Den richtigen Coach für Mitarbeiter finden

Die Wahl eines Coachs für die eigenen Mitarbeiter will wohl überlegt sein. Neun Tipps, wie Unternehmen den richtigen finden.

1. Fragen Sie sich zunächst: Wer soll gecoacht werden und mit welchem Ziel? Außerdem: Welche Besonderheiten kennzeichnen Ihr Unternehmen, etwa bezüglich seiner Kultur und Struktur? Aus den Antworten können Sie ableiten, welche Kenntnisse und Erfahrungen der Coach Ihrer Mitarbeiter haben sollte.

2. Coach ist kein geschützter Begriff. Jeder kann sich so nennen. Lassen Sie sich deshalb von den Kandidaten, die Sie in Betracht ziehen, einen Lebenslauf zeigen. Aus ihm sollte hervorgehen, welche Ausbildungen die Person absolviert und welche Lebens- und Berufserfahrung sie gesammelt hat.

3. Coaching soll Ihren Mitarbeitern primär helfen, ihren Job besser zu machen. Das setzt voraus, dass der Coach die Fragen und Herausforderungen versteht, vor denen Ihre Mitarbeiter im Berufsalltag stehen. Deshalb sind gute Coachs spezialisiert, zum Beispiel auf persönliche, berufliche oder unternehmerische Fragen, aufs Coachen von Führungskräften oder von Mitarbeitern mittelständischer Betriebe. Ein Coach, der behauptet, er sei bei allen Problemlagen oder Personengruppen gleich kompetent, ist kein guter Coach.

4. Bestehen Sie bei den Coachs, die Sie in Betracht ziehen, auf ein Vorgespräch! Darin bitten Sie sie, Ihnen ihr Vorgehen zu erläutern. Seriöse Coachs arbeiten transparent und können Ihnen ihre Arbeitsweise erläutern.

5. Fragen Sie, wo für die Coachs die Unterschiede zwischen Beratung, Training, Therapie und Coaching liegen; des Weiteren, welche Unterschiede sie beim Coachen von Privatpersonen und im Auftrag von Unternehmen sehen. Professionelle Coachs haben hierzu einen klaren Standpunkt.

6. Vertrauen Sie Ihrem Gefühl! Wenn Sie beim Vorgespräch den Eindruck haben, dass die Person wenig Ahnung von Betriebsstrukturen oder -prozessen hat und sich nicht sicher ist, welche zentralen Aufgaben zum Beispiel eine Führungskraft hat, sollten Sie diesen Coach von Ihrer Kandidatenliste streichen.

7. Sollten Sie zwei oder drei Kandidaten in der engeren Wahl haben, lassen Sie Ihre Mitarbeiter, die gecoacht werden sollen, mitentscheiden. Lehnen Sie eine bestimmte Person ab, werden sie sich dem Coach gegenüber nämlich nicht öffnen. Gleiches gilt, wenn Mitarbeiter keinen Coachingbedarf bei sich sehen.

8. Führen Sie vor Beginn des Coachings ein Sechs-Augen-Gespräch mit dem jeweiligen Mitarbeiter und dem ausgewählten Coach, in dem sie sich nochmals auf die Ziele des Coachings verständigen! Treffen Sie auch eine Vereinbarung darüber, inwieweit der Coach im Coachingprozess gewonnene, jobbezogene Infos beziehungsweise Erkenntnisse – die nicht die Privatsphäre des Mitarbeiters tangieren – an Sie weitergeben darf, und wenn ja, welche davon unter welchen Voraussetzungen.

9. Halten Sie die Vereinbarungen schriftlich fest und vereinbaren Sie auch, wie lange der Coachingprozess dauern soll und in welchem zeitlichen Abstand sich Coach und Mitarbeiter treffen. Klären Sie zudem, inwieweit der Coach dem Mitarbeiter auch zwischen den Sitzungen als Ansprechpartner zur Verfügung steht.

Dazu im Management-Handbuch

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