ArbeitsweltmonitorMitarbeiter wünschen sich mehr persönliche Rückmeldung

Die meisten Beschäftigten in den Unternehmen sind mit ihrem Arbeitsumfeld zufrieden. Ausstattung am Arbeitsplatz und Aufgaben passen zusammen, Führungskräfte haben ein offenes Ohr und die Arbeit ist zu bewältigen. Doch viele fühlen sich auch gestresst und vermissen vor allem die Rückmeldung zu ihrer eigenen Arbeitsleistung.

Das Arbeitsumfeld spielt eine wichtige Rolle, wenn es um die Motivation der Mitarbeitenden in den Unternehmen geht. Ein Forscherteam um den Saarbrücker Personalwirtschaftler Professor Christian Scholz untersucht seit 2006 in monatlichen Befragungen, wie Beschäftigte ihre Arbeitswelt sehen und empfinden. Die neueste Befragung vom Dezember 2007 befasst sich mit der Frage: Ist das Arbeitsumfeld ein Motivationsfaktor?

Die wichtigsten Ergebnisse sind:

  • 70 Prozent der Mitarbeiter fühlen sich über die generellen Ziele des Unternehmens ausreichend informiert.
  • 55 Prozent wissen Bescheid über die konkreten Herausforderungen, vor denen ihr Unternehmen steht.
  • 62 Prozent können dies auch für den eigenen Arbeitsbereich bestätigen.

Die Saarbrücker Forscher werten dies als positiv: Denn hier stimmen die Faktoren, die laut Herzberg als Hygiene-Faktoren generell Leistung ermöglichen. Doch diese Leistungsbereitschaft wird nicht abgerufen. Der Grund: Fast zwei Drittel der Beschäftigten meinen, dass sie keine angemessene Rückmeldung zu Qualität der eigenen Leistung und zum eigenen Zielerreichungsgrad erhalten.

Mitarbeitern sind mit Arbeitsbedingungen zufrieden, hätten aber gerne etwas mehr Freiräume

Die Mitarbeiter sind im Allgemeinen mit ihren Arbeitsbedingungen zufrieden:

  • 78 Prozent der Mitarbeiter sind der Meinung, dass die Ausstattung ihres Arbeitsplatzes mit Arbeitsmaterialien vollkommen ausreichend ist.
  • Ebenso empfinden 61 Prozent der Befragten, dass ihr Arbeitsumfeld gut auf ihre Tätigkeit zugeschnitten ist.
  • Etwas weniger Zustimmung gibt es hinsichtlich der vom Unternehmen zugestandenen Freiräume. Nur 46 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass sie genug Autonomie haben, um wirklich das zu machen, was sie auch am besten können.

Gute Leistung anerkennen!

An vielen Stellen wird sichtbar, dass die Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen im Allgemeinen recht zufrieden sind – aber nicht unbedingt mit ihrer eigenen Situation. Immerhin meint mehr als die Hälfte der Befragten, dass ihre Führungskraft immer offen für Verbesserungsvorschläge und Ideen ist. Im Ernstfall genauso wichtig: Die Führungskraft steht hinter ihnen, wenn Probleme auftauchen.

Nur mit dem Loben oder einer konstruktiven Rückmeldung tun sich viele schwer. Hier ist nur noch rund ein Drittel der Befragten mit den Vorgesetzten im eigenen Unternehmen zufrieden.

Arbeitsdruck nicht zu Stress werden lassen!

Von Arbeitsdruck und Stress sind rund 41 Prozent der Beschäftigten besonders betroffen. Sie fühlen sich oftmals so gestresst, dass sie sich auch nicht mehr an privaten Dingen erfreuen können. Fast genauso viele sagen, dass sie Aufgaben vernachlässigen müssen, weil sie zu viel zu tun haben und der Arbeitsdruck die Ausführung ihrer Tätigkeit negativ beeinflusst. Immerhin: Die Mehrzahl (56 Prozent der Beschäftigten) sagt, dass ihre gesetzten Abgabetermine durchaus zu schaffen sind.

Hinweis

Die Arbeitswelt wird immer anspruchsvoller. Daher braucht das Personalmanagement tief gehende und aktuelle Informationen zum Arbeitsumfeld der Mitarbeiter. Diese soll der 2006 ins Leben gerufene Arbeitsweltmonitor ("worklife-panel") liefern. Die Panel-Befragung, die sich direkt an die Mitarbeiter der teilnehmenden Unternehmen richtet, wird von Professor Dr. Christian Scholz von der Universität des Saarlandes ind Saarbrücken geleitet und von der Unternehmensberatung Prisma-Scholz durchgeführt.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.arbeitsweltmonitor.de

[jf: Quelle: Arbeitsweltmonitor]

 

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