FachkräftemangelEmployer Branding wird wichtiger

Im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte betrachten HR-Verantwortliche das Employer-Branding als immer wichtiger. Unternehmen nutzen trotz dieser Meinung neue Instrumente, wie beispielsweise Karriereportale, selten, um Wunscharbeitgeber zu werden. Der demografische Wandel sowie fehlende Persönlichkeit der Bewerber erschweren die Personalbeschaffung zusätzlich.

Eine klar positionierte Arbeitgebermarke ist das wichtigste Instrument im Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte: 83 Prozent der HR-Verantwortlichen geben an, dass das Thema Employer Branding in ihren Unternehmen einen mittleren beziehungsweise hohen Stellenwert einnimmt. Während im Vorjahr nur ein Viertel der Befragten Employer Branding als Instrument zur Lösung der demografischen Herausforderung einsetzten, sind es heute bereits 53 Prozent. Das sind Ergebnisse der aktuellen HR-Trendstudie 2008 der Managementberatung Kienbaum. Erik Bethkenhagen, Mitglied der Geschäftsleitung bei Kienbaum, sagt:

"Da die Erwartungen an den Arbeitgeber steigen und zugleich der Kandidatenpool kleiner wird, müssen Unternehmen einen unverwechselbaren und glaubwürdigen Arbeitgeberauftritt aufbauen, pflegen und kommunizieren. Strategisches Employer Branding wird zur Lösung für den Personalengpass, der durch die demografische Entwicklung entsteht."

Der Weg zum Employer of Choice

Um zum Wunscharbeitgeber in der relevanten Zielgruppe zu werden, setzen die meisten Unternehmen auf

  • Stellenanzeigen (79 Prozent),
  • Hochschulmarketing (72 Prozent) sowie
  • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (64 Prozent).

Weit weniger verbreitet ist die Nutzung neuer Instrumente: Nur 37 Prozent der Befragten geben an, dass in ihrem Unternehmen Karriereportale genutzt werden, um sich als Employer of Choice zu etablieren. Auf Alumni-Netzwerke greift nur jeder vierte Arbeitgeber zurück. Employer Branding-Spezialist Bethkenhagen meint:

"Professionelles Employer Branding ist die beste Basis, um als Wunscharbeitgeber wahrgenommen zu werden. Es ist ein Irrglaube, dass einzig die Höhe des Gehalts darüber entscheidet, für welchen Arbeitgeber sich ein Bewerber entscheidet. Vielmehr ausschlaggebend sind Kultur und Charakter eines Unternehmens sowie attraktive Karrieremodelle."

Top-Themen durch demografischen Wandel bedingt

Mit einer starken Unternehmensmarke können Personaler zukünftige HR-Herausforderungen meistern: Denn mehr als die Hälfte der Befragten sieht die größte Hürde in der Besetzung von Schlüsselpositionen. 46 Prozent nennen Demografie und strategische Personalplanung als Top-Themen. Strategisches Nachfolgemanagement bewerten gut 40 Prozent der Befragten als große Herausforderung. Bethkenhagen dazu:

"In Anbetracht der alternden Gesellschaft wundert es nicht, dass diese Themen auf der Agenda ganz oben stehen. Unternehmen müssen heute das eigene Personal fördern und qualifizierte Arbeitskräfte vom Markt rekrutieren."

Bewerbern mangelt es an Persönlichkeit

73 Prozent der Personalverantwortlichen sind der Meinung, dass die Qualität der Bewerber im Vergleich zum Vorjahr unverändert ist. 13 Prozent beurteilen sie besser als 2007. Relativiert wird dadurch die häufig gehörte Klage, qualifizierte Bewerber seien immer schwerer zu finden. Bethkenhagen sagt:

"In den seltensten Fällen scheitert eine Einstellung an den fachlichen Qualifikationen des Kandidaten. Oftmals sind minder ausgeprägte Soft Skills das entscheidende Manko."

Diese Einschätzung spiegelt sich auch in den Ergebnissen der Kienbaum-Studie wider: Das größte Defizit sehen 46 Prozent der HR-Verantwortlichen in der Persönlichkeit der Bewerber. 41 Prozent beklagen mangelnde soziale Kompetenzen. Bethkenhagen rät:

"Statt ausschließlich Fachwissen zu vermitteln, müssen die Soft Skills in Ausbildung und Studium stärker gefördert werden. Gerade junge Bewerber können derartige Defizite frühzeitig durch Praktika und gesellschaftliches Engagement abbauen."

Zur Studie

Die Studie "HR-Trendstudie" basiert auf der Befragung von 114 Personalverantwortlichen führender Unternehmen im deutschsprachigen Raum.

Sie ist kostenlos über den Online-Shop von Kienbaum unter www.kienbaum.de erhältlich. Für Rückfragen steht Ihnen Erik Bethkenhagen gerne zur Verfügung. Telefon: +49 2261 703-579, E-Mail: erik.bethkenhagen@kienbaum.de.

[po; Quelle: Kienbaum; Bild: Fotolia.com]

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