BarometerHR-Trends und Perspektiven 2010

Neben der Funktion, das Mitarbeiterengagement und die Mitarbeiterzufriedenheit zu verbessern, müssen sich die HR-Verantwortlichen in den nächsten Jahren neuen Herausforderungen stellen. Arbeitskräftemangel und die Abgabe von Aufgaben an Shared Service Center sind nur zwei Beispiele.

Die aktuelle Studie „3rd European HR-Barometer. HR Trends and Perspecitves 2008-2010“ zeigt, dass die Entwicklung von Risiko-Management-Strategien im Personalbereich die wichtigste Aufgabe von HR im Jahr 2008 sein wird. Die Studie wurde von der Managementberatung Hewitt Associates im Auftrag des European Club for human resources (EChr) europaweit durchgeführt.

Die wichtigsten Studienergebnisse im Überblick

Im Rahmen der Studie befragte Hewitt 53 Unternehmen, die europaweit insgesamt mehr als zwei Millionen Mitarbeiter beschäftigen und zusammen mehr als 700 Millionen Euro Umsatz erzielen. Ziel der Studie ist es, europaweite Trends und Schwerpunkte der HR-Funktion zu definieren. Die wichtigsten Ergebnisse der Studie sind:

  • Kulturelle und organisatorische Veränderungen, Arbeitskräftemangel und notwendige Produktivitätssteigerungen werden die HR-Arbeit der Jahre 2008 bis 2010 entscheidend beeinflussen.
  • Knapp die Hälfte der befragten Unternehmen möchte die Dienstleistungen im HR-Bereich verbessern, um die Geschäftserwartungen effektiv zu erfüllen. Ein proaktiver HR-Ansatz wird insbesondere in den Themenfeldern „Demografischer Wandel“, „Work-Life-Balance“ „Neue Kompetenzen“ und „HR Due Dilligence“ erforderlich.
  • HR-Experten erwarten für ihren Bereich neue Kompetenzen und Verantwortlichkeiten, während traditionelle HR-Aufgaben an Shared Services Center oder teilweise auch an die Linie übergeben werden.
  • Die Mehrheit der HR-Führungskräfte nimmt einen positiven Einfluss der Europäischen Union wahr – kennt aber spezifische, den HR-Bereich betreffende EU-Aktivitäten, wenig.

Diese Ergebnisse bestätigen die Evolution im Personalbereich. Ziele und Prioritäten sind zunehmend strategischer Art und können dem HR zu höherem Ansehen im Unternehmen verhelfen.

HR-Führungskräfte sind sehr zufrieden mit ihrem Tätigkeitsfeld. Sie zeigen ein hohes Maß an Loyalität gegenüber ihrem Arbeitgeber und vertrauen ihrem Geschäftsführer. 85 Prozent der Befragten antworteten, ihr Unternehmen und ihre Rolle innerhalb des Unternehmens wertzuschätzen. Nur sieben Prozent würden ihre Position aufgeben und in einen anderen Bereich wechseln. Neu ist, dass 40 Prozent der Befragten bereit wären, in ein anderes Land zu ziehen.

Fast die Hälfte der Befragten fordert eine stärkere Einbindung der HR-Funktion in strategische Geschäftsentscheidungen. Nur so sei eine Verbesserung der Personalarbeit, vor allem des Wertbeitrags für das Gesamtunternehmen, möglich.

Wichtigste Aufgaben des HR-Bereichs

Nachhaltiges Talent-Management hat nach wie vor den höchsten Einfluss auf einen langfristigen Geschäftserfolg, dicht gefolgt von effektiver Organisation, Performancemanagement und Führungskräfteentwicklung, so ein weiteres Ergebnis der Studie. Leonardo Sforza, Leiter Research and EU Affairs bei Hewitt Associates, sagt:

„Das aktuelle HR-Barometer zeigt deutlich, dass der Personalbereich nach wie vor altbekannte Aufgaben leistet, wie zum Beispiel die Verbesserung des Mitarbeiterengagements oder der Mitarbeiterzufriedenheit. Jedoch sehen wir, dass neue Herausforderungen hinzukommen, an die vor einem Jahr noch niemand gedacht hat."

In Bezug auf die EU-Kenntnis der HR-Verantwortlichen habe es den Anschein, dass trotz des erneuten EU-Schwerpunkts "Humankapital" die Personalverantwortlichen die sich bietenden Möglichkeiten nicht erkennen, geschweige denn nutzen. Es sei erstaunlich, dass knapp der Hälfte der befragten Organisationen die EU-Subventionen für Mitarbeitertrainings und -entwicklung oder die europäischen Research- und Development-Programme zur Förderung innovativer Initiativen im Bereich Humankapital nicht bekannt sind. so Sforza weiter.

Auch wüssten 37 Prozent der Antwortenden nichts von der EU-Direktive, die die Errichtung Pan-Europäischer Pension Funds ermöglicht. Leonardo Sforza ergänzt:

"Es besteht ein deutlicher Handlungsbedarf für die EU, um HR-Verantwortliche direkt zu informieren und Ihnen einen Zugang zu den Förderungsprogrammen zu verschaffen.“  

[dw; Quelle: Hewitt, Bild: fotolia]

Dazu im Management-Handbuch

Ähnliche Artikel