Führung mit Balanced Scorecard

Eine Balanced Scorecard kann mehr sein als ein Controllinginstrument. Ihre Einsatzmöglichkeit in der strategischen Führung erklärt unsere Expertin.

Zunächst gilt es, ganz im Sinne des Grundgedankens einer BSC, eine klare Zielausrichtung zu definieren. Hier erfolgt eine Übersetzung und Systematisierung dieser Zielausrichtungen in ein ausgewogenes Zielsystem und damit in die festzulegenden Perspektiven der BSC. Diesen werden Kennzahlen zugeordnet und Zielwerte werden festgelegt. Dabei sollte die Konzeption der BSC mit allen betroffenen Mitarbeitern, etwa einer Organisationseinheit, erfolgen. Je nach Größe dieser Einheit empfiehlt sich ein kaskadisches Vorgehen. Wichtig sind dabei die gemeinsame Festlegung von Zielen und die Auseinandersetzung mit Möglichkeiten der Zielerreichung.

Mit dieser gemeinsamen Formulierung von Zielen wird ein einheitliches Verständnis davon geschaffen, was die Gruppe erreichen kann und wo Prioritäten zu setzen sind. Hier­durch wird eine Orientierung an klar defi­nierten Meilensteinen und eine Verbesserung der Teamarbeit möglich. Durch das frühzeitige Einbinden der Mitarbeiter wird Commitment erzielt. Während des gesamten Prozesses werden mittels Feedbackschleifen die postulierten Zusammenhänge überprüft, in regelmäßigen Meetings die Zielerreichung überprüft und einzelne Aspekte nachjustiert.

Auf individueller Ebene überführt anschließend die Führungskraft gemeinsam mit jedem Mitarbeiter die übergeordneten Ziele in eine persönliche Zielvereinbarung. Diese kann direkt mit Entwicklungsplänen gekoppelt werden. Die Nutzung der BSC als Führungsinstrument ermöglicht den Mit­arbeitern ihre eigene Tätigkeit und Zielaus­richtung im Zusammenhang mit der übergeordneten Ausrichtung zu sehen, entsprechend zu agieren, eigene Freiräume zu identifizieren und auszufüllen und zielführende Weiterbildungen anzustreben. Die gemeinsame Zielerreichung wird im Unter­nehmen erlebbar und die BSC so zum Motor einer lernenden Organisation. 

Der Einsatz einer BSC als Führungsinstrument bringt, unabhängig vom Controlling, weitere Vorteile für das Management: Die persönliche Zielsetzung im Rahmen der Gesamtstrategie veranschaulicht dem einzelnen Mitarbeiter seinen persönlichen Beitrag zum zukünftigen Unternehmenserfolg. Dies fördert eine ganzheitliche Betrachtungsweise sowie unternehmerisches Denken. Gleichzeitig werden Freiheitsgrade deut­lich: Der Mitarbeiter selbst setzt sich sein Ziel und ist für dessen Erreichung verantwortlich – gleichzeitig aber immer orientiert an den Zielen seiner Kollegen und dem Gesamtziel.

In Verknüpfung mit einem individuellen Zielvereinbarungssystem ist die BSC ein optimales Instrument, das die Strategie bis hin auf den einzelnen Arbeitsplatz dekliniert. Jeder einzelne Mitarbeiter erhält ein vertieftes Verständnis für das Zusammenwirken von Finanz-, Kunden-, Prozess- und Innova­tionszielen und kann somit seine eigene Tätig­keit im wertschöpfungs­orientierten Prozess platzieren. Dies fördert das Erkennen der persönlichen Leistungsziele. Damit ist die BSC ein weitreichendes Führungsinstrument – und weit mehr als nur ein Konzept zur Dokumentation von Ergebnissen.

Dazu im Management-Handbuch

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