Coaching für FührungskräfteWie Sparringspartner Managern und Unternehmern helfen

Sparringspartner finden gemeinsam mit ihren Klienten eine Lösung für konkrete Aufgaben. Sie hinterfragen vorhandene Ideen zur Lösung und entwickeln diese weiter. Was unterscheidet sie von Coachs und Beratern?

Manager und Unternehmer können Projekte, Lösungsentwicklungen und Herangehensweisen mit einem Sparringspartner bearbeiten – und dabei die eigenen Fähigkeiten verbessern. Das ist besser als in realen Situationen Lehrgeld zu zahlen, mit dem er oder sie nicht nur der eigenen Karriere schadet, sondern was auch dem Unternehmenserfolg wenig förderlich ist.

Sparringspartner in der Wirtschaft

Sparringspartner sind organisationsexterne Personen, die mit dem Kunden zielorientiert an Herausforderungen arbeiten, um einen Soll-Zustand zu erreichen. Dabei handelt es sich meist um die Befähigung, einen besseren Beitrag zum Unternehmenserfolg zu leisten. Sparring leitet sich vom englischen Ausdruck „to spar with someone about“ ab, was so viel bedeutet wie „sich mit jemandem über etwas auseinandersetzen“.

Manager und Unternehmer testen sich an Sparringspartnern, dürfen ihre eigenen Ideen ausprobieren, Ratschläge des Sparringspartners beherzigen und sie gemeinsam mit ihm weiterentwickeln.

Sparringspartner simulieren Situationen und Entscheidungen

Der Sparringspartner übernimmt dabei zum Beispiel die Aufgabe, eine zweite Meinung zu einem auf Kundenseite bestehenden oder sich entwickelnden Lösungsansatz zu vertreten. Oder er spielt den „Advocatus Diaboli“ und fordert das Konzept des Managers heraus. Konkrete Optionen werden dann gemeinsam durchdacht. Anregungen, Feedback und Ideen vom Sparringspartner sind dabei explizit erwünscht.

Wie beim Boxen trainiert der Manager mit dem Sparringspartner seine Fähigkeiten. Der Sparringspartner simuliert Situationen, Prozesse, Entscheidungen, denen der Kunde gegenübersteht. Diese werden besprochen und gemeinsam reflektiert. Handlungsoptionen werden beleuchtet, neue gemeinsam gefunden und können vom Kunden implementiert werden.

Unterschiede zwischen Sparringspartner, Coach und Berater

Der Sparringspartner vereint das Fach- und Methodenwissen eines Beraters mit den Techniken eines Coachs. Die Unterschiede zwischen Sparring, Coaching und Beratung macht folgendes Beispiel deutlich:

Führungskraft Andreas M. soll mit seiner Strategieabteilung einen Kulturwandel hin zu mehr Unternehmergeist im Unternehmen gestalten. Hierfür möchte er sich externe Hilfe holen. Er fragt einen Berater, einen Coach und einen Sparringspartner, was sie für ihn tun können:

Coach

  • Begleitet für die gesamte Dauer des Projektes mit gezielten Fragetechniken und Methoden.
  • Hört aktiv zu, gibt Denkanstöße und Impulse und regt an, auch andere Perspektiven zu durchdenken. Geht die Herausforderung neutral an und bewertet nichts.
  • Gibt keine Handlungsvorschläge und kein Ergebnisversprechen, sondern setzt seine Methodenerfahrungen ein, um das Beste im Klient zu wecken.
  • Klient soll seine Fähigkeiten und Ressourcen entdecken und durch das Entwickeln und Durchspielen vieler Lösungsalternativen den für ihn passenden Weg finden.
  • Die als problematisch empfundene Situation wird sich klären und der Klient wird sich dabei persönlich weiterentwickeln.
  • Das Coaching findet ein Mal pro Woche für ein bis zwei Stunden statt.

Berater

  • Analysiert die Herausforderung in allen Details nach einem ausführlichen Briefing des Klienten.
  • Darf mit weiteren Teammitgliedern und Stakeholdern sprechen.
  • Rundet seine Analyse durch DeskResearch und gegebenenfalls Workshops ab.
  • Entwickelt danach einen konkreten Lösungsvorschlag für die Herausforderung, der auch die Planung für die nächsten Schritte sowie Key Performance Indikatoren beinhaltet, mit der sich das Erreichen der (Teil-)Ziele messen lassen.
  • Intensive und tägliche Arbeit an der Herausforderung innerhalb von 6 Wochen.
  • Klient und Mitarbeiter setzen die Planung um; der Berater begleitet optional.
  • Projekt erweitert den Wissens- und Erfahrungshorizont des Klienten.

Sparringspartner

  • Findet mit dem Klienten gemeinsam eine Lösung für die Herausforderung.
  • Hinterfragt dabei die vorhandenen Ideen und Erfahrungen zur Lösung, entwickelt diese weiter und/oder festigt sie.
  • Schaut sich die zur Verfügung stehenden Ressourcen (Fähigkeiten, Erfahrungen, Mitarbeiter, Kollegen etc.) des Klienten an, ordnet und entwickelt sie.
  • Nutzt Methoden und Fragen aus dem klassischen Coaching und bringt gleichzeitig seine Erfahrungen, sein Fachwissen, Ratschläge und auch Lösungsvorschläge ein.
  • Untersucht diese auf die Tauglichkeit für den Klienten und das Unternehmen.
  • Begleitet bei der Umsetzung des Projekts.
  • Bespricht anstehende, schwierige Situationen in der Umsetzung der Lösung täglich auf telefonischem Weg und spielt diese gegebenenfalls durch.

Andreas M. schließt daraus: Der Berater wird für mich Lösungen formulieren, für die mir bisher das Wissen und die Erfahrungen fehlen. Der Coach wird mir eine Reflexionsfläche zur Entwicklung eigener Lösungen bieten. Beim Sparringspartner ergibt sich eine Lösung aus der Interaktion mit mir. Wer die Lösung formuliert, ist im Sparring letztlich gleichgültig.

Die Arbeit mit einem Sparringspartner im Unternehmensalltag

Andreas M. entscheidet sich für den Sparringspartner als „coachenden Berater“. In einem ersten persönlichen Gespräch klären der Sparringspartner und er das Thema „Change Management“ und die unternehmerischen Stärken und Defizite im Unternehmen. Müller gibt seinem Sparringspartner dabei wichtige Hintergrundinformationen, die dieser benötigt, um sich fachlich ein genaues Bild machen zu können und sich in die Herausforderung hineinzudenken.

Für die weitere Entwicklung und Konkretisierung des Themas sowie die Klärung der einzelnen Bestandteile ergänzt der Sparringspartner die Methode des aktiven Zuhörens (aus dem Coaching) durch gezieltes Feedback, Wissen und Handlungsalternativen (aus der Beratung). Wie ein Coach nutzt der Sparringspartner vor allem zirkuläre und offene Fragen, gegebenenfalls Rollenspiele sowie konfrontatives Feedback. Der facherfahrene Sparringspartner wird – ganz wie ein Berater – auch konkrete Ratschläge geben, die sein Klient reflektiert, um sich diese eventuell in abgewandelter Form zu eigen zu machen.

In der Umsetzungsphase wird der Klient den Sparringspartner nutzen, um entwickelte Vorgehensweisen zu besprechen, den Tag zu strukturieren, auf Konfliktsituationen vorbereitet zu werden, Verhalten zu reflektieren oder auf konkrete Fragen Antworten zu erhalten. In dieser Umsetzungsphase nutzt der Sparringspartner sein Wissen, seine Erfahrungen und seine Methodenkompetenz, um die Handlungskompetenz und -sicherheit seines Klienten zu erhöhen.

Fazit

Ein Sparringspartner ermöglicht es, Herausforderungen mit größerer Sicherheit anzugehen. Manager und Unternehmern entwickeln dabei ihre Herangehensweisen und Fähigkeiten im sicheren Sparring. Dabei entwerfen und verfestigen sie nicht nur ihre Strategie und Taktik, sondern holen sich auch im laufenden Projekt Übungseinheiten und Ratschläge von ihrem Sparringspartner. Die Sparringsarbeit ist so harmonisch in den Arbeitsrhythmus integriert, dass eine hohe Prozessgeschwindigkeit gewährleistet ist. Ein Punkt, der gerade Führungskräften mit zeitlichen Beschränkungen entgegenkommt.

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