FinanzierungSo erhöhen Sie kurzfristig Ihre Einnahmen

Auch die besten Unternehmen kann es treffen: Durch die Insolvenz eines wichtigen Kunden, durch die unerwartet notwendige Neubeschaffung einer Maschine oder einer fehlerhaften mittelfristigen Finanzplanung kommt es zu einer Liquiditätslücke. Was können Sie unternehmen, um in solchen Fällen die Liquidität kurzfristig zu sichern?

Führen Sie im Verkauf Sonderaktionen durch

Dadurch lassen sich zum Beispiel hohe Lagerbestände bestimmter Artikel abbauen oder Kapital, das in „Langsamdreher“ gebunden ist, in liquide Mittel umwandeln. Vom Marketingaspekt her wichtig: Suchen Sie nach einem griffigen Motto für Ihre Aktion, zum Beispiel: „Sparwochen bei ...“ oder „Sonderaktion für treue Kunden“. Damit vermeiden Sie den Eindruck, gerade dringend Geld zu benötigen.

Sorgen Sie für schnellere Zahlungseingänge

Bieten Sie schon in Ihren Angeboten eine Preisermäßigung bei sofortiger Zahlung oder bei Barzahlung an. Dauerkunden können Sie mit geringen Nachlässen, zum Beispiel 1,5 Prozent, zum Bankeinzugsverfahren bringen - und dann die offenen Beträge zügig einziehen. Aktivieren Sie außerdem Ihren Außendienst und drängen Sie darauf, dass die Mitarbeiter säumige Zahlungen eintreiben. Bei Kunden mit großen Rückständen sollten Sie sich nicht scheuen, persönlich anzurufen und danach zu fragen, wann Sie mit dem Zahlungseingang rechnen können.

Verlangen Sie Anzahlungen

Vor allem bei langfristigen Projekten müssen Sie oft lange auf Ihr Geld warten, haben aber möglicherweise schon früh Ausgaben für Investitionen und während des gesamten Projekts laufende Kosten. Vereinbaren Sie mit Ihren Kunden daher Meilensteine (etwa Erstellung eines Entwurfs, Beginn der Testphase), bei deren Erreichen Sie eine Teilrechnung stellen. Bei bereits laufenden längeren Projekten können Sie fragen, ob Sie nicht bereits jetzt schon eine Teilrechnung stellen können.

Verringern Sie festgelegte Bargeldmittel

Reduzieren Sie bei allen Bargeldkassen im Unternehmen die Sicherheitsreserven. Oder Sie ersetzen diese ganz und stellen um auf Erstattungen. Auf die Ausstattung von Fahrern und Außendienstmitarbeitern mit Bargeld können Sie weitgehend verzichten, wenn Sie für Spesen, Tanken und Reparaturen auf die bargeldlose Unterwegsversorgung per Servicekarte (zum Beispiel UTA) umsteigen.

Beschleunigen Sie die Lieferungen

Dadurch können Sie Rechnungen schneller stellen und auf einen früheren Zahlungseingang hoffen. Liefern Sie möglichst schnell an bekanntermaßen zügig zahlende Kunden aus. Wo dies möglich ist, liefern Sie früher als geplant und stellen auch die Rechnung schneller.

Lösen Sie Rücklagen auf

Immer wieder stellt man fest, dass Chefs einen sehr teuren Dispo-Kredit in Anspruch nehmen, während sie gleichzeitig über Rücklagen „für schlechte Zeiten“ verfügen. Dies hat häufig emotionale Gründe, weil man „sein Erspartes“ ungern angreift. Sparen Sie sich diese unnötigen Zinskosten, lösen Sie die Rücklagen auf und setzen Sie diese für das ein, wofür Sie gedacht sind: Für den (jetzt eingetretenen) Notfall.

5 Tipps, wie Sie Liquiditätsengpässe vermeiden können

1. Lernen Sie aus der Vergangenheit

Eine bessere Planung entsteht meist einfach dadurch, dass man sich den Finanzbedarf der letzten Jahre anschaut und Ausschläge nach oben hinterfragt. Müssen Quartalsweise Provisionen an den Außendienst abgeführt werden? Gibt es saisonal bedingt zeitweise höhere Lieferanten- und Dienstleisterrechnungen? All diese Dinge kann man bei seiner mittelfristigen Finanzplanung berücksichtigen und damit unnötige Engpässe vermeiden.

2. PPP: Planen Sie Projekte mit Puffer

Projekte und damit geplante Einnahmen verzögern sich, Lieferanten und Dienstleister sind teurer als erwartet oder Kunden ziehen Aufträge wieder zurück. Es gibt viele Gründe, warum Kosten höher sein und Einnahmen später eingehen als erwartet. Puffer von 40 Prozent und mehr sind dabei keineswegs übertrieben, wenn Sie auf der sicheren Seite sein wollen.

3. Entwickeln Sie Szenarien

Fragen Sie sich bei der kurz- und mittelfristigen Planung, was im besten Fall und was im schlimmsten Fall geschehen könnte. Tritt der „best case“ ein, haben Sie vermutlich freie Mittel, die Sie an anderer Stelle einsetzen können. Damit können Sie aber nicht wirklich rechnen. Vielmehr sollten Sie auch für den Fall des „worst case“ gewappnet sein. Vereinbaren Sie zum Beispiel mit Ihrer Bank eine höhere Kreditlinie als voraussichtlich notwendig ist. Die Bank verlangt dafür Gebühren – die aber deutlich geringer sind als ein Dispo-Kredit Ihrer Bank.

4. Reagieren Sie schnell

Geschieht etwas Unerwartetes wie der Ausfall einer Maschine, die schnell ersetzt werden muss, reagieren Sie schnell. Besprechen Sie sich mit dem Rechnungswesen, lösen Sie festangelegte Depots auf, bitten Sie um einen Termin bei Ihrer Bank – das alles kann noch am gleichen Tag des Ereignisses passieren, für Warten gibt es keinen Grund.

5. Versicherung gut, (fast) alles gut

Viele Finanzrisiken lassen sich absichern, zum Beispiel Exportrisiken, Vernichtung von Gebäuden und Lagern durch Feuer oder Wasser, Haftungsrisiken für Produkte und Dienstleistungen – es gibt viele Finanzrisiken, die Sie mit einer Versicherung mindern oder sogar beseitigen können. Laden Sie einen Versicherungsmakler ein und erfassen Sie zusammen mit ihm die wesentlichen Risiken, die Ihr Unternehmen eingehen muss, und überlegen Sie, ob Sie diese Risiken mindern oder versichern können.

Dazu im Management-Handbuch

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