BewerbungMit Storytelling das Vorstellungsgespräch meistern

So erzeugen Sie Bilder im Kopf von Personalern und schaffen Vertrauen im Bewerbungsgespräch.

Persönliche Geschichten wecken Emotionen und schaffen Vertrauen. Emotionen, die durch Bilder hervorgerufen werden, bleiben im Gedächtnis – auch bei Personalern.

Geschichten als hochwertige Verpackung von Kompetenzen

In einem Vorstellungsgespräch geht es nicht darum, mit Geschichten die Fakten zu verbiegen oder frei erfundene Fähigkeiten zu vermitteln. Mit Geschichten werden vielmehr vorhandenes Wissen und bestehende Fähigkeiten aufgewertet. Eine fesselnde Geschichte gibt dem eigenen beruflichen Werdegang einen Zusammenhang und eine Bedeutung.

Aber wie bekommen Sie es hin, dass ein Bewerbungsgespräch von der Auflistung von Qualifikationen, Erfahrungen und Referenzen zu einem unterhaltsamen Plausch wird?

Im Vorstellungsgespräch geht es darum, Ihr Persönlichkeitsprofil mit den Anforderungen der Stelle abzugleichen. Wenn in der Stellenanzeige gefordert ist: „Du übernimmst eine Vorbildfunktion im Verkauf, führst Dein Team aktiv und kompetent“, dann besteht die Aufgabe des Recruiters darin, Sie als Bewerber im Vorstellungsgespräch daraufhin abzuklopfen. Also kommen Fragen wie: „Haben Sie schon einmal eine Vorbildfunktion gehabt?“ Oder: „Können Sie ein Team aktiv führen?“

Für die Antwort gibt es zwei Möglichkeiten:

Reflektorische Erzählweise

    Sie sagen „Ja“ und schätzen sich damit selbst ein. Das Problem: Sie müssen nun begründen und argumentieren.

Episodische Erzählweise

    Sie erzählen eine konkrete Geschichte zu diesen Eigenschaften, in der Sie am Beispiel erläutern, wie Sie ein Team aktiv geführt haben. Damit beweisen Sie, dass Sie dazu fähig sind und behaupten es nicht nur.

3 Regeln für Geschichten im Vorstellungsgespräch

Simplify

    Konzentrieren Sie sich auf eine klare Hauptaussage und lassen Sie Nebensächlichkeiten weg. Wenn Sie erzählen, wie Sie mit Ihrem Team eine Kanufahrt gestaltet haben, dann ist nicht relevant, dass eine Kollegin wegen einer Erkältung ausgefallen ist.

Concretely

    Überlegen Sie sich vorher gute Beispiele. Nutzen Sie dabei das Verhaltensdreieck mit dem Dreiklang von Verhalten – Situation – Auswirkung. In welcher Situation hatte welches Verhalten welche Auswirkungen?

Beispiel: Erfolge formulieren

„Auf dem Heimweg rempelte mich ein Mann an. Ich erkannte ihn sofort. Er würde als Redner hervorragend zu unserer Tagung am übernächsten Tag passen. Also habe ich ihn eingeladen und ein Honorar ausgehandelt. Mein damaliger Chef fand dieses eigenmächtige Handeln gut.“

Landmarking

    Veränderungen und Konflikte in Ihrem Leben sind Wendepunkte. Ohne solche „Landmarks“ ist keine Geschichte interessant. Erzählen Sie von Ihren Gedanken bei Wendepunkten und regen Sie damit zu Fragen an.

Beispiel: Wendepunkte formulieren

„Am Tag vor Heiligabend ging alles drunter und drüber. Etliche Kollegen waren schon im Urlaub und die anderen steckten bis zum Hals in Arbeit. Dann fielen auch noch zwei Maschinen in der Produktion aus.“

Fazit

In einem Vorstellungsgespräch geht es darum, in kurzer Zeit und mit wenigen Worten ein nachdrückliches, positives Bild von sich selbst zu vermitteln. Storytelling ist dabei ein wirkungsvolles Hilfsmittel, denn es nutzt die Erkenntnisse der Neurowissenschaften. Wichtige Eckpunkte eines jeden Storytelling sind die klare Hauptaussage (simplify), die guten Beispiele (concretely) und der Umgang mit Konflikten beziehungsweise Wendepunkten (landmarking).

Dazu im Management-Handbuch

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