BewusstseinsveränderungDifferentes Bewusstsein reduziert die wirtschaftliche Effizienz von Unternehmen

Das Bewusstsein des Menschen durchläuft die gravierendste Veränderung in seiner Geschichte. Indem es den Fokus vom WIR auf das ICH verlagert, erschüttert es die Systeme in den Unternehmen. Folge: Die Effizienz wirtschaftlicher Rechtfertigung sinkt und es wird zunehmend schwieriger, qualifiziertes Personal zu bekommen. Die Integration des ICH-Bewusstseins der Mitarbeiter wird in Zukunft über den Erfolg entscheiden.

Je unterschiedlicher das Bewusstsein der Führungskräfte und MitarbeiterInnen ist, desto ineffizienter wird die wirtschaftliche Rechtfertigung eines Unternehmens. Das ist eine unbewusste – inexakt messbare – Tatsache, die potenziell steigend an Bedeutung gewinnt. In den größeren Firmen findet sie aber noch keine Beachtung, weil diese Ansätze außerhalb der wirtschaftlichen Zusammenhänge liegen. Als Folge benötigt die Kontinuität des Ertrags zunehmende Kosten. Rigorose Aufwandsreduzierungen, zum Beispiel durch Entlassungen oder Erhöhung des Leistungsdrucks bringen nur kurzfristig eine Erleichterung.

Wichtig ist auch das Fehlen qualifizierter Arbeitskräfte geworden. In bedeutenden Regionen Österreichs sind bereits rund die Hälfte aller bei der Wirtschaftskammer aktiv gemeldeten Betriebe sogenannte Ein-Personen-Unternehmen. Dabei handelt es sich meist um ehemalige ArbeitnehmerInnen, die aus einem bestehenden Dienstverhältnis ausgestiegen sind, um selbstständig und eigenverantwortlich ihren Beruf zu gestalten.

Sie nehmen lieber ein finanzielles Risiko, Mehrarbeit und eine unsichere Zukunft auf sich, als weiter in dem dominanten Bewusstsein einer hierarchischen Struktur zu verbleiben. Der Kampf um Marktanteile ist zu einem Wettbewerb um die MitarbeiterInnen geworden. Dahinter steckt die gravierendste Veränderung, die es jemals in der Menschheitsgeschichte gegeben hat: Der Mensch hat begonnen, seinen Fokus vom WIR auf das ICH zu verlagern. Es verändert die Systeme in Unternehmen. Die Funktionalität der dualitären Zusammenhänge des WIR verliert ihre Grundlage.

Funktionelle Basis in Unternehmen

Die systemisierten Abläufe in zweckorientierten Kollektiven kommen durch einen Macht- und Verantwortungs-Transfer zustande. MitarbeiterInnen geben ihre Macht und Verantwortung an das Management ab. Das Management nimmt sie an und bestimmt, was für die Erreichung des gemeinschaftlichen Zwecks richtig und was falsch ist.

Es ist ein seit jeher bestehendes Prinzip des Überlebens. Genauso wie der steinzeitliche Familienklan ausreichend Nahrung und Schutz haben wollte, braucht ein modernes Unternehmen seine wirtschaftliche Rechtfertigung im Markt. Damit die Beschäftigten ihr Leben sichern können, übergeben sie einigen wenigen Menschen die Führung. Die Führung selbst wird von Personen durchgeführt, die glauben zu wissen, wie das Ziel auf richtige Weise erreicht werden kann. Sie übernehmen die Verantwortung für Menschen, die sich ihnen anvertrauen. Aus diesem Grund verlangen sie aber auch, dass ihre Wertebestimmungen und Anweisungen akzeptiert werden. Ansonsten funktioniert das gesamte System nicht und das Management kann der Verantwortung nicht gerecht werden.

Wenn nun immer weniger Mitarbeiter bereit sind, ihre Macht und Verantwortung abzugeben, weil sie ihr Leben eigenverantwortlich gestalten wollen, dann entziehen sie den bestehenden Systemen die Grundlage. Dies geschieht aber nicht offen, sondern vielmehr ist es eine unterbewusste Reaktion. Sie richten ihren Fokus auf private Erfüllungen außerhalb ihres Arbeitsplatzes, wie beispielsweise berufsfremde Ausbildungen, Hobbys, Urlaube und so weiter. Mit anderen Worten, Sie sind sie an ihrer Arbeit nicht interessiert. Damit entziehen sie dem Energiefeld des Arbeitgebers ihre Energie.

Die größte Herausforderung für das Management

Die Notwendigkeit ist, aus dem steigenden ICH-Bewusstsein der im Betrieb tätigen Menschen, ein neues WIR des Unternehmens entstehen zu lassen. Dies kann erreicht werden, in dem das Bewusstsein des Managements eine übergeordnete Position einnimmt. Die Dualität des Macht- und Verantwortungs-Transfers sollte zugunsten des eigenverantwortlichen ICH-Bewusstseins der MitarbeiterInnen verlassen werden. Damit ist eine sehr viel höhere Ebene kollektiver Schöpferkraft möglich und die Effizienz wirtschaftlicher Rechtfertigung, unternehmerischer Flexibilität und Mitarbeiter-Entwicklung wird auf eine neue Basis gehoben.  

Da der Kopf lenkt, sollte die oberste Führungsriege den Umdenkprozess einleiten. Von dort aus entsteht dann in weiterer Folge ein metaphysisches Umfeld für das einheitliche Bewusstsein. Eine Delegation an das mittlere und untere Management wäre ineffizient, weil die praktische Anwendung keine oder nur wenig Unterstützung von oben finden würde. Und damit ginge weitere Energie verloren.

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