 Millionen US-Arbeitnehmer in Berufen arbeiten, die in den nächsten 10 bis 20 Jahren „informatisiert“ werden könnten. Für Deutschland wurden vom Mannheimer Arbeitsmarktexperten Holger Bonin (ZEW) fünf Millionen errechnet. Experten prognostizieren das Ersparnispotenzial in den etablierten Branchen auf 14 bis 33 Billionen Dollar.

Dank Künstlicher Intelligenz von 600 auf zwei Mitarbeiter

Wie immer in solchen Stadien epochaler Umbrüche gibt es Pessimisten und Optimisten. Da sind einerseits diejenigen, die schlimme Folgen für Jobs und Einkommen befürchten, und andererseits all jene, die, vom digitalen Gold geblendet, in der KI-Goldgrube schürfen wollen oder eine von Mühsal befreite Arbeitswelt besingen. Der industrielle Fortschritt war stets von Klageliedern der Betroffenen begleitet. „Der menschliche Bediener verschwindet aus allem, was sich bewegt“, sagt der KI-Pionier Frank Chen. Dank KI wird bei Goldman Sachs die Arbeit von ehemals 600 Parketthändlern nun von zwei Mitarbeitern erledigt. Um gesellschaftliche Großprobleme zu vermeiden, gründeten die Großen der IT-Branche einen Ethikrat.

Wie schon häufiger in der Wirtschaftsgeschichte werden Arbeitsplätze verschwinden, aber an ihre Stelle neue treten, meinen die Optimisten. Sie machen darauf aufmerksam, dass Länder mit der höchsten Roboterdichte, wie Japan, Südkorea und Deutschland, relativ wenig Arbeitslosigkeit haben. Wie lange wird es so bleiben? Die Pessimisten entgegnen, dass neue Technologien eine gewisse Zeit benötigen, bis sie ihre volle Wirksamkeit entfaltet haben. Dann aber kann es auf dem Arbeitsmarkt ungemütlich werden. Wen wundert es, dass die Themen Grundeinkommen und Maschinensteuer in letzter Zeit erneut diskutiert werden. Wir können uns auf interessante Diskussionen einstellen.

Dazu im Management-Handbuch

Ähnliche Artikel

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren
OK