EntscheidenDinge bewusst nicht tun

In unserem Leben tun wir oft Dinge, die uns eigentlich lästig sind. Damit konzentrieren wir uns aber nicht aufs Wesentliche. Ein Plädoyer für die Freiheit, Nein zu sagen und Dinge nicht zu tun.

Nein, wir wollen kein Fast Food essen und auch keine Fertigmahlzeiten. Wir wollen nicht fernsehen, Tagesnews konsumieren, auf dem iPad herumspielen und die Zeit totschlagen. Wir wollen unsere Zeit auch nicht mit Menschen verbringen, die uns nerven, und wir wollen keinen Smalltalk aus Verlegenheit führen. Das alles, und noch viel mehr, wollen wir nicht. Aber nicht, weil wir irgendetwas verteufeln wollten oder weil wir glaubten, dadurch bessere Menschen zu sein. Wir wollen diese Dinge einfach deshalb nicht, weil wir für uns persönlich beschlossen haben, dass sie überflüssig sind.

Das Wichtige vom Überflüssigen trennen

Vor etwa einem Jahr haben wir den Entschluss gefasst, alles, was wir nicht mehr tun wollen, auf eine Liste zu setzen. Sozusagen auf unseren ganz privaten Index – unsere Not-to-do-Liste. Seit damals ist uns erst so richtig bewusst geworden, wie viele alltägliche Kleinigkeiten uns den Kopf verstopfen, ohne dass wir das bewusst wahrnehmen. Immer wenn wir uns sagen, „das hätten wir uns aber echt sparen können“ oder „das hat’s doch wirklich nicht gebracht“, wird dieses misslungene Stückchen Alltag auf die Liste gesetzt und damit ein für alle Mal entrümpelt: Reizmüll, Bekanntschaftsmüll, Konsummüll, News-Müll, Nahrungsmüll. Dazu braucht es Selbstreflexion, um das für uns Wichtige vom Überflüssigen zu trennen. Außerdem Selbstvertrauen, um Nein zu sagen und sich nicht darum zu scheren, was die Anderen über uns sagen. Und außerdem braucht es Selbstdisziplin, denn die Liste macht nur dann Sinn, wenn wir sie ernst nehmen und all diese Dinge tatsächlich nicht mehr tun.

Den Kopf frei fürs Wesentliche

Der Lohn für diese Mühe ist gewaltig: Wir hätten vorher nicht geglaubt, wie viel Zeug wir in unserem Leben akzeptieren, obwohl wir ohne das alles eigentlich wunderbar auskommen. Das Lähmende, Energiesaugende und Fremdbestimmte einfach wegzulassen, hält uns den Kopf frei fürs Wesentliche: Bei uns ist das kreatives Denken und Schreiben, Ideen zusammenführen, Inhalte produzieren. Plötzlich ist viel mehr Raum dafür da. Was ist das Wesentliche für Sie? Welche Unwesentlichkeiten stehen dem alltäglich im Weg? Wir haben für uns jedenfalls herausgefunden: Etwas nicht zu tun ist eine ebenso wichtige Entscheidung wie etwas zu tun. Wenn nicht noch wichtiger.

Dazu im Management-Handbuch

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