BewerbungFormulierungen im Bewerbungsanschreiben

Formulierungshilfen, Beispiele und Tipps zum Bewerbungsanschreiben.

Im Bewerbungsanschreiben verschafft sich der Arbeitgeber einen ersten Eindruck vom Bewerber. Er vergleicht die Stellenanforderungen mit dem Profil des Bewerbers. Das Bewerbungsanschreiben soll Interesse und Neugier wecken, damit die Bewerbung berücksichtigt und den Bewerber zu einem persönlichen Gespräch eingeladen wird.

Was sind gute Formulierungen im Bewerbungsanschreiben?

Bei einer Bewerbung handelt es sich um einen „Gebrauchstext“. Das Anschreiben soll eine erste Einschätzung der Qualifikation des Bewerbers ermöglichen. Dies wird am besten durch folgende Regeln erreicht:

  • Den Text selbst schreiben und nicht nur kopierte Passagen aneinanderreihen. So liest sich das Bewerbungsanschreiben persönlih und aus einem Guss.
  • In kurzen Sätzen mit möglichst wenigen Nebensätzen formulieren. Faustregel: ein Gedanke, ein Satz. Das erleichtert das Verständnis.
  • Aussagekräftige Verben wie „erreichen“, „verbessern“ oder „verantworten“ verwenden und auf Weichmacher wie „konnte“ oder „würde“ verzichten. Bewerber vermitteln so Tatkraft.
  • Konkrete Begriffe anstatt abstrakter Formulierungen verwenden. Beispiel: „Ich habe die Durchlaufzeiten um zehn Prozent verkürzt“ anstatt „ich habe Ablaufprozesse optimiert“. So bleiben die Inhalte beim Leser besser im Gedächtnis.
  • Auf nichtssagende Aussagen wie „teamfähig, engagiert und belastbar“ verzichten.

Der Einstieg ins Bewerbungsanschreiben

Der Beginn eines Bewerbungsanschreibens ist recht klar definiert und es gibt zahlreiche Beispiele für „klassische“ Formulierungen:

  • „Mit großem Interesse habe ich Ihre Anzeige auf stepstone.de gelesen und bewerbe mich gern als … bei Ihnen.“
  • „Vielen Dank für unser freundliches Telefongespräch von heute Vormittag und die Informationen über die Stelle als …, auf die ich mich gern bewerbe.“

Wer darüber hinaus eine gute Idee für eine alternative Formulierung hat oder aus einer kreativen Branche kommt, kann von diesem Standard abweichen und vielleicht sogar mehr Aufmerksamkeit erwecken. Es ist aber nicht notwendig, sich prinzipiell über kreative Lösungen Gedanken zu machen. Auf alle Fälle sollten sich Bewerber ein bis zwei Meinungen zu der gewählten Formulierung einholen.

Für die meisten Leser ist es zudem hilfreich, wenn Bewerber im ersten Teil des Bewerbungsanschreibens in aller Kürze ihre wesentlichen Eckdaten mitteilen, also insbesondere ihre aktuelle Position beziehungsweise Funktion und das Unternehmen oder die Branche, in der sie tätig sind.

Auf den Text in der Stellenanzeige eingehen

Zur Vorbereitung eines Bewerbungsanschreibens lohnt es sich, die Anforderungen aus der Stellenanzeige aufzulisten und in einer zweiten Spalte die entsprechenden eigenen relevanten Erfahrungen, Fähigkeiten und Kompetenzen zu notieren. Auf dieser Basis lassen sich die Anforderungen gut in das Bewerbungsanschreiben integrieren, ohne Begriffe aus der Anzeige einfach nur abzuschreiben.

Eigene Qualifikation darstellen

Kern des Bewerbungsanschreibens ist die Darstellung der eigenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Stärken. Hier gilt es – immer in Bezug auf das Anforderungsprofil – die eigenen Pluspunkte passgenau herauszuarbeiten. Das geschieht am besten anhand relevanter Erfolgsbeispiele aus der Berufspraxis. Im Bewerbungsanschreiben ist dafür nicht viel Platz, weshalb diese kompakt und auf den Punkt gebracht werden sollten. Der Leser soll neugierig werden, mehr über den Bewerber zu erfahren. 

Falsch wäre es allerdings, die eigenen Leistungen und Fähigkeiten in Bezug auf die ausgeschriebene Position im Bewerbungsanschreiben auch gleich selbst zu bewerten. Beispiel: „Ihre Anforderungen und meine Qualifikationen passen hervorragend zueinander.“ Die Einschätzung, ob die gewünschten Anforderungen und die eigenen Fähigkeiten zusammenpassen, ist aufgrund einer Anzeige kaum möglich und obliegt auch dem einstellenden Unternehmen.

Eine gelungene Eigenwerbung erfordert selbstverständlich auch formal korrekte Unterlagen. Tippfehler und Rechtschreibfehler sollten vermieden werden. Sorgfältiges Korrekturlesen, am besten durch eine andere Person, sichert die Qualität des Bewerbungsanschreibens und macht es zu einem professionellen Aushängeschild.

Interesse und Motivation erwähnen

Werbung für die eigenen Fähigkeiten wird durch das zum Ausdruck gebrachte Interesse am ausschreibenden Unternehmen und der Aufgabe abgerundet, also durch eine kurze Darstellung der eigenen Motivation. Dazu reichen ein bis zwei Sätze vollkommen aus.

Bewerber sollten darauf achten nur über Dinge zu schreiben, die sie als Externer auch beurteilen können, also beispielsweise über die „Internationalität der Aufgabe“ und nicht über die „gute Unternehmenskultur“. Sie sollten auch nur das schreiben, was sie später in einem Gespräch auch glaubwürdig vertreten können, beispielsweise aufgrund von persönlichen Gesprächen oder Medien-Recherche. 

Gehaltsvorstellung

Die Höhe des gewünschten Gehalts ist ein kniffliges Thema, vor allem, weil der Bewerber noch nicht viel über die neue Aufgabe weiß. Wird eine Gehaltsangabe explizit gewünscht, ist deshalb folgende Formulierung empfehlenswert:

„Mein aktuelles Jahresbrutto-Gehalt liegt bei … Euro. Über meine Gehaltsvorstellungen würde ich gern persönlich mit Ihnen sprechen, sobald ich mehr über die Aufgabe und die Rahmenbedingungen weiß.“

Abschluss des Bewerbungsanschreibens

Auch der Abschluss des Bewerbungsanschreibens ist recht klar definiert. Ebenso wie beim Einstieg gibt es die „klassischen“ Formulierungen wie etwa:

„Ich freue mich, wenn meine Unterlagen Ihr Interesse wecken und wir über die Aufgabe auch persönlich ins Gespräch kommen.“

In Bezug auf Kreativität bei der Formulierung des Abschlusses gilt das oben Gesagte für den Einstieg in das Bewerbungsanschreiben: „Kreative“ Formulierungen können die Aufmerksamkeit des Lesers noch stärker wecken, dennoch ist man mit den Standard-Formulierungen in den meisten Fällen gut beraten.

Nicht ins Bewerbungsanschreiben gehört die Bitte, die Bewerbung vertraulich zu behandeln. Davon sollten Bewerber ausgehen, denn kein seriöses Unternehmen wird sich hinterrücks beim aktuellen Arbeitgeber nach dem Bewerber erkundigen. Falls das Unternehmen es doch tun will, wird auch eine entsprechende Bitte nichts daran ändern.

Dazu im Management-Handbuch

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