ArbeitgeberrankingBei welchen Unternehmen die Chemie stimmt

Laut einer aktuellen Umfrage fühlen sich Führungskräfte in der Chemiebranche bei Familienunternehmen am wohlsten. Dieser Trend zeichnete sich auch schon in den letzten Jahren ab. Generell schlechter als im Vorjahr bewerten die Mitarbeiter die Unternehmensstrategie, die Unternehmenskultur, die persönliche Befindlichkeit sowie die Arbeitsbedingungen.

Boehringer Ingelheim, Beiersdorf und Wacker-Chemie sind bei den Führungskräften aus der Chemie die Top-Adressen. Für die meisten der gelisteten Unternehmen - darunter etwa die BASF, Bayer, B.Braun Melsungen, Celanese, Nycomed, Roche Diagnostics und Schott - gab es wenig Bewegung im Ranking. Gewinner ist zum siebten Mal in Folge Boehringer. Das Unternehmen ist in Familienhand und ist möglicherweise deshalb so beliebt bei den Führungskräften. Auf den Plätzen zwei und drei sind ebenfalls familiengeführte Unternehmen: Beiersdorf und Wacker Chemie.

Im Ranking verbesserten sich Beiersdorf (von Platz 5 auf Platz 2), Lyondellbasell (von Platz 10 auf Platz 7), Lanxess (von Platz 17 auf Platz 12) und DuPont (von Platz 19 auf Platz 13). Merck fiel ebenso zurück (von Platz 3 auf Platz 8) wie Solvay (von Platz 13 auf Platz 17), Ciba (von Platz 18 auf Platz 22) und Clariant (von Platz 20 auf Platz 24). Die schon im letzten Jahr in der Schlussgruppe zu findenden Unternehmen Nycomed, Celanese, Ciba und Clariant wurden erneut schlecht bewertet.

Die Umfrage enthält Fragen zu

  • Unternehmensstrategien,
  • der Unternehmenskultur,
  • Arbeitsbedingungen,
  • persönlichen Befindlichkeiten und
  • der Motivation.

Unabhängig vom Unternehmen wurden die ersten vier Kategorien schlechter bewertet als 2007. Die erstmals abgefragte Motivation erhielt nach den Arbeitsbedingungen die schlechteste Bewertung. Jeder vierte Befragte bewertete seine Arbeitsbedingungen als mangelhaft oder ungenügend. Fast genauso viele gaben der Unternehmensstrategie diese Noten.

Im einzelnen kritisch beurteilt wurden wieder die Personalentwicklung in den Unternehmen, das Verhältnis Mitarbeiterinteressen und Anteilseignerinteressen sowie die Bonussysteme mit Zielvereinbarungen. Auch die "Informationen über Aufstiegsmöglichkeiten im Unternehmen" kamen schlecht weg.

Positiv merkten die Führungskräfte die wenigen Mobbingfälle und das gute Betriebsklima im persönlichen Umfeld an. Sie äußerten mehrheitlich, nach wie vor gerne zur Arbeit zu gehen.

Bei der Befragung wurde zudem ermittelt, ob die Unternehmen im letzten Jahr Maßnahmen zur Klimaverbesserung eingeleitet haben. Nur 42 Prozent der Beteiligten antworten mit Ja. In den Unternehmen, die Maßnahmen ergriffen haben, wurden alle Fragen des Fragebogens positiver (durchschnittlicher Mittelwert 2,84) beantwortet. Bei den Anderen ist die Stimmung deutlich schlechter (durchschnittlicher Mittelwert 3,52).

Zur Umfrage:

Die vom Verband angestellter Akademiker und leitender Angestellter der chemischen Industrie (VAA) zum siebten Mal durchgeführte Befragung ermittelte die aktuelle Stimmung von knapp 2.000 außertariflichen und Leitenden Angestellten in 24 größeren Chemie- und Pharmaunternehmen mit etwa 250.000 Beschäftigten.

[po; Quelle und Grafik: VAA Verband angestellter Akademiker; Bild: Fotolia.com]

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