BuchmarketingIst die Beraterzunft „am Arsch“?

Viele Berater haben offensichtlich den „Arsch“ für sich entdeckt. Vor allem dann, wenn sie ein Buch schreiben und damit größtmögliche Aufmerksamkeit erregen wollen.

Je derber der Buchtitel, umso mehr Aufmerksamkeit ist mir gewiss. Dieser Ansicht scheinen mittlerweile viele Berater zu sein, und vor allem diejenigen, die auch gerne Keynote-Speaker wären. Den Auftakt machten vor rund sieben Jahren Frank Wilde und Martin Wehrle mit ihren Buchtiteln „Beweg deinen Arsch“ beziehungsweise „König Arsch: Mein Leben als Kunde - der ganze normale Wahnsinn“. Dann geriet der Arsch wieder etwas in Vergessenheit, bevor 2016 und 2017 Bücher erschienen wie: „Ein Arsch - ein Ziel: Meine Challenge“, „Ohne Handy - voll am Arsch!“, „Sitzen ist fürn Arsch: Warum die sitzende Lebensweise unsere Gesundheit gefährdet und was wir dagegen tun können“. Und: „Am Arsch vorbei geht auch ein Weg: Wie sich dein Leben verbessert, wenn du dich endlich locker machst“. Wobei das letztgenannte von Alexandra Reinwarth das absolute publizistische Highlight darstellt, denn dieses Buch gibt es nicht nur zum Lesen und als Hörbuch. Nein, auch als Mal- und Ausfüllbuch und als Wochenkalender. Wow!

Auch 2018 müssen die Freunde des Allerwertesten nicht auf so genannte „Arsch-Bücher“ verzichten. Unter dem Titel „Change mich am Arsch: Wie Unternehmen ihre Mitarbeiter und sich selbst kaputtverändern“ von Axel Koch steht schon das nächste parat. In diesem Buch deckt der Autor laut dazugehörigem Werbetext auf, „warum wir mit dem Change-Wahnsinn einem kollektivem Irrtum aufsitzen und wie eine Balance zwischen Stabilität und Veränderung aussehen kann“. Offen gesagt: Ich habe keines der „Arsch-Bücher“ gelesen. Sie gehen mir sprichwörtlich am A… vorbei. Dafür beherzige ich vielmehr den Titel des Buchs von Mark Manson: „Die subtile Kunst des darauf Scheißens“. Wenn das mal keine gelungene Alternative zu all den „Arsch-Titeln“ ist!

Dazu im Management-Handbuch

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