ErfolgsrezeptHumor als Führungsinstrument

Als Kleinkinder waren wir gänzlich unbefangen und frei. All unser Tun und Handeln diente nur dem Einen: dem Lustgewinn. Und jeder dieser lustvollen Augenblicke wurde von einem Lachen begleitet: Bis zu 500 mal täglich können Kinder lachen, sagt die Statistik. Als Erwachsene lachen wir nur noch bis zu 20 mal am Tag. Das ist nicht zum Lachen, sondern bitterer Ernst ...

Denn Lachen ist gesund! Und je weniger Mut zum Lachen wir haben, desto kranker werden wir - in physiologischer und psychologischer Sicht.

Lachen steigert die Herzfrequenz und die Durchblutung. Die Gefäße der Lunge werden besser durchblutet, sie nimmt vermehrt Sauerstoff auf und gibt mehr Kohlendioxid und Ablagerungen ab. Die Vitalität der immunkompetenten Zellen wird gestärkt, wichtige Botenstoffe werden vermehrt ausgeschüttet. Es werden Endorphine freigesetzt, die für Wohlbefinden und eine Heraufsetzung der Schmerzschwelle sorgen.

Die psychologische Wirkung des Lachens wird durch die Erfolge der "Provokativen Therapie" belegt. Ziel dieser Therapie ist es, den Klienten durch Provokationen zu eigenständigem Denken zu verhelfen. Gelächter macht frei und schafft Distanz zum ureigenen Problem nach dem Prinzip: Wer über sich und seine Situation lachen kann, ist fähig, die eigene Situation objektiver zu betrachten.

Schon Sigmund Freud hatte vor hundert Jahren erkannt, dass Witz und Humor probate Mittel sind, um sich von alltäglichen Konflikten zu distanzieren und psychischen Druck abzubauen. Nach Freuds Thesen ist der Witz "... die sozialste aller auf Lustgewinn zielenden seelischen Leistungen." Lachen ist ansteckend und wenn ich den anderen durch Erzählen eines Witzes zum Lachen bringe, solidarisiere ich mich mit ihm gegen eine andere Person, eine Institution oder einen Zustand.

Im Humor hat Freud die höchste Form des Lachens gesehen. Er bezeichnet "... eine seelische Grundhaltung, die in den Missständen des Lebens menschliche Unzulänglichkeiten erkennt und lachend verzeiht" (Bertelsmann Lexikon). Damit zählt der Humor zu unseren wichtigsten sozialen Kompetenzen: Der humorvolle Mensch ist befähigt, sich selbstkritisch neben sich zu stellen, die Situation von außen zu betrachten und unab- hängig von Instinkten relativieren zu können. Humor ist also eine ent- scheidende Fähigkeit, in der der Mensch sich vom Tier unterscheidet.

Was sagt der zum Tode Verurteilte, wenn er am Montag zum Galgen geführt wird?... "Na, die Woche fängt ja gut an!" Mit diesem Witz belegt Freud, dass Humor dazu dient, auch in aussichtslosen Situationen nicht zu resignieren, sondern sich im Triumph des Ichs und des Lustprinzips "... gegen die Ungunst realer Verhältnisse zu behaupten." Der Film "Das Leben ist schön" ist ein rührender Beleg solch eines Überlebens- willens und ein Beispiel für die Verwandtschaft von Humor und Tragik.

Auch wenn wir nicht mehr in einem autoritären Systemen überleben müssen, die Fähigkeit zur emotionalen Selbststeuerung und Motivation durch Humor ist in unserer heutigen Leistungsgesellschaft eine der wichtigsten Überlebensstrategien. Und sie ist erlernbar! Es ist an der Zeit, dass wir über unser selbstzerstörerisches Pflichtgefühl hinaus zu einer selbstbewussten Leichtigkeit finden, um die schweren Aufgaben der Zukunft ohne "Burn-out" oder andere gesundheitliche Schäden zu meistern."

von Michael Blochberger

Führen mit Humor

"Das Neue an diesem Seminarkonzept ist, dass Lern- und Erkenntnisprozesse ganz lustvoll erlebt werden!"

S E L B S T - B E W U S S T - K O M I S C H

Ein 3-Tage-Seminar-Event das Freu(n)de macht: 14. - 16. November 2003 im Schindlerhof, Nürnberg unter Leitung von Dipl.-Ing. M. Blochberger, Dipl.-Oec. C. Gellrich und Dipl.-Psych. Katja Vittinghoff

Sie lernen "ganz im Ernst", wie man sich durch Komik, Witz und Humor zur erfolgreichen Führungskraft entwickelt.

Mehr Infos unter www.cit-consult.de

Keine Angst vorm Lachen

Es ist mir verdammt ernst: Es wird zu wenig gelacht unter deutschen Firmendächern! Sei es um beispielsweise

  • den stetig steigenden Anforderungen gelassener begegnen zu können (weniger Stress ist effektiver),
  • Konflikte humorvoll deeskalieren zu können (eine liebenswert-witzige Provokation kann Konflikte sofort entschärfen), oder
  • Mitarbeiter mit einem gemeinsamen Lachen zu integrieren und zu motivieren.

Aber Vorsicht, womöglich verändert sich Ihre eigene Grundeinstellung hin zu einer humorvolleren Sicht der Dinge!? Und womöglich führt das zu einem leichteren Sein in dieser komplexen, dynamischen Welt!?

Ist da draußen nicht vieles ein wenig verrückt? Was nützt es, sich über Münzfernsprecher aufzuregen die nie dafür vorgesehen waren Wechselgeld rauszurücken? Oder die wiederkehrenden Macken des Chefs? Wie halten Sie es mit manipulativen Wortkreationen wie "friendly fire" oder "Schneller Brüter"? Es gibt genügend Fakten, Absurditäten und Eigenheiten dessen kurze "Würdigung" mit einem Lachen völlig ausreichend ist. Alles andere käme Don Quijotes Energie verzehrendem Kampf mit den Windmühlen gleich. Nehmen Sie es hin mit einem (inneren) Lachen, einem Lächeln oder gar mit Humor! Und schonen Sie Ihre Kraft lieber für die veränderbaren Dinge!

Bereits ein Lächeln bewirkt Wunder!

Erstaunlich ist, dass unsere Mimik nicht nur andere, sondern auch uns selbst beeinflusst. Ein Beispiel: Versuchspersonen mussten mimisch ein Lachen "produzieren", indem Sie sich einen Bleistift zwischen die Zähne steckten. Danach fanden Sie Comics viel komischer als andere, die den Stift - einen traurigen Flunsch ziehend - nur mit den Lippen halten durften. Wer viel lacht, hat also nicht nur eine positive Ausstrahlung auf seine Umgebung, sondern auch die Chance glücklicher zu sein, als jemand der mit traurigem Gesicht durch die Gegend schleicht. Diesen Effekt weiß bereits die Lach-Yoga-Bewegung durch recht "mechanische" Lachübungen zu nutzen. Sogar bewusst durchgeführtes Lachen (HiiHiiHii, HaaHaaHaa, HooHooHoo,), führt nach einem gewissen Durchhaltevermögen zu einer fröhlich-entspannten Grundstimmung ;-)

Was macht uns aber das "mehr Lachen" im Alltag so schwer?

Ich sehe zwei Ursachen von denen die erste außerhalb unseres unmittelbaren Einflussbereiches liegt:

In Ihrer beruflichen Umwelt herrscht vielleicht der (unausgesprochene) Glaubenssatz vor: "Wer lacht, kriegt Ärger?" Haben Sie den Verdacht, dass Ihre Vorgesetzen und Kollegen ein Lachen eher als - eine Demonstration der eigenen Unabhängigkeit, - die Sache ernst aber nicht so wichtig nehmen, oder gar - die Autorität untergrabend interpretieren?

Um es zunächst "theoretisch" mit dem Erfolgsautor Reinhard K. Sprenger zu sagen: Ein wichtiges Signal an Führungskräfte ist die Diskussion darüber, dass nur da gelacht wird, wo Vertrauen besteht. In einer Kultur des Vertrauens wird Lachen als natürliche Bereicherung angesehen und eben nicht als Affront gegen das Unternehmen. Im Regelfall lacht man dort "gemäßigt" ohne sich auf die Schenkel zu klopfen, es steckt an, es fördert Gemeinschaft und bringt Energie.

Kurz: Falls ein Lachen derart negativ interpretiert wird wie oben be- schrieben, so ist das ursächliche Thema in dieser "spaßbefreiten Zone" die vorherrschende Misstrauenskultur. Deren Auflösung ist ein etwas längerer Weg - beginnt aber auch stets damit, dass sich einer zuerst trauen muss. Ich hoffe nur, diese Kultur erdulden Sie nicht auch noch im privaten Umfeld!?

Die zweite Ursache ist in uns selbst angelegt und damit auch direkt veränderbar:

Lachen befreit und kommt gut an, wenn es authentisch und gleichzeitig liebevoll ist (vgl. z.B. in der Familientherapie Virginia Satirs "Muster ihres Zaubers" oder in der Psychotherapie "Die Lehrgeschichten von Milton H. Erickson").

Vielleicht war das obige Lachen aber als ein hämisches Auslachen zu ver- stehen, oder z.B. als ein hilfloses Lachen gegenüber unangreifbaren Autoritäten? Interessanterweise ist man bei einer derartigen "Fröhlichkeit" auch stark bei sich selbst. Oder im NLP-Jargon: Man erlebt derartige Situationen assoziiert.

Zum eigenen, authentischen Humor zu finden, heißt nicht, eine aufge- setzte Fröhlichkeit "im Jetzt" zu trainieren, sondern sich durch die Integration des eigenen humorvollen Unbewussten zur souveränen und gleichzeitig freundlichen Führungskraft zu entwickeln: Humor ist, wenn man trotzdem führt.

Der grundlegende persönlich-methodisch Schritt ist dabei die Kunst, das eigene Erleben vom Beobachten in der jeweiligen Situation weitgehend zu trennen, also sich zeitgleich in einer Metaposition zu befinden. Man hält einen gewissen Abstand zur Situation - und zu sich selbst. Das ermöglicht übrigens auch ein herzhaftes Lachen über seine eigenen Unzulänglichkeiten. Wenn man dann noch den ureigenen, zumeist angestaubten Witz neu aktiviert hat, so tun sich plötzlich neue (vergessene?) Ver- haltensalternativen auf. Übrigens integrierte Sigmund Freud bereits vor rund 100 Jahren den Witz als wohlwollenden Teil des Über-Ichs in seine Psychoanalyse! Wer es gar schafft eine humorvollere Grundeinstellung (wieder) zu finden, der schöpft entspannter und souveräner aus einem entscheidend erweiterten Verhaltensrepertoire. Lachen kommt dann einfach und gut. Denn, wie gesagt: Vieles ist doch irgendwie liebenswert verrückt, man muss es nur (neu) entdecken.

Wie geht der nun, der persönliche Trainings-Plan von der Abschaffung der Humorlosigkeit?

Die gute Nachricht zuerst: Humor ist als grundlegende Einstellung ist erlernbar! Die Schlechte: Sie müssen etwas dafür tun! Und so ist das mit Lernen nun mal: Entweder,

  1. Sie ändern einfach Ihr Verhalten ("Sei jetzt humorvoll"), gewinnen durch kleine Erfolge neue Einsichten, was sie zu einer dauerhaften Einstellungsveränderung führt, oder
  2. Sie kommen durch neue emotionale ("Mensch, was haben wir gelacht!") zu einer dauerhaften Veränderung Ihrer Einstellung und trauen sich plötzlich, ein neues humorvolleres Verhalten an den Tag zu legen. Oder ...

Sie stellen fest, dass es leider doch nicht so einfach ist sich selbst am Schopfe zu packen.

Aus dieser Erkenntnis heraus beschließen Sie die neuen emotionalen Einsichten (2) mit einer konzentrierte Verhaltensänderung (1) zu verknüpfen, indem Sie ein Intensiv-Training zur Entwicklung Ihres Humors besuchen. Sicherlich die schnellste und dauerhafteste Art eine humorvollere Grundeinstellung zu erlangen.

Die nächste Gelegenheit gibt es vom 14. bis zum 16. November 2003 im legendären Schindlerhof bei Nürnberg. Aber: Vorsicht, es macht Spaß!

von Carsten Gellrich

Carsten Gellrich ist Dipl.Oec., Coach, Trainer und Berater für Human Resources, Konfliktmanagement und Reorganisation.
Er ist mitverantwortlich für das neue Seminar "Selbst-bewusst-komisch - Führen mit Humor".
Weitere Infos unter: www.cit-consult.de/pages/trainer2.html

Dazu im Management-Handbuch

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