Data GovernanceDauerhaft hochwertige Daten

Ein strategisches Informationsmanagement sorgt für hohe Datenqualität. So sind fundiertere Geschäftsentscheidungen möglich.
Von Nathan Jagoda

Schlechte Datenqualität kostet Geld, hohe Datenqualität zahlt sich aus. Auf diesen einfachen Nenner lassen sich alle Maßnahmen rund um die Sicherung einer hohen Datenqualität, die Einhaltung der Datenintegrität und das Stammdaten-Management bringen. Marketingaktionen mit inkorrekten Daten verfehlen ihr Ziel, Angebote müssen neu berechnet werden, weil die Datenbasis fehlerhaft ist, oder Rechnungen werden nicht beglichen, weil die Adressangaben nicht stimmen. In Unternehmen, die über keine Data-Governance-Strategie und damit über kein explizites Informationsmanagement verfügen, enthält – so sagen es Schätzungen – jeder vierte Kundendatensatz gravierende Fehler. Wie aber lässt sich Data Governance im Unternehmen umsetzen? Wie lässt sich die Datenqualität optimal steuern und überwachen?

Strategie und Ziele festlegen

Da heute immer mehr Mitarbeiter Entscheidungen schnell treffen müssen, benötigen sie jederzeit Zugriff auf aktuelle, konsistente und korrekte Daten. Die Einführung eines strategischen Informationsmanagements ist daher kein einmaliges Projekt. Die Etablierung von Data Governance folgt einer langfristig ausgerichteten Strategie, die alle unternehmenskritischen Anwendungen und Daten umfasst. Die Regeln und Prozesse zur Überwachung und Steuerung einer hohen Datenqualität werden in der Data-Governance-Strategie festgelegt.

Nutzen von Data Governance ermitteln

Abhängig vom Ist-Zustand in einem Unternehmen erfordert strategisches Informationsmanagement Investitionen in die IT und in einigen Fällen auch in die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern. Geschäftsbereiche, die Data Governance realisieren wollen, sollten Unterstützung in anderen Abteilungen und vor allem von der Geschäftsleitung oder dem Vorstand suchen – und nicht zuletzt eine betriebswirtschaftliche Begründung von quantitativen und qualitativen Vorteilen für das Unternehmen aufzeigen.

Nutzen mit Zahlen untermauern

Wenn es um Kosten und Erträge von Informationsmanagement geht, liefern veröffentlichte Marktstudien, wissenschaftliche Beiträge und die Erfahrungen anderer Unternehmen wichtige Hinweise, mit denen sich der angestrebte Nutzen und die Vorteile des Investitionsvorhabens untermauern lassen. Ebenso wie Geschäftsprozesse mit Kennzahlen gesteuert werden, müssen auch für die Datenqualität Kennzahlen festgelegt werden.

Vorhandenen Datenbestand bewerten

Die Überwachung und Steuerung der Datenqualität muss frühzeitig ansetzen, damit aus kleinen Ungenauigkeiten keine großen Probleme entstehen. Die Fachabteilungen leisten dazu einen wichtigen Beitrag, aber sie finden meist nur das allzu Offensichtliche. Ergänzend dazu sollten die Unternehmensdaten grundsätzlich durchleuchtet werden. Dies ist die Aufgabe von Data Profiling. Die Ergebnisse der ersten Bestandsaufnahme können in einen Investitionsantrag zur Einführung von Data Governance eingebaut werden.

Technologische Voraussetzungen klären

In Abstimmung mit den Fachabteilungen muss die IT-Abteilung die technologischen Grundlagen des strategischen Informationsmanagements aufbauen und einen zuverlässigen Betrieb sicherstellen. Um auf die unterschiedlichsten internen und externen, strukturiert und unstrukturiert vorliegenden Daten zugreifen zu können, wird flexible und passgenaue Integrationstechnologie benötigt, die einen reibungslosen und einfachen Zugang zu jedem Informationssystem gewährleistet.

Erfolgsfaktoren identifizieren

Jede strategische Initiative in einem Unternehmen – und dazu gehört die Einführung von Data Governance – muss die wichtigsten Erfolgsfaktoren, aber auch die größten Risikofaktoren kennen. Zu den Erfolgsfaktoren zählen etwa die Unterstützung durch die Geschäftsleitung, die Akzeptanz in den Fachbereichen sowie schnelle und nachweisbare Erfolge. Mögliche Risiken sind eine unzureichende finanzielle Ausstattung, eine fehlende Erfolgskontrolle, eine mangelhafte technologische Grundlage oder ein Nebeneinander von Fachabteilungen und IT.

Ziele und Erfolge regelmäßig kommunizieren

Das strategische Informationsmanagement ist ein permanenter Prozess. Alle Abläufe folgen einem Zyklus von planen, tun, überprüfen und umsetzen mit dem Ziel einer kontinuierlichen Verbesserung. Fachbereiche und IT müssen alle Vorhaben und Ziele kommunizieren und damit die Akzeptanz und das Engagement der Mitarbeiter sicherstellen und vorantreiben.

Fazit

Unternehmen können eine dauerhaft hohe Datenqualität nur durch ein systematisches, unternehmensweites Vorgehen erreichen. Die enge Zusammenarbeit zwischen den Fachabteilungen und der IT ist dazu eine notwendige Voraussetzung. Organisatorisch kann dies etwa folgendermaßen umgesetzt werden: Ein einzelner Mitarbeiter („Data Steward“) oder ein fest etabliertes Team aus Mitarbeitern der IT und der Fachabteilungen wird mit dieser Aufgabe betraut. Dieses Team ist dann auch für die Überwachung und Steuerung der Datenqualität verantwortlich.

Eine Verbesserung dieser Datenqualität ist schon durch kleine Schritte möglich. Data Governance bildet letztlich das alles umspannende Konzept für das gesamte Unternehmen und sollte ganzheitlich und von der Geschäftsleitung ausgehend gelebt werden.

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