AufklärungRichtig(e) Ziele setzen und erreichen

Entscheidend für den Erfolg im Privaten wie im Beruf sind Ziele. Die müssen bekannt und idealerweise auch mit den eigenen Wünschen und Möglichkeiten übereinstimmen. Hilfreich: Das Anfertigen einer so genannten Ziel-Collage.

Viele Menschen suchen ihr Leben lang nach dem perfekten Ziel und kommen so nicht zum Handeln. Andere haben einfach nur Angst, dass sie Ziele nicht erreichen können und setzen sich deshalb vorsichtshalber keine. Beide Gruppen warten darauf, dass das Leben vielleicht einfach so weiter geht oder sie hoffen darauf, dass schon irgendetwas passieren wird, weil sie ja täglich hart arbeiten. Beförderungen erhalten dann aber meistens die anderen und gewinnen kann man halt nur dann, wenn man zumindest einen Lottoschein ausgefüllt hat. Sich Ziele zu setzen bedeutet, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen, Kontrolle auszuüben. Statt eine Feder zu sein, die vom Wind immer weiter getrieben wird – wahllos über Straßen und Felder, bis sie sich vielleicht an einem Ast verfängt – bestimmt der Mensch selbst über sein Leben und den Erfolg, wenn er sich die richtigen Ziele setzt und diese durch konsequentes Handeln umsetzt.

Erfolgreich macht das, was begeistert

Das menschliche Leben ist begrenzt - vor allem aber ist die Energie begrenzt, die wir für bestimmte Dinge aufbringen können. Sich Ziele zu setzen bedeutet, diese Energie bestmöglich einzusetzen. Umso wichtiger ist es deshalb, sich genau zu überlegen, ob es die richtigen Ziele sind, an deren Umsetzung wir täglich arbeiten. Viele, die in ihrem Leben einmal studiert haben, wissen, wie viel Energie und Zeit verloren geht, wenn man nach zwei oder drei Semestern feststellt, dass es doch das falsche Studienfach war. Dabei ist es aber immer noch besser, dies nach zwei oder drei Semestern festzustellen, als das Studium abzuschließen und dann vielleicht ein Leben lang einen Beruf auszuüben, der einen weder glücklich noch erfolgreich macht. Erfolgreich macht uns immer das, was wir gerne tun, wofür wir uns begeistern können und was uns letztendlich auch die Kraft und den Mut gibt, uns große Ziele zu setzen und konsequent an deren Realisierung zu arbeiten.

Dass Ziele setzen alleine nicht ausreicht, merken Menschen spätestens dann, wenn zu Silvester viele gute Vorsätze gefasst und spätestens eine Woche später wieder verworfen werden. Ziele setzen ist das eine und sicher eine gute Voraussetzung. Damit diese aber nicht nur ein Wunsch oder gar ein Traum bleiben und sie die richtige Durchschlagskraft erhalten, müssen sie auch richtig gesetzt werden. Fünf Schritte weisen dafür den Weg:

1. Das Ziel muss erreichbar sein

Es genügt nicht, dass Sie sich zum Ziel setzen, Präsident der Vereinigten Staaten zu werden - obwohl Sie nicht einmal amerikanischer Staatsbürger sind. Trotzdem sollte ein Ziel hoch gesteckt sein. Hoch, aber doch erreichbar! Hier ist der falsche Ort, um bescheiden zu sein. Sie werden sehen, wie viel Energie und Ideen Ihnen ein hohes Ziel bringt. Sie nehmen plötzlich Gelegenheiten wahr, an denen Sie sonst vorbeigegangen wären. Außerdem kommen Sie, selbst wenn Sie Ihr großes Ziel nicht erreichen, immer noch weiter als wenn Sie überhaupt kein Ziel gehabt hätten.

2. Das Ziel muss messbar sein

Es genügt nicht, zum Ziel zu haben, „mehr Geld zu verdienen“. Was heißt mehr Geld? Zehn Euro pro Monat mehr? Ein messbares Ziel ist zum Beispiel ein Jahreseinkommen von 200.000 Euro. Mit diesem messbaren Ziel vor Augen werden Sie neue Wege beschreiten. Vielleicht wird Ihnen klar, dass Sie Ihr Ziel in Ihrem jetzigen Beruf nicht erreichen können. Dann müssen Sie zumindest darüber nachdenken, ob es wirklich das ist, was Sie wollen oder ob Sie Ihre Einkommensvorstellungen vielleicht korrigieren.

3. Das Ziel muss schriftlich fixiert sein

Der Unterschied zwischen Träumen, Wünschen und Zielen ist die Schriftlichkeit. Träumen können Sie in den schönsten Farben und Wünsche sind bekanntlich frei. Sobald ein Ziel aber erst einmal zu Papier gebracht ist, hat es eine gewisse Verbindlichkeit. Und das ist auch sehr wichtig! Nur so ist es ein konkretes und durchdachtes Ziel, das nicht so leicht umgestoßen werden kann. Zudem fällt es später leichter, eine Erfolgskontrolle durchzuführen.

4. Sie brauchen ein Zeitlimit

Es genügt nicht zu sagen: „Ich möchte ein 500.000-Dollar-Haus in Südkalifornien besitzen.“ Sie müssen auch sagen wann. In zwei Jahren? In fünf? Oder erst in 30 Jahren? Nur durch ein Zeitlimit bekommen Sie genügend Ansporn. Nur so werden Sie kreativ, innovativ und aktiv.

5. Definieren Sie, warum Sie das Ziel erreichen wollen

In vielen Erfolgsbüchern und Seminaren wird dieser Punkt vergessen. Aber er ist wichtig. Wenn Sie sich im klaren sind, warum Sie ein Ziel erreichen möchten, gibt Ihnen das viel mehr Entschlossenheit und Energie.

Wünsche mit Bildern festhalten

Da der Mensch bekanntlich in Bildern denkt, ist eine Ziel-Collage ein sehr wirksames Erfolgsinstrument, dessen sich viele Menschen nicht bewusst sind. Das Hörbuch „Chicken Soup for the Soul“ enthält eine wahre Geschichte von Glena Salsbury, die im Anschluss an einen Vortrag damit begann, alte Zeitschriften zu zerschneiden und Bilder zu sammeln, die darstellten, „was ihr Herz sich wünschte“. Sie klebte sie in ein teures Fotoalbum und wartete gespannt auf die Erfüllung der folgenden Wünsche:

  1. einen gut aussehenden Mann
  2. eine Frau in einem Brautkleid und einen Mann in einem Smoking
  3. Blumenbuketts
  4. schöner Diamantschmuck
  5. eine Insel in der Karibik
  6. ein schönes Heim
  7. neue Möbel
  8. eine Frau, die gerade Vizepräsidentin einer großen Gesellschaft geworden war (Anmerkung: Glena Salsbury arbeitete damals, Ende der 70er Jahre, für eine Firma, in der es keine Frauen in Spitzenpositionen gab. Sie wollte die erste Vizepräsidentin in dieser Firma sein.)

Acht Wochen nachdem sie diese Collage erstellt hatte, sah sie auf der Autobahn ihren Traummann Jim in einem Cadillac. Jim sah sie auch und fuhr ihr nach. Schließlich heirateten sie nach rund zwei Jahren in Laguna Beach, Kalifornien, mit Brautkleid und Smoking. Am Tag ihrer ersten Verabredung schickte er ihr ein Dutzend Rosen und danach jeden Montag eine langstielige Rose mit einem Liebesbriefchen. Dann erfuhr sie, dass es sein Hobby war, Diamanten zu sammeln und dass er auf der Suche nach jemandem war, den er damit schmücken konnte. Drei Monate vor der Hochzeit kündigte Jim an, er hätte den perfekten Ort für die Hochzeitsreise gefunden, die St.John’s-Insel in der Karibik, obwohl er bis dahin immer noch nichts von ihrer Ziel-Collage wusste. Ein Jahr nach der Hochzeit zogen die beiden in ein schönes Haus und richteten es mit schönen Möbeln ein. Bereits acht Monate nachdem sie ihr Traumbuch gestaltet hatte, wurde Salsbury Vizepräsidentin für das Ressort Personalkapazität in der Firma, in der sie arbeitete.

Bei einer Ziel-Collage ist es wie mit den Zielen: Aus Angst davor, nicht alle Wünsche und Ziele bebildern zu können, fangen viele Menschen erst gar nicht damit an. Dabei geht es im ersten Schritt genau darum: Einfach mal mit einer ersten Ziel-Collage zu starten. Vielleicht machen Sie gleich heute noch den ersten Schritt, nehmen ein DIN A3-Blatt und zeichnen ein paar Dinge auf. Später können Sie diese immer noch durch wunderschöne Bilder ersetzen. Mit diesem Grundstein können Sie ihre Ziel-Collage ständig optimieren – vielleicht mit folgenden Tipps:

  • Tragen Sie immer einen kleinen Fotoapparat bei sich und fotografieren Sie Dinge, die Sie sich für die Zukunft wünschen!
  • Halten Sie in Zeitschriften Ausschau nach Fotos und
  • Illustrationen für Ihre Ziel-Collage!
  • Vielleicht bitten Sie auch einmal einen Bekannten, der gerne zeichnet oder malt, ein ganz bestimmtes Bild anzufertigen.
  • Zeichnen Sie eigene Bilder!
  • Schreiben Sie eigene kleine Ziel-Texte!

Anstelle eines DIN A3-Blattes können Sie auch ein Heft einsetzen, das es Ihnen ermöglicht, für jedes Ziel eine eigene Seite anzulegen und auszuschmücken. In Ihrer Ziel-Collage sollte das enthalten sein, was Sie sich für Ihr Leben wünschen. Im Hinblick auf Ihre mittel- und langfristigen Ziele setzen Sie die Schwerpunkte natürlich selbst. Vielleicht ist für Sie ein Auto nur ein Fortbewegungsmittel ohne speziellen Reiz? Dann können Sie es auf Ihrer Ziel-Collage natürlich auch weglassen und etwas verwenden, das Ihnen wichtiger ist. Es ist Ihre Collage und Ihr Leben!

Kreativität, Motivation und Ausdauer

Mittels einer Ziel-Collage können wir uns unsere Ziele in unserem Geist viel besser vorstellen. Sie setzt Kreativität, Motivation und Ausdauer in uns frei. Und sie hält uns auf Kurs auf dem langen Weg zu unserem Ziel. Nicht nur das: Wir nehmen dank der Ziel-Collage plötzlich Gelegenheiten wahr, die wir sonst übersehen hätten. Selbst wenn Sie bereits schriftliche Jahresziele, ein Lebensmotto und ein Leitbild haben, so sollten Sie als starke Unterstützung dazu auch eine Ziel-Collage erstellen.

Eine wunderschöne Ziel-Collage zu basteln ist aber nur die halbe Miete. Sie nützt Ihnen wenig, wenn sie sich in der Schublade befindet und Sie sie nur alle drei Monate einmal anschauen. Um das Erfolgsgesetz der Ziel-Collage richtig nutzen zu können, sollten Sie jeden Abend kurz vor dem Einschlafen einen Blick darauf werfen. Entwickeln Sie daraus ein Ritual, wie Zähne putzen oder den Wecker stellen. Kurz vor dem Löschen des Lichts blicken Sie auf Ihre Ziel-Collage und prägen sich Ihre Wunschbilder ein. Probieren Sie es aus!

Sich Ziele zu setzen, muss vor allem Spaß machen. Erst wenn man lernt zu träumen und diese Wünsche in konkreten Zielen zu Papier bringt, kann man das Abenteuer der erfolgreichen Zielplanung entdecken. Sich Ziele zu setzen und Pläne zu schmieden führt auch dazu, dass man Entwicklungen nicht einfach hinnimmt und sich als Spielball von wirtschaftlichen und politischen Entscheidungen sieht. Handlungsschritte werden hinterfragt, Kurskorrekturen vorgenommen und so das eigene Leben erfolgreich und vor allem selbst bestimmt gesteuert. Oder wie Konfuzius sagte:

„Wer das Ziel kennt, kann entscheiden; wer entscheidet, findet Ruhe; wer Ruhe findet, ist sicher; wer sicher ist, kann überlegen; wer überlegt, kann verbessern.“

Dazu im Management-Handbuch

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