EigentümerwechselDeutscher Buy-Out-Markt zweitgrößter in Europa

Der deutsche Buy-Out-Markt ist traditionell einer der stärksten in Europa. Auch 2007 erreichte das Dealvolumen laut CMBOR-Report von Deloitte und Barclays Private Equity einen neuen Höchststand von 26,5 Milliarden Euro, nach 23,5 Milliarden im Vorjahr.

Damit folgt Deutschland dem europäischen Gesamttrend: In 2007 waren zwar weniger Deals (1.436 statt 1.482) zu verzeichnen, aber das Dealvolumen konnte trotzdem von 170 Milliarden Euro auf 171,4 Millarden Euro gesteigert werden. Karsten Hollasch, Partner M&A Transaction Services bei Deloitte, erläutert:

"Die großen Volumina liegen vor allem in den verfügbaren Investmentmitteln des ersten Halbjahres begründet, wobei die Abschwächung im zweiten Halbjahr eher auf eine zukünftige Zunahme der Dealanzahl hindeutet."

In Deutschland ist die Dealanzahl ebenfalls leicht von 163 auf 135 gesunken, aber dank des gesteigerten Volumens belegt Deutschland nach Großbritannien Rang zwei in Europa. Dies spiegelt sich auch bei der Anzahl der Mega-Deals, Transaktionen im Wert von über einer Milliarde Euro, wieder. Hier konnte Deutschland mit Großbritannien gleichziehen, denn beide Länder haben im letzten Jahr neun Mega-Deals zu verzeichnen. Dazu zählen der Verkauf von Scandlines GmbH an das Private Equity Haus 3i und der Kauf von Klöckner Pentaplast durch Blackstone.

Fünf der neun Verkäufe sind Carve-outs oder aufgrund von Unternehmensnachfolge-Problemen entstanden. Die restlichen vier sind Secondary-Buy-Outs, Weiterverkäufe von einem Private Equity Haus an ein anderes. Dies ist in Europa mit 40 Prozent die beliebteste Ausstiegsform aus einem Investment gefolgt vom strategischen Verkauf (Trade Sale).

Im Gegensatz zum Vorjahr dominierten in Europa überraschend Deals aus der Handelsbranche das Wachstum - der Handel konnte sein Volumen sogar verdreifachen. Auch in Deutschland war die Handelsbranche mit einem Mega-Deal der Übernahme der CBR Holding mit den Marken Street One, Cecil and One Touch durch die EQT vertreten. Wie schon in 2006 belegt das produzierende Gewerbe den zweiten Platz, wenn auch mit geringerem Volumen - aber mit der größten Anzahl. Abgeschwächt hat sich das Wachstum bei der TMT (Technologie, Medien und Telekommunikation)-Branche, wo die Volumina sogar unter dem Wert von 2005 liegen.

[dw; Quelle: Deloitte: Bild: fotolia]

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