Boomerang HiringWie Sie ehemalige Mitarbeiter zurückholen

Kommt es zu einer Trennung zwischen geschätzten Beschäftigten und Arbeitgebern, wiegt der Verlust für das Unternehmen oft schwer. Die Trennung muss aber nicht für immer sein. Boomerang Hiring als Recruiting-Strategie will ehemalige Beschäftigte zurückholen.

Boomerang Hiring, auch Rehiring genannt, ist eine Recruiting-Methode. Ziel ist, den Kontakt zu ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht zu verlieren, um sie in Zukunft wieder für sich zu gewinnen. Dazu muss Boomerang Hiring als Recruiting-Strategie Teil eines professionellen Trennungsmanagements sein. Fünf Tipps, wie Sie Boomerang Hiring im Unternehmen umsetzen.

Wechselmotivation verstehen

Um die geeignete Klaviatur von „Bang-A-Boomerang” zu spielen, ist es wichtig, die Hintergründe einer Kündigung zu verstehen. Hierbei sollten Personalverantwortliche auf die feinen Zwischentöne im Gespräch achten. Es gibt viele mögliche Gründe für eine Trennung, die sowohl intern oder auch extern begründet sein können. Eventuell haben sich bei der Mitarbeiterin oder dem Mitarbeiter Veränderungen ergeben oder die Person verfolgt andere Ziele, Werte und Wünsche wie bisher.

Im Exitgespräch ist es wichtig, zu erkennen, ob die Kündigung mit der eigenen Unternehmenskultur zu tun hat. Seien Sie aufmerksam im Zuhören und vor allem verständnisvoll.

Halteversuch starten

Im Vertrieb ist das Bestreben, einen Kunden zu halten, seit Langem gängige Praxis. Dieser Weg ist erfahrungsgemäß einfacher, als einen neuen Kunden zu gewinnen. Im Recruiting ist das ähnlich. Führen Sie ein ausführliches Gespräch mit der oder dem Betroffenen, gehen Sie auf die positiven Aspekte der gemeinsamen Zeit ein und seien Sie offen und lösungsorientiert.

Man muss eine Kündigung nicht immer gleich akzeptieren. Wer mit Fingerspitzengefühl die Trennung zu verhindern versucht, vermittelt Wertschätzung und Verbundenheit. Selbst wenn die Trennung unausweichlich ist, bleibt ein anhaltender positiver Eindruck zurück. Das zahlt sich für das Employer Branding aus.

Kontakt zu Ehemaligen pflegen

Halten Sie die Türen offen und bleiben Sie im Austausch. Pflegen Sie den Kontakt zu ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Hier bieten sich Events an, zu denen die Ex-Mitarbeiterin oder der Ex-Mitarbeiter eingeladen werden. Besondere Anlässe, wie eine Beförderung, Geburtstag oder Weihnachten sind ebenfalls gute Möglichkeiten, um im Kontakt zu bleiben. Vor allem die sozialen Netzwerke bieten sich als einen guten und unkomplizierten Kommunikationskanal an.

Talent Pool aufbauen

Oftmals liegt die Wechselmotivation in temporär fehlenden Entwicklungs- oder Aufstiegsmöglichkeiten begründet. Das muss aber nicht auf unabsehbare Zeit so bleiben. Wenn zukünftige Vakanzen in Ihrem Unternehmen entstehen, die einen sinnvollen logischen Karriereschritt für einen Ehemaligen ergeben, haben Sie gute Chancen, Ihren Bumerang erfolgreich wieder einzufangen. Legen Sie dazu einen Talent Pool mit Ehemaligen an, in dem Sie festhalten, welche Führungsstelle mit der oder dem Ehemaligen gut besetzt wäre.

Aufmerksam sein

Es gibt eine Vielzahl von Indikatoren sowie Hinweise in der analogen und digitalen Welt, dass der oder die Ex-Beschäftigte wieder offen für Veränderungen ist. Auch eine Fehlentscheidung kommt nicht selten vor. Sind Personalverantwortliche hier zur richtigen Zeit am richtigen Ort, erhöht das die Chancen auf ein Boomerang Hiring massiv.

Sensibilisieren Sie auch Ihre Kolleginnen und Kollegen, Augen und Ohren offenzuhalten. Sobald sich beispielsweise eine erhöhte Aktivität des ehemaligen Mitarbeiters auf LinkedIn feststellen lässt, die ein „offen für Jobangebote“ signalisieren, sollten Sie Ihren Kandidaten schnellstmöglich kontaktieren.

Fazit: Wann Boomerang Hiring erfolgreich ist

Der Erfolg von Boomerang Hiring hängt – wie so oft im Personalmanagement – von einer wertschätzenden, lösungsorientierten Kommunikation und einer offenen Unternehmenskultur ab. Deshalb ist es wichtig, schon bei der Trennung über die HR-Abteilung hinaus sämtliche Führungskräfte und Abteilungen des Unternehmens miteinzubeziehen. Sie sollten dahin gehend sensibilisiert werden, dass ein scheidender Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin vielleicht doch wieder zurückkommen will. Und selbst wenn am Ende das „Rehiring“ nicht gelingt, wurde alles dafür getan, um den oder die Ex zum Markenbotschafter des Unternehmens zu machen.

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