BildungsmarktSeminare und Coachings sind wirksamer als Messen und Bildungsevents

Es gibt eine fast unüberschaubare Fülle an Bildungsangeboten. Personalverantwortliche müssen entscheiden, welche Methode zur Schulung ihrer Mitarbeiter am geeignetsten ist. In einer Umfrage wurden geschlossene Seminare, Coachings und Beratungen als wirksam eingestuft, weniger wichtig sind Blended Learning Angebote, Podcasts, Bildungsevents, Kongresse und Messen sowie Fachliteratur.

Im Rahmen des diesjährigen „Forum Personalentwicklung“ präsentierte der Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Marketing (DIM), Prof. Dr. Michael Bernecker,  die aktuellen Ergebnisse der Studie „Bildungsmarkt 2008“. In der Online-Erhebung, die sich neben Trainern, Beratern und Speakern diesmal auch an Personalentwickler und Einkäufer von Weiterbildungsmaßnahmen richtete, konnten so die Einschätzungen von Anbietern und Nachfragern erstmals abgeglichen werden.

In einer ersten Befragung der Personalverantwortlichen nach den wichtigsten Themen aus ihrer Sicht kristallisierten sich drei Themenkomplexe heraus. Zum einen stellen der demographische Wandel und die Schulung älterer Mitarbeiter eine besondere Herausforderung dar. Zum anderen rücken Maßnahmen des sozialen Engagements mehr und mehr in den Fokus: Corporate Social Responsability und Corporate Citizenship sind hier die Stichworte. Als drittes Feld wurde mehrheitlich die Umsetzung der Unternehmensziele in der Personalarbeit benannt.

Der Einsatz von Weiterbildungsmethoden ist folgendermaßen verteilt:

  • 88 Prozent der befragten HR-Verantwortlichen setzen externe Einzeltrainer und Berater ein,
  • 72,8 Prozent größere Trainings- und Consultinginstitute und
  • immerhin 64 Prozent externe Coaches.

Damit verstärkt sich weiterhin der Trend zur Individualisierung; die Werte für Coaching sind in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen.

Bei den eingesetzten Methoden werden auf den ersten drei Plätzen geschlossene Seminare, Coachings und Beratungen als wirksam benannt. Blended Learning Angebote, Podcasts, Bildungsevents, Kongresse und Messen, Hörbücher oder Fachliteratur werden als weniger wichtig eingestuft.

Zu den bedeutenden Themen zählen in erster Linie:

  • Vertriebstrainings (63,3 Prozent),
  • Team-Building (59,1 Prozent),
  • Führungskräfteentwicklung (59,1 Prozent),
  • das Prozess- und Projektmanagement (48,5 Prozent) und ebenso wichtig ist
  • das Thema Motivation.

Interessant für die Anbieterseite ist auch die Bewertung, welche Informationsquellen Manager der Personalentwicklung bei der Suche eines Trainers oder Referenten nutzen. Die weitaus wichtigste Quelle sind hier Empfehlungen, das Live-Erlebnis beim Vortrag oder Seminar im Vorfeld, Networking, Veranstaltungen und das Internet. Mailings, Anzeigen und Agenturen spielen für die Auswahl nach Aussage der Befragten eher eine untergeordnete Rolle.

Als wichtigste Veranstaltungen wurden die Messen "Zukunft Personal", die "Personal" und der "DGFP-Kongress" genannt. Wichtigste Kriterien bei der Auswahl sind:

  • die Qualität der Leistung,
  • die Anpassung an Kundenwünsche und
  • der gebotene Service.

Demo DvDs und CDs oder Auszeichnungen und Awards spielen kaum eine Rolle.

Interessant auch die Aussagen zum Thema Bildungscontrolling: Von den befragten Unternehmen arbeiten 57,4 Prozent mit Tools zur Evaluation der Maßnahmen, 42,6 Prozent messen die Nachhaltigkeit von Trainings und Seminaren bislang nicht.

Weitere Aspekte der Studie sind die durchschnittlichen Tagessätze, die Unternehmen zahlen. Diese betragen bei den Trainern 1.408 € und bei den Speakern sogar 2.067 €.

Fazit für die Personalentwicklung:

  • Weiterbildung ist ein zentrales Thema.
  • Die Nachfrager von Bildungsangeboten haben eine sehr realistische Sicht auf den Markt.
  • Kassische Lern- und Lehrmethoden sind immer noch von großer Bedeutung.
  • Der Markt wird durch klassische Kommunikationsmittel bearbeitet.
  • Auch in der Personalentwicklung nimmt die Bedeutung der modernen Kommunikationsmittel zu.
  • Networking ist für die Personalentwicklung und für Anbieter sehr wichtig.
  • Speaker und Trainer werden unterschiedlich wahrgenommen.
  • Qualität scheint wichtiger als der Preis zu sein.
  • Aufgabe für die Zukunft: Nachhaltigkeit / Transfer in den beruflichen Alltag.

Zur Studie

Die Befragung wurde im Zeitraum Februar bis Juni 2008 durchgeführt. Insgesamt beteiligten sich 133 Personalentwickler und fast 200 Weiterbildungsanbieter und Trainer an der Bildungsmarkt-Studie. Kooperationspartner bei der Initiierung des „Personalforums 2008“ und der Studie waren der GABAL Verlag, die Referentenagentur Speakers Excellence, der BDVT, Gabal e.V., das Netzwerk „Trainertreffen“ sowie Jünger Medien.

Weitere Informationen zum Thema „Bildungsmarketing“ sowie die detaillierten Studienergebnisse erhalten Sie unter: www.bildungsmarketing.BIZ

[po; Quelle: DIM; Bild: Fotolia.com]

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