Business IntelligenceFünf Vorbehalte gegen mobile Applikationen

Die Nachfrage nach mobilen BI-Lösungen in den Fachabteilungen von Unternehmen wächst. Doch erst müssen Vorbehalte dagegen ausgeräumt werden.
Von Klaus Hofmann zur Linden

Mobile BI ist so neu eigentlich nicht. Erste Lösungen auf Notebooks gab es bereits vor zehn Jahren und sie haben sich durchaus auch verbreitet. Auf Handys hingegen hat sich mobile BI bislang nicht durchgesetzt, denn auf den kleinen Bildschirmen mit niedriger Auflösung haben technische Barrieren das Konzept lange Zeit ausgebremst. Heute sind diese Hürden verschwunden.

Viele Unternehmen halten sich dennoch mit der Einführung von mobiler BI zurück, auch wenn die Technik zur Verfügung steht und sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass Mitarbeiter mit ihrem Smartphone oder Tablet auch außerhalb des Büros Zugriff auf Firmendaten fordern. Noch immer werden eine Reihe von Argumenten vorgebracht, die gegen mobile BI sprechen: schwer implementierbar, zu umständlich, zu begrenzt, zu unwirtschaftlich. Unternehmen, die diesen Missverständnissen erliegen, verschenken Möglichkeiten, ihre mobilen Geschäftsprozesse zu optimieren. Hier die fünf verbreitetsten Vorurteile zu mobiler BI:

Alle Benutzer müssen das gleiche Gerät verwenden

In der Vergangenheit haben Unternehmen BI-Anwendungen eigens für BlackBerry-Handys eingeführt, da diese im Businessumfeld weit verbreitet waren und der gesicherte Zugriff auf betriebliche Informationen damit am einfachsten zu gewährleisten war. Heute gibt es wesentlich mehr Geräte und mobil tätige Mitarbeiter nutzen iPhones, Android-Handys, Windows-Phones sowie iPads und Android-Tablets. An dieser Vielfalt wird sich so schnell nichts ändern.

Darüber hinaus sind die Browser mobiler Endgeräte so leistungsfähig, dass keine zusätzliche BI-spezifische Software installiert werden muss. Unternehmen sollten bei der Auswahl einer Lösung darauf achten, dass diese optimale Sicherheitsbedingungen aufweist, Mobilgeräte aller Art unterstützt und vorhandene Investitionen in die Geräte schützt, indem BI-Inhalte wie Reports, Dashboards und Anwendungen direkt im Browser dargestellt werden.

Eine eigene Applikation für jeden Mobilgerätetyp

Für einige BI-Anwendungen stimmt diese Behauptung. Solchen Anwendungen fehlt die Möglichkeit, die nativen Funktionen der verschiedenen Geräte dynamisch zu nutzen. Dies ist aber kein Grund, um mobile BI nicht einzuführen. Es gibt durchaus BI-Lösungen, die den Aufwand für die Erstellung und Pflege mehrerer Versionen unterschiedlicher BI-Ressourcen für jede mobile Plattform nicht benötigen. Es ist auch kein zusätzlicher Server nötig, denn die vorhandene BI-Infrastruktur kann die neuen mobilen Anforderungen abdecken. Die browserbasierten mobilen Reports, Dashboards und Web-Applikationen geräteunabhängiger Lösungen erkennen automatisch, welches Gerät verwendet wird, und übersetzen BI-Inhalte automatisch in das entsprechende Format.

Bei der Auswahl einer BI-Lösung müssen Unternehmen darauf achten, dass sich die Anwendung an das Gerät anpasst und nicht umgekehrt. Denn so muss die IT die Applikation nur einmal erstellen und sie kann auf allen Geräten zum Einsatz kommen.

Mobile BI wird nur auf Mobiltelefonen genutzt

Bis vor wenigen Jahren traf diese Behauptung noch zu, denn die Mehrzahl der mobilen BI-Nutzer hatte BlackBerrys und Palms im Einsatz. Auf den kleinen Displays waren komplexe Auswertungen mit vielen Variablen oder detailreiche Diagramme kaum zu erkennen. Daher wurden mobile BI-Anwendungen für Smartphones bislang im Wesentlichen nur für die Sichtung grundlegender Geschäftsdaten eingesetzt, oder, um sich bei den wichtigsten Kennzahlen auf dem Laufenden zu halten.

Seit es Tablets gibt, hat sich die Situation geändert: Das iPad oder Android-Tablets überwinden die Defizite kleiner Displays und erlauben detailreiche Analysen. Mit den Tablets können Anwender beispielsweise Ad-hoc-Reports erstellen und komplexe Datenrelationen grafisch und übersichtlich anzeigen.

Mobile Mitarbeiter sind immer online

Viele Anbieter mobiler BI-Lösungen unterstellen, dass mobile Mitarbeiter permanent mit dem Internet verbunden sind. Folglich fehlen den Produkten Funktionen, mit denen auch Reports und Analysen offline erstellt und betrachtet werden können. Tatsache ist jedoch, dass unterwegs genutzte Internetverbindungen entweder quälend langsam oder komplett unterbrochen sind. Der Zugriff auf wichtige Informationen ist aber oft essenziell, etwa auf dem Weg zu einem Kunden oder zu einem Meeting. Eine mobile BI-Lösung sollte daher auch das Arbeiten im Offline-Modus ermöglichen. Die Lösung: Daten und interaktive Funktionen werden in einer einzelnen, autonomen HTML-Datei gekapselt, und Anwender können Inhalte dann auch im Offline-Modus bearbeiten.

Keine Funktionen für Ad-hoc- oder Detail-Analysen

Einige BI-Anwendungen erlauben tatsächlich nur den Zugriff auf statische Daten und einfache Auswertungen. Die Benutzer haben kaum Möglichkeiten, Informationen im Detail zu analysieren. Leistungsfähige, aktuelle BI-Plattformen aber ermöglichen es, interaktive Reports und Analysen auf beliebige Mobilgeräte zu senden. Geräteunabhängige Lösungen verbinden Daten und interaktive Funktionen in einem einzigen Dokument, etwa in einer Liste, einem Report oder einem Dashboard, das an die verschiedensten, in einem Unternehmen eingesetzten mobilen Endgeräte gesendet werden kann. Dort können die Benutzer die Daten selbst filtern, sortieren, berechnen oder Diagramme erzeugen.

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