FührungskompetenzSind Sie emotional intelligent?

Emotionale Intelligenz ist eine wichtige Schlüsselkompetenz. Führungskräfte, die emotional intelligent sind, können leichter eine positive Beziehung zu ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aufbauen.

Spätestens mit den Veröffentlichungen des US-amerikanischen Psychologen Daniel Goleman Mitte der 1990er Jahre ist emotionale Intelligenz ein Standardbegriff geworden. Erfolgreiche Führungskräfte verfügen also nicht nur über ein hohes Maß an Fachkompetenz, sondern können sich auch in Situationen und in andere Menschen einfühlen.

Was zeichnet emotional intelligente Menschen aus?

Die zentralen Elemente der emotionalen Intelligenz spielen auch bei Führungskräften eine wichtige Rolle:

Selbstbewusstheit

Fähigkeit, die eigenen Stimmungen, Gefühle und Bedürfnisse zu akzeptieren, zu verstehen und deren Wirkung auf andere einschätzen zu können.

Selbstmotivation

Begeisterungsfähigkeit für die Arbeit und die Fähigkeit, sich selbst motivieren zu können – unabhängig von finanziellen Anreizen oder Status.

Selbststeuerung

Planvolles Handeln in Bezug auf Zeit und Ressourcen.

Soziale Kompetenz

Fähigkeit, Kontakte zu knüpfen und tragfähige Beziehungen aufzubauen.

Empathie

Fähigkeit, emotionale Befindlichkeiten anderer Menschen zu verstehen und angemessen darauf zu reagieren.

Die Forscher um Daniel Goleman und Richard Boyatzis haben einen Fragenkatalog entwickelt, mit deren Hilfe sich emotionale und soziale Intelligenz eines Menschen überprüfen und messen lassen.

Fragen zur Überprüfung emotionaler und sozialer Intelligenz bei Führungskräften

Empathie

  • Verstehen Sie, was Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter motiviert, auch wenn diese unterschiedliche Hintergründe haben?
  • Sind Sie offen für deren Bedürfnisse?

Beziehung

  • Hören Sie aufmerksam zu und denken Sie darüber nach, wie sich Ihre Mitarbeiter fühlen?
  • Stellen Sie sich auf die Stimmung Ihrer Mitarbeiter ein?

Organisationales Bewusstsein

  • Identifizieren Sie sich mit den Werten und der Kultur Ihres Teams und des Unternehmens?
  • Verstehen Sie soziale Netzwerke und kennen Sie deren (unausgesprochene) Regeln und Normen?

Einfluss

  • Überzeugen Sie andere dadurch, dass Sie sie in Diskussionen einbinden und dabei an ihre eigenen Interessen anknüpfen?
  • Bekommen Sie von wichtigen Menschen im Unternehmen Unterstützung?

Hilfe für andere Mitarbeiter

  • Unterstützen Sie andere Mitarbeiter im Unternehmen (als Mentor oder Coach)?
  • Investieren Sie dafür auch nennenswert Zeit und Energie?
  • Geben Sie Feedback, das Mitarbeiter als hilfreich empfinden?

Inspiration

  • Können Sie eine überzeugende Vision für Ihr Unternehmen oder Ihr Team formulieren?
  • Schaffen Sie es, dass Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stolz auf ihre Arbeit sind?
  • Unterstützen Sie einen positiven Umgangston im Unternehmen beziehungsweise im Team?
  • Bringen Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu, ihr Bestes zu geben?

Teamarbeit

  • Erbitten Sie Input von allen Mitarbeitern Ihres Teams?
  • Unterstützen Sie alle Teammitglieder?
  • Fordern und fördern Sie die Zusammenarbeit?

Emotionale Intelligenz ist wichtig in Stresssituationen

Im sozialen Verhalten von Führungskräften, das sich äußert in Empathie, Serviceorientierung, der Fähigkeit zur Anpassung, in der Art zu kommunizieren oder Konflikte zu bewältigen, gibt es große Unterschiede. Die zeigen sich auch im Leistungsvermögen und in der Produktivität der Führungskraft und ihres Teams.

Gerade in Krisensituationen kommt es nicht nur auf Fachwissen, sondern im besonderen Maße auch auf die emotionale Intelligenz an, denn Stress hat große Auswirkungen auf die Funktionsfähigkeit des Gehirns. Wenn die Hormone Adrenalin oder Cortisol ausgeschüttet werden, kann das bis zu einem gewissen Grad die Leistungen verbessern. Doch wenn das Gehirn zu viel davon bekommt, setzen wichtige kognitive Funktionen aus.

In Experimenten haben Forscher herausgefunden, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dann die meisten Stresshormone ausschütten, wenn sie von ihren Vorgesetzten harsch kritisiert werden. Gerade für Mitarbeitergespräche, wie zum Beispiel ein Kritikgespräch oder Feedbackgespräch, ist diese Erkenntnis wichtig. Je nachdem, in welcher Tonalität sie geführt werden, können Führungkräfte damit großen Schaden bei ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern anrichten.

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