ChecklisteWie Sie Präsentationen vorbereiten und durchführen

Worauf müssen Sie achten, wenn Sie eine Präsentation halten? Was müssen Sie vorab klären? Und was ist während der Präsentation wichtig? Nutzen Sie für Vorbereitung und für die Durchführung Ihrer Präsentation eine Checkliste mit den jeweils 20 wichtigsten Punkten.
Von Anne M. Schüller

So bereiten Sie sich auf Ihre Präsentation vor

Mit einer Präsentation haben Sie die Gelegenheit, Ihr Anliegen oder Ihr Thema den Anwesenden vorzutragen. Nutzen Sie diese Chance, indem Sie sich professionell vorbereiten. Dazu müssen Sie wissen, wer die anwesenden Teilnehmenden sind und was sie von Ihnen erwarten. Sie sollten außerdem klären, wie viel Zeit Sie zur Verfügung haben. Nichts ist schlimmer als eine Präsentation, bei der Sie ausgerechnet in der entscheidenden Phase unter Zeitdruck geraten.

Bereiten Sie deshalb jede Präsentation sorgfältig vor und klären Sie dazu folgende Punkte:

  • Was ist mein ganz konkretes Ziel? Was will ich am Ende erreicht haben?
  • Wer sind die Teilnehmenden? Was weiß ich über sie? Was ist zu beachten?
  • Wer ist formeller, wer informeller Entscheider? Was sind die Haupt- und Nebenziele der Entscheiderin oder des Entscheiders?
  • Habe ich einen griffigen Titel? Weckt er Interesse, Neugierde und Zuspruch?
  • Was sind meine Kernbotschaften? Sind sie prägnant formuliert?
  • Gibt es eine erkennbare Struktur und einen Spannungsbogen?
  • Habe ich zu viele Folien? Ist zu viel darauf? Ist die Schrift groß genug?
  • Wo kann ich reduzieren? Wo vereinfachen? Wo schärfen?
  • Wie schaffe ich optisch und inhaltlich Faszination? Eignen sich Bilder, Videos, O-Töne?
  • Welche Anekdoten, Beispiele und Geschichten unterstützen meine Aussagen?
  • Habe ich Humor eingebaut? Wie kann ich ein paar Lacher erzeugen?
  • Wie gestalte ich den Ablauf und die verfügbare Zeit?
  • Wo kann ich gegebenenfalls kürzen, wenn die Zeit doch knapp wird? Was behalte ich in der Hinterhand?
  • Wie ist der Raum, das Licht, die Sitzordnung, die Präsentationssituation?
  • Welche Technik setze ich ein? Bin ich auf Pannen vorbereitet?
  • Wie kleide ich mich für den Anlass und die Zielgruppe passend?
  • Habe ich meinen Vortrag auf Zeitdauer und Wirkung getestet?
  • Ist genug Zeitpuffer für Fragen und die Diskussion eingebaut?
  • Bin ich auf Fragen, Zwischenbemerkungen und Einwände gut vorbereitet?
  • Habe ich mein Lampenfieber im Griff? Bin ich frohen Mutes und gut drauf?

Achten Sie insbesondere auch auf freie Sicht auf alle in der Runde. Legen Sie Unterlagen nicht so vor sich auf den Tisch, dass sie sich wie eine Mauer vor Ihnen auftürmen. Ähnliches gilt für die Konferenzgetränke und etwaige Blumen. Sie können zu einer Barriere zwischen den Gesprächspartnern werden.

Warum Sie bei der Präsentation stehen sollten

Sie legen mit Ihrer Präsentation los. Dann ist besonders wichtig: Stehen Sie für die Präsentation auf. Denn das stärkt Ihre Position. Allen im Raum wird klar, dass sie ihre Aufmerksamkeit nun auf Sie lenken sollten. Sie werden im Stehen von allen auch besser gesehen, können sich zu den Teilnehmenden hinbewegen und auf Wichtiges an der Leinwand zeigen.

So halten Sie Ihre Präsentation

Wenn Sie aufstehen und die Position einnehmen, von der aus Sie Ihre Präsentation halten wollen, dann beachten Sie folgende Punkte:

  • Nehmen Sie in Ruhe Ihren Standpunkt ein und wohlwollend Augenkontakt auf – mit allen im Raum. Erst danach beginnen Sie Ihre Präsentation.
  • Begrüßen Sie die Teilnehmenden, stellen Sie sich und Ihr Anliegen kurz(!) vor.
  • Lernen Sie den Anfang und das Ende ihrer Präsentation auswendig. Wählen Sie einen überraschenden Start und einen zündenden Schluss.
  • Machen Sie nach den ersten gesagten Worten eine Wirkungspause. Atmen Sie dazu langsam ein. Das bringt hundert Prozent Aufmerksamkeit.
  • Formulieren Sie das Ziel Ihrer Präsentation und Ihr Thema oder Ihren Standpunkt.
  • Geben Sie den Zuhörenden einen Überblick über Zeit und Struktur.
  • Lesen Sie nicht von den Folien ab. Diese untermalen die Botschaft, mehr nicht.
  • Sprechen Sie frei! Benutzen Sie eventuell Stichwortkärtchen.
  • Wenden Sie sich dem Publikum und nicht dem PC oder der Leinwand zu.
  • Achten Sie auf passende Körpersprache, also auf Gestik, Mimik und Standortwechsel.
  • Variieren Sie Sprechtempo, Lautstärke und Modulation.
  • Erzeugen Sie Spannung durch Stimmlagenwechsel und Pausen.
  • Benutzen Sie die Sprache des Publikums. Knüpfen Sie an Bekanntes an.
  • Sprechen Sie in einer einfachen Sprache mit starken Worten, in kurzen Sätzen.
  • Vermeiden Sie Fremdworte, Worthülsen und Phrasen.
  • Gönnen Sie dem Publikum kleine Verschnaufpausen.
  • Interagieren und dialogisieren Sie mit den Teilnehmenden.
  • Schließen Sie mit einer Pointe, Ihrer Lösung oder einem Appell.
  • Ernten Sie den Applaus. Bedanken Sie sich. Drücken Sie Freude aus.
  • Leiten Sie zum Schluss zu einer konstruktiven Diskussion über.

Noch ein kleiner Tipp: Bei Präsentationen erhält meist das „Alphatier“, also die wichtigste Person im Raum, den meisten Blickkontakt. Andere Teilnehmende können sich so leicht ausgeschlossen fühlen und am Ende gegen Sie stimmen. Achten Sie also darauf, alle anzuschauen. Am besten geht das, indem Sie bei jedem Argumentationspunkt ganz gezielt den Augenkontakt reihum wechseln. Viel Erfolg!

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