FührungAnzeichen für die innere Kündigung erkennen

Es ist ein längerer und stiller Prozess bis ein Mitarbeiter innerlich kündigt. Vorgesetzte bemerken die innere Kündigung oft zu spät. Doch es gibt Anzeichen, die darauf schließen lassen. Vorgesetzte sollten diese kennen.

Mitarbeiter wollen mit ihrer Arbeit zufrieden sein, Eigeninitiative entwickeln können, in Entscheidungen einbezogen werden und die Anerkennung und Wertschätzung ihrer Leistungen von ihren Vorgesetzten erfahren. Werden diese Wünsche und Erwartungen nicht erfüllt, besteht die Gefahr des Rückzugs – die innere Kündigung droht.

Innere Kündigung

Bei der inneren Kündigung handelt es sich um einen langfristigen Prozess, der die Verweigerung von Engagement und Einsatzbereitschaft, eine Distanzierung von der Arbeit sowie eine Verringerung der Motivation und Leistung von Beschäftigten nach sich zieht.

Innere Kündigung geht nicht nur bei den betroffenen Personen mit negativen gesundheitlichen Folgen einher, sondern wirkt sich auch durch eine verringerte Produktivität und eine Verschlechterung des Betriebsklimas negativ auf die gesamte Organisation aus.

Quelle: Initiative Gesundheit und Arbeit, iga.Report 33

Die innere Kündigung vollzieht sich allmählich und still

Die Anzeichen für eine innere Kündigung bei Mitarbeitern bestehen aus einer emotionalen Komponente, einer gedanklichen Komponente sowie aus einer Verhaltenskomponente. Bei der emotionalen fühlen sich die Mitarbeiter unwohl und haben negative Gefühle wie Ärger oder Frustration. Die negativen Gefühle werden durch die eigene Arbeit hervorgerufen. Die gedankliche Komponente zeigt sich darin, dass sich Betroffene mental von ihrer eigenen Tätigkeit distanzieren. Schließlich ändert sich auch das Verhalten bei innerer Kündigung. Das Engagement bei der Arbeit lässt nach und die Betroffenen ziehen sich aus dem sozialen Arbeitsumfeld zurück.

Die innere Kündigung vollzieht sich in einem langsamen, stillen, inneren Prozess, von dem Vorgesetzte in der Regel nichts mitbekommen. Die betroffenen Mitarbeiter tun dann Dienst nach Vorschrift. Die schlechte Motivation kann leicht auf das gesamte Team übergreifen. Denn oft beklagen sich betroffene Mitarbeiter bei anderen Kollegen anstatt mit ihren Vorgesetzten über ihre emotionalen Befindlichkeiten zu sprechen. Die Folge: Stimmung und Motivation im Team sinken.

Anzeichen für eine innere Kündigung

Vorgesetzte sollten frühzeitig Anzeichen einer inneren Kündigung bei Ihren Mitarbeitern erkennen. Je früher die Anzeichen erkannt werden, desto schneller kann der inneren Kündigung entgegengewirkt werden. Folgende Anzeichen sprechen für eine innere Kündigung bei Mitarbeitern:

  • Das Engagement des Mitarbeiters bei der Arbeit war früher deutlich höher.
  • Der Mitarbeiter macht einen gelangweilten, mitunter genervten Eindruck.
  • Der Mitarbeiter zeigt kein Interesse am Arbeitsumfeld.
  • Die Pausenzeiten werden ausgedehnt.
  • Über betriebliche Probleme oder Sachverhalte macht sich der Mitarbeiter lustig oder zieht sie ins Lächerliche.
  • Die Fehlzeiten nehmen zu.
  • Der Umgang des Mitarbeiters mit Vorgesetzten und Kollegen verändert sich (reagiert zum Beispiel gereizt).
  • Der Mitarbeiter äußert sich vermehrt negativ über die Arbeit oder das Unternehmen.
  • Die Leistung lässt nach.
  • Kritik oder auch disziplinarische Maßnahmen werden kommentar- und teilnahmslos hingenommen.
  • Der Mitarbeiter nimmt nicht mehr an Gesprächen im Kollegenkreis teil oder vermeidet den Kontakt gänzlich.
  • Unternehmensinterne Veranstaltungen werden gemieden (zum Beispiel Betriebsfeiern).
  • Der Mitarbeiter äußert keine eigenen Ideen mehr und macht keine Vorschläge.

Fazit

Vorgesetzte können das Verhalten ihrer Mitarbeiter besser einschätzen, wenn sie das Verhalten regelmäßig beobachten: Hat sich das Verhalten über die Zeit verändert? Wie hat sich der Mitarbeiter entwickelt? Vorgesetzte sollten versuchen, sich an eine bestimmte Situation zu erinnern, in der der Mitarbeiter mehr Einsatz gezeigt hat als aktuell. Was war damals anders im Vergleich zu heute?

Doch nicht jeder Leistungsabfall muss eine innere Kündigung als Ursache haben. Vorgesetzte sollten mögliche alternative Erklärungen bedenken, zum Beispiel gesundheitliche Probleme oder schwierige Situationen im privaten Umfeld.

Wichtig ist deshalb eine Unternehmenskultur, in der offene Gespräche zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern möglich sind, und in der Führungskräfte Verständnis für persönliche Probleme ihrer Mitarbeiter aufbringen, und so eine Vertrauensbasis schaffen.

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