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CoachingMehr Zufriedenheit am Arbeitsplatz

Meine zehn besten Tipps, die ich meinen Klienten als Coach am häufigsten weitergebe.

Hör auf, dich permanent zu beklagen!

Das klingt banal, aber ich kann ein Lied davon singen, worüber sich Menschen im Beruf alles beklagen: die Kolleginnen und Kollegen, die Vorgesetzten, die Kunden, die Arbeitsbedingungen, das (zu niedrige) Gehalt, zu wenig Anerkennung, das Essen in der Kantine. Manchmal klagen sie auch über sich selbst. Irgendwann muss aber auch Schluss damit sein. Mal zu jammern hat seine Berechtigung, und es braucht auch eine Zeit dafür, aber eben nicht ständig. Sich mal bei den Kollegen Luft zu machen, kann hilfreich sein, aber eben nicht ständig und über jede Kleinigkeit. Deshalb: Wenn Du merkst, es wird Dir (oder anderen) gerade zuviel, hör auf damit, und beherzige stattdessen die folgenden Tipps! Durch noch mehr Klagen ändert sich nichts, außer du und dein Umfeld bekommen schlechte Laune.

Wenn Du etwas verändern willst, mach den ersten Schritt!

Erstaunlicherweise erwarten viele, dass irgendwer da draußen oder da oben für eine Veränderung sorgt. Die Klassiker: mehr Personal, bessere Software, mehr Budget (das drückt Wichtigkeit aus), mehr Status (geht am besten durch mehr Hofstaat). Aber in meinen Coachings höre ich auch immer wieder folgenden Refrain: „Mir sind die Hände gebunden.“ Am besten mit dem Zusatz: „Ich würde ja gerne...“ Dann frage ich: Warum tust Du`s dann nicht? Nicht immer sind die böse Globalisierung, die Digitalisierung oder Automatisierung daran schuld. Wer nur ausgetretene Pfade kennt („Das haben wir schon immer so gemacht.“), wird es schwer haben, sich auf notwendige Veränderungen einzulassen. Das gehört aber für viele Märkte und den darin agierenden Unternehmen mittlerweile zur dynamischen Tagesordnung.

Suche dir Gefährten bei der Arbeit!

Es gehört zur seelischen Gesundheit, Freunde und Familie zu haben, die einen in schweren Zeiten tragen und in schönen Spaß machen. Wie viele Arbeitnehmer bleiben aber besonders in den anstrengenden Phasen eines Projekts lieber auf ihrer Gewohnheitscouch sitzen anstatt sich aufzumachen und mit anderen am Arbeitsplatz „Freundschaften“ zu schließen. Okay, ob immer gleich Freundschaften daraus werden? Nennen wir es lieber einmal „Weggefährten“. Wenn ich mein Netzwerk – auch abteilungsübergreifend – zu Kolleginnen und Kollegen pflege, kann ich mich vielleicht besser solidarisieren und Rückhalt finden. Gerade, wenn es in einem Projekt oder einer konfliktreichen Situation schwierig wird im Team, können Außenstehende sehr wichtig werden.

Wisse, wozu du deine Arbeit tust!

Es gibt einen Unterschied zwischen der Arbeit, mit der man seine Brötchen verdient, der Arbeit, die man wegen seiner Karriere und Selbstverwirklichung nachgeht, oder der Arbeit, für die man berufen ist. Irgendwo dazwischen wird jeder sich einordnen können und nach mehr oder weniger Ambitioniertem streben. Aber jeder hat etwas, das ihn antreibt. Wenn es im Beruf nicht verwirklichbar ist, dann vielleicht in der Freizeit, im Ehrenamt oder der Familie. Die Motive sind sehr unterschiedlich.

Was aber insgesamt hilft, den Sinn der eigenen Tätigkeit zu erkennen, ist sich bewusst zu machen, zu welchem größeren Ganzen man da einen Beitrag leistet. Selbst die Raumpflegekraft bei der NASA räumt nicht nur den Dreck von anderen weg (auch wenn sich die Alltagsroutine oft so anfühlt), sondern schafft saubere Arbeitsplätze, an denen das Universum erobert wird. Ich weiß, man kann dieses Thema auch übertreiben und sich etwas vormachen. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass es meinen Klienten oft geholfen hat – übrigens auch denjenigen, die routinemäßig ein Genie sein müssen – sich ihres Beitrags zum großen Ganzen wieder zu vergewissern.

Investiere kontinuierlich in deine Stärken!

Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen. Damit man aber nicht ausbrennt, braucht es eine größtmögliche Übereinstimmung zwischen den Anforderungen des Jobs und dem eigenen Stärkenprofil. Wer etwas macht, worin er nicht gut (genug) ist, wird bald die Freude an der Arbeit verlieren und nur noch Job nach Vorschrift tun. Wenn beispielweise ein kreativer Kopf in der Buchhaltung landet und hier eher nach Standards arbeiten soll, wird seine kreative Seite nicht abgefragt. Wer aber etwas macht, was ihn genügend anstrengt, fühlt sich erfüllter. Auch wenn es dann mal ein anstrengender Marsch durchs Projekt ist oder ein Riesenberg an Aufgaben erklommen werden soll – am Ende empfindet man Stolz, Freude und Teamspirit, es gemeinsam geschafft zu haben.

Sei ein Brückenbauer zu anderen Abteilungen!

Wir leben und arbeiten in einem sozialen Verbund. Für die meisten ist es entweder das Team oder die Abteilung. Das ist zunächst einmal der primäre Bezugsrahmen. Doch am Arbeitsplatz herrscht bei vielen Unternehmen eine Art Brutkastenmentalität. Die eigene Nestwärme wird der bösen, fremden Welt da draußen vorgezogen – und das sind die anderen Abteilungen. Silodenken ist immer noch erschreckend weit verbreitet und endet beim eigenen Zuständigkeitsbereich.

Für flüssiges, reibungsarmes Zusammenarbeiten ist es aber wichtig, gerade an den Schnittstellen zu anderen Abteilungen die Leute zu kennen, mit denen man es da zu tun hat. Wie kommen sie mit unseren Arbeitsergebnissen zurecht? Wie wir mit ihren? Es hilft ungemein, sich darüber einfach mal zu verständigen und gemeinsam zu verstehen, was wer im Prozess von wem eigentlich braucht. So können Menschen auch an den kräftezehrenden Schnittstellen zu Nahtstellen werden und sich deutlich besser austauschen und kommunizieren. Das spart Nerven und letzlich auch Zeit.

Betrachte die Arbeitswelt optimistisch!

Manchmal kommt man bei der Arbeit einfach nicht zur Ruhe. Ständig kommt irgendetwas dazwischen und stört: die nächste Change-Initiative, ein neues Konzept oder Projekt, neue Vorgesetzte, ein neues Logo. Es spielt keine Rolle, was es ist: Die Arbeitswelt bleibt anstrengend und ist nicht immer ein Ponyhof. Also gilt es, das Beste daraus zu machen und die Vorteile und Chancen zu sehen.

Am besten geht das, wenn sich Mitarbeiter wie Goldsucher verhalten: Erst einmal den ganzen Morast wegwaschen, um dann die Nuggets herauszufischen. Steht beispielsweise ein Projekt an, lohnt es sich, das Ziel vor Augen zu haben. Wem das nicht hilft, der kann sich eventuell auch auf Grundlage des eigenen Gehalts ausrechnen, wie viel Geld er mit jeder Arbeitsstunde verdient und was sein (regelmäßiges) Gehalt ihm ermöglicht. Wer dankbar für kleine Schritte ist, gewinnt auch bei größeren Widrigkeiten eine konstruktive Haltung.

Kenne und schätze deinen Wert!

Ich kenne sehr viele Menschen, die machen ihren Wert nahezu komplett abhängig vom jährlich stattfindenden Leistungsbewertungsgespräch. Was werden da für Spielchen veranstaltet, nur um ein bisschen mehr Anerkennung von der Vorgesetzten oder dem Vorgesetzten zu bekommen als die anderen. Das Heischen nach Anerkennung geht oft einher mit einem Anbiedern bei denen da oben. Diese „Arschkriecherei“, wie sie in modernen, schlanken, demokratischen Unternehmen eigentlich gar nicht mehr vorkommen sollte, hält sich dennoch beständig. Sie ist in hierarchischeren Unternehmen meiner Erfahrung nach auch größer als in kleinen, schlanken Betrieben.

Wer zufriedener im Job werden möchte, muss sich fragen, bis zu welchem Grad er diese Spielchen mitspielt, und wie stark er sein Selbstbewusstsein und seinen Selbstwert von jemand anderem abhängig macht. Den eigenen Wert kann man sich eigentlich nur selbst geben. Wenn man seine eigene Leistung anerkennt, darf man auch stolz auf sich selbst sein, sich selbst gut finden. Das ist besonders für kritische Menschen schwierig, die ohnehin dazu neigen, sich selbst eher abzuwerten als aufzurichten. Durch Mentaltraining („Das habe ich gut gemacht“) und gelegentlich auch Feedback von außen – notfalls Kollegen fragen und ihnen dann auch glauben – kann diese Selbststärke jedoch sehr gut aufgebaut werden.

Akzeptiere die Schwächen anderer!

Wenn man mehr oder weniger den ganzen Tag mit anderen Menschen verbringt, kommen deren Schwächen irgendwann zum Vorschein. Die Wahrnehmung dieser Schwächen sollte jedoch nicht zu viel Raum einnehmen, so dass das die eigene Zufriedenheit oder die Freude am Job beeinträchtigt. Dabei geht es nicht darum, sich die Schwächen der anderen Kolleginnen und Kollegen schönzureden. Sie sind ja – zumindest für einen selbst – eine Herausforderung. Sich aber zu vergegenwärtigen, welche Schwächen ich selbst anderen zumute, kann schon sehr hilfreich sein, etwas realistischer mit den Kolleginnen und Kollegen umzugehen. Wer um seine eigenen Schwächen weiß, mit denen er auch bei anderen aneckt, kann mit den Schwächen anderer besser umgehen als jemand, der sich den ganzen Tag daran aufreibt.

Geld macht nicht grenzenlos glücklich

Wer immer nur nach der nächsten Gehaltserhöhung strebt, erlangt nur bis zu einem gewissen Maß Zufriedenheit. Die Zufriedenheitsforschung bestätigt das: Wer im Lotto gewinnt, wird nur kurzzeitig glücklich. Alle Zufriedenheitswerte pendeln sich danach wieder auf das Normalniveau ein.

Jeder sollte sich also fragen, was er für die Grundabsicherung und Lebenshaltung wirklich braucht und was nicht. Den eigenen Wert daran festzumachen oder sogar Geld nachzujagen, ist vielleicht für Investmentbanker (das ist ihr Job) relevant, aber im normalen Kontext – auch Investmentbanker werden ihrer Millionen schnell überdrüssig – braucht es nicht immer noch mehr zu sein. Im Endeffekt geht es um die Frage, welchen Stellenwert Geld für mich, meinen Selbstwert und meine Lebensführung hat.

Dazu im Management-Handbuch

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